2:2 - KSC holt Punkt in Hannover
Am Freitagabend um 18:30 Uhr eröffnete unser KSC den 4. Spieltag der 2. Bundesliga auswärts in Hannover und holte dabei einen Punkt. Das packende Unentschieden gibt es im Spielbericht zum Nachlesen.

Max Senfts Taktik
Im Vergleich zur Heimniederlage in der Vorwoche gegen den VfL Wolfsburg stellte unser Cheftrainer einiges um, sowohl taktisch als auch personell. Am vergangenen Samstag liefen wir in einem 4-4-2 System auf, wobei sich das Mittelfeld als Raute formierte. Gegen Hannover 96 schickte Max Senft unsere Jungs in einer 4-2-3-1 Formation auf den Rasen, wodurch die Flügel wieder klar besetzt wurden und zwei Sechser das Zentrum bildeten. Eine der wenigen Konstanten über die letzten Wochen stellte die defensive Viererkette dar, aber auch hier musste unser Coach eine Veränderung vornehmen. Der wiedergenese Rafael Pinto Pedrosa rückte für Sebastian Jung in die Startelf, der aufgrund von muskulären Problemen im Oberschenkel leider nicht zur Verfügung stand. Im defensiven Mittelfeld startete Danyal Zor für Santeri Väänänen neben Kevin Wiethaup und auf der rechten Seite erhielt Noel Eichinger anstelle von Viktor Bergh den Vorzug. Als Pendant auf der linken Seite bekam Louey Ben Farhat das Vertrauen. Der 20-Jährige läuft nach seinem Bundesliga-Wechsel zum SC Freiburg mit direkter Rückleihe auch in dieser Saison in blau-weiß auf. Shio Fukuda begann nach einem überzeugenden Startelfdebüt letzte Woche als alleinige Sturmspitze. Moritz Broschinski fiel weiterhin mit Sprunggelenksproblemen aus, unser Neuzugang Héliton war am Freitagabend noch nicht Teil des Kaders.
Zahl des Spiels
24,3: Max Senft vertraute heute auf die jüngste KSC-Startelf seit 2012.
Das Spiel in der Zusammenfassung
Unterhaltsamer Beginn
Pünktlich um 18:30 Uhr pfiff der Unparteiische Tom Bauer die Partie an. Der leichte Nieselregen war verschwunden und einem heiteren Freitagabend stand somit nichts mehr im Wege.
Die Senft-Elf fand gut in die Partie und hatte bereits in der zweiten Minute des Spiels eine Doppelchance zu verzeichnen. Der halbhoch getretene Eckball von der linken Seite rutschte auf dem feuchten Geläuf durch zu Marcel Franke, der selbst überrascht schien und die Kugel nur noch mit dem Knie in Richtung Tor lenken konnte. Den Nachschuss von Wanitzek parierte Hannovers Keeper Weinkauf souverän. Auch die nächste Chance ließ nicht lange auf sich warten: Am Mittelkreis blieb Wiethaup im Ballbesitz und nahm unseren Kapitän mit, der nach links auf Ben Farhat weitergab. Dieser setzte auf Höhe des Sechzehnmeterraums zum Dribbling an und holte den nächsten Eckball raus.
Die Hausherren fanden ebenfalls gut ins Spiel und wurden immer wieder über außen gefährlich. Ein Beispiel dafür lieferten sie in der elften Minute, als Bundu sich auf der rechten Seite durchsetzte und scharf in die Mitte flankte. Der eingelaufene Hartel verpasste nur knapp, Bernat war hellwach und lenkte den Ball aus der Gefahrenzone. Nach nur 15 Minuten musste der rechte Offensivmann der Niedersachsen den Platz verletzungsbedingt verlassen, für ihn kam Chakroun neu ins Spiel. Wir wünschen Mustapha Bundu eine gute Besserung!
Hannover legt vor
Die Anfangsphase war geprägt von vielen technischen Fehlern, zahlreichen Fehlpässen und nur sehr kurzen Ballbesitzphasen. Der seifige Untergrund machte beiden Mannschaften sichtlich zu schaffen. Nach 20 Minuten begann Hannover das Spiel an sich zu reißen und es gelang ihnen, immer wieder gefährliche Nadelstiche zu setzen. So lief Gindorf nach einem perfekt getimten Steckpass von Neuzugang Hartel alleine auf unseren Schlussmann zu, scheiterte allerdings im Eins-gegen-Eins-Duell. Bernat eilte aus seinem Kasten und bewahrte unseren KSC mit einer überragenden Parade vor dem Rückstand.
Aber drei Minuten später war es dann soweit: ein Eckball brachte die Hausherren in Führung. Die Hereingabe landete bei Thordarson, der am zweiten Pfosten Richtung Tor köpfte, Pinto Pedrosa konnte auf der Linie zunächst klären, doch Lars Gindorf setzte entscheidend nach und brachte die Kugel im Tor unter (26.).
