Rugby, Fördermitgliedschaft und Musik

Das ist Hannover!

Vorberichte von Luca Mletzko

Der 4. Spieltag der 2. Bundesliga steht an und unser KSC ist am Freitagabend um 18:30 Uhr zu Gast bei Hannover 96. Alles Wissenswerte rund um die Niedersachsen erfahrt ihr in der Gegnervorstellung!

Fans von Hannover

Gründung und Geschichte

Der „Hannoversche Fußball-Club von 1896“ wurde am 12. April desselben Jahres durch ehemalige Bürgerschüler gegründet. Eine Bürgerschule, auch bekannt als Volksschule, war eine städtische Einrichtung, die ihre Schüler nicht auf die Universität, sondern auf kaufmännische und handwerkliche Bereiche vorbereitete. Die Gründer, von denen bis heute nicht alle namentlich ermittelt werden konnten, trafen sich zu einem Match auf einem Spielplatz und nahmen sich anschließend der Vereinsgründung an. Ursprünglich betrieben die Niedersachsen das sogenannte „Rugby-Fußball“ oder „Fußball mit Aufnehmen des Balles“, ehe der Verein 1899 zur heute bekanntesten Ballsportart der Welt wechselte. Die Vereinsfarben sind nach wie vor Schwarz-Weiß-Grün, aber die Mannschaften spielten traditionell in roten Trikots, wodurch sie den Spitznamen „Die Roten“ erhielten.

„Wir sind Teil dieser Geschichte!“

Am 12. April dieses Jahres feierte der Hannoversche Sportverein von 1896 e.V. sein 130-jähriges Jubiläum. Passend dazu startete der Verein eine neue Kampagne, in der unterschiedliche Gruppierungen in den Fokus gestellt werden. Sie repräsentieren die Vielfalt der Gesellschaft und der 96-Fans, die den Club seit Jahrzehnten begleiten und prägen. Das Motto „Wir sind Teil dieser Geschichte!“ stammt aus einem sehr beliebten Fangesang der eigenen Fans, indem sie sich selbst als Teil des Sportvereins besingen. Primäres Ziel dieser Kampagne ist es, Fans dazu zu bewegen, ihre emotionale Verbundenheit öffentlich zu machen, insbesondere durch die Fördermitgliedschaft, wodurch sie aktiv Teil der Vereinsgeschichte werden und die Zukunft mitgestalten können. Auch die Profis sind als Teil dieser Kampagne miteingebunden, indem sie gemeinsam mit den Fans gezeigt werden, um die Einheit zwischen Basis und Vereinsspitze zu symbolisieren.

Heinz-von-Heiden-Arena

Ihre Heimspiele bestreiten die Hannoveraner in der Heinz-von Heiden-Arena, welche Platz für 49.000 Zuschauer bietet. Die im Jahr 1954 eröffnete Spielstätte der 96er, damals noch „Niedersachsenstadion“ genannt, fasste ursprünglich sogar 86.656 Plätze und wurde mithilfe von Trümmerschutt aus dem zweiten Weltkrieg gebaut. Das Stadion wurde mehrfach modernisiert und vor der Fußball-WM 2006 umfassend renoviert. Das Stadion des damaligen Bundesligisten diente während des Sommermärchens als Austragungsort für vier Vorrundenspiele und ein Achtelfinale. Im Jahr 2011 wurde die Straße vor der Arena offiziell in die „Robert-Enke-Straße“ umbenannt, in Gedenken an den 96- und DFB-Torhüter Robert Enke, der sich am 10. November 2009 das Leben nahm. Zusätzlich gründeten der Deutsche Fußball-Bund gemeinsam mit dem Ligaverband und Hannover 96 im Januar 2010 die Robert-Enke-Stiftung, welche die Maßnahmen und Initiativen zur Erforschung und Behandlung der Krankheit Depression fördert.

Spieler, die Brücken schlagen

Es gibt einige bekannte Spieler, die eine Vergangenheit mit dem KSC und Hannover 96 teilen. Aktuelle Beispiele sind Marcel Franke und Sebastian Jung, die beide vor ihrer Zeit beim Karlsruher SC das Trikot der 96er trugen. Auch unser Torwarttrainer Markus Miller stand einst bei den Niedersachsen unter Vertrag. Und nicht zu vergessen: Lars Stindl. Geboren im pfälzischen Speyer und aufgewachsen im badischen Waghäusel, entdeckte unsere ehemalige Nummer dreizehn im Alter von drei Jahren das Fußballspielen für sich. Seine Karriere startete in der Jugendabteilung des TSV Wiesental, ehe er mit zwölf Jahren in die Nachwuchsabteilung des KSC wechselte und dort zum Profispieler heranreifte. In seiner ersten kompletten Bundesligasaison 2008/09 bestritt er 23 Partien und konnte vier Tore für den KSC erzielen. Nach dem Abstieg trug er noch ein weiteres Jahr das blau-weiße Trikot, bevor er zurück in ins Oberhaus wechselte – zu Hannover 96. Der Offensiv-Allrounder absolvierte 131 Bundesligaspiele für die Roten und war ein sehr flexibel einsetzbarer Spieler, der so gut wie jede Position im offensiven Mittelfeld und Angriff bekleiden konnte. Als neuer Kapitän übernahm Stindl immer mehr Verantwortung und gewann an enormer Wichtigkeit für die 96er. Seinen Abgang nach Borussia Mönchengladbach beschrieben die Niedersachsen als einen sportlichen und vor allem menschlichen Verlust. Den Höhepunkt seiner Karriere feierte Stindl im Jahr 2017, als der damals 28-jährige für die deutsche Nationalmannschaft debütierte und darüber hinaus noch weitere zehn Mal den Adler auf der Brust tragen durfte. Zum Abschluss seiner Karriere kehrte der Karlsruher Bub noch einmal in die Fächerstadt zurück, bevor er seine Fußballschuhe im Juli 2024 endgültig an den Nagel hing.

UNESCO City of Music

Seit 2014 gehört Hannover zu einer von 72 Städten weltweit, die dem Netzwerk der UNESCO City of Music angehören. Neben Mannheim ist sie die einzig deutsche Vertretung mit diesem Titel. Diese Auszeichnung würdigt die außergewöhnliche musikalische Vielfalt und Exzellenz der Musikausbildung in der Stadt. Alle zwei Jahre werden weitere Mitglieder aufgenommen. Die zugehörigen Städte verpflichten sich, den Musikstandort nachhaltig weiterzuentwickeln, Diversität zu fördern und Kooperationen innerhalb des UNESCO-Netzwerks auszubauen. Die Niedersachsen haben im Zuge dieses Projekts Menschen aus verschiedenen Genres und Ländern zusammengeführt, von Reggae bis hin zu Metal, von Südkorea bis England. Zum zehnjährigen Jubiläum als UNESCO City of Music gab