Die prompte Antwort
Lange Zeit zum Jubeln blieb der Mannschaft von Christian Titz allerdings nicht, denn nur zwei Minuten später schlug unser KSC zurück. Shio Fukuda eroberte das Spielgerät von Tomiak, der als letzter Mann den Ball im eigenen Sechzehner verlor. So stand unsere Nummer dreizehn plötzlich alleine vor dem Kasten der 96er. Der Japaner schob den Ball lässig an Weinkauf vorbei ins rechte Eck (28.).
Der nächste Rückschlag
In der 38. Minute ging Hannover erneut in Führung. Ein großer Anteil dieses Treffers ging an Oudenne, der Wiethaup an der linken Strafraumkante stehen ließ und auf Zweitligarückkehrer Marcel Hartel zurücklegte. Sein Flachschuss wurde noch leicht abgefälscht, bevor er den Weg ins Tor fand. Damit erzielte Hartel sein erstes Tor für den neuen Verein.
Kurz vor der Halbzeitpause bewahrte uns Danyal Zor vor einem weiteren Gegentreffer. Der 19-Jährige klärte wie schon Pinto Pedrosa zu Beginn der Partie in höchster Not und kratze den Ball von der Linie.
Doppelchance vor der Halbzeit
Kurz vor der Pause wurden unsere Jungs nochmal gefährlich. Auslöser war zunächst ein Freistoß an der linken Strafraumkante, dem sich wie gewohnt unser Kapitän annahm. Seinen Schuss wehrte Weinkauf nach vorne ab und auch gegen den nachsetzenden Franke blieb er Sieger. Fukudas Nachstochern war ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Eine erneute Standardsituation, diesmal in aussichtsreicherer Position, landete in der Mauer der 96er. So verpassten wir zunächst den Ausgleich und gingen mit einem Tor Rückstand in die Pause.
Der zweite Durchgang begann ausgeglichen. In der 51. Minute meldeten sich unsere Fächerstädter in Person von Marvin Wanitzek in der zweiten Hälfte an- Unsere Nummer zehn feuerte einen Distanzschuss knapp am Kasten vorbei. Auch Ben Farhat hatte weitere Möglichkeiten, nach rund einer Stunde ließ er Thordarson ins Leere laufen und schloss mit rechts ab, der Ball flog rund einen Meter über die Latte.
Zeit zum Wechseln
In der 76. Minute nahm unser Cheftrainer einen Dreifachwechsel vor und brachte neben Tim Civeja und Viktor Bergh zum ersten Mal Jason Ponente-Ramirez, der damit sein Debüt in der 2. Bundesliga feierte. Auch die Gastgeber wechselten kräftig durch und erzielten daraufhin direkt das vermeintliche 3:1, das jedoch aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben wurde.
Hitzige Schlussphase
Die Schlussphase war angebrochen, da erzielte Rafael Pinto Pedrosa den Ausgleich. Er krönte sein Startelfcomeback mit einem sehenswerten Treffer. Vor ein paar Minuten hatte ihn noch ein Krampf gebremst, doch davon war nach seinem Doppelpass mit Egloff nichts mehr zu sehen. Der 18-jährige Rechtsverteidiger wuchtete das Leder aus zehn Metern an die Unterkante der Latte und von dort ins Tor.
Die Partie war damit aber noch nicht beendet, so mussten die knapp 1.500 mitgereisten KSC-Fans in der Nachspielzeit noch einmal die Luft anhalten. Roggow stand zum Freistoß aus 17 Metern bereit und visierte das Torwarteck an - Hansi Bernat rettete mit den Fingerspitzen und so prallte die Kugel an den Pfosten. Damit bewahrte uns der Schlussmann vor der zweiten Niederlage in Folge und rettete den Punkt.
Fazit & Ausblick
Mit der Punkteteilung können unsere Blau-Weißen am Ende des Tages ganz gut leben. Beide Mannschaft hatten ihre Torchancen, konnten sich jedoch keine längeren Phasen in der gegnerischen Hälfte erarbeiten. Durch den späten Ausgleich fühlt sich das 2:2 aber eher nach einem gewonnen Punkt an. Mit diesem positiven Gefühl geht es in die nächste Woche. Am kommenden Sonntag empfangen wir um 13:30 Uhr Energie Cottbus und hoffen auf die nächsten Zähler.
Die Daten zur Partie
Hannover 96: Weinkauf – Allgeier, Tomiak, Ghita (76. Okon) – Neubauer, Thordarson (61. Roggow), Oudenne – Bundu (15. Chakroun), Taibi (76. Källman), Gindorf – Hartel (61. Pichler)
KSC: Bernat – Pinto Pedrosa (87. Scholl), Franke, Kobald, Ofli (76. Bergh) – Zor, Wiethaup (76. Civeja) – Ben Farhat (76. Ponente-Ramirez), Wanitzek, Eichinger (64. Eggloff) – Fukuda
Ergebnis: 2:2
Tore: 1:0 Gindorf (26.), 2:1 Hartel (38.) | 1:1 Fukuda (28.), Pinto Pedrosa (85.)
Gelbe Karten: Thordarson (5.), Allgeier (45.), Taibi (45.+4), Tomiak (65.) | Eichinger (34.), Kobald (64.)
Schiedsrichter: Tom Bauer
Ort: Heinz von Heiden Arena
Zuschauende: 39.600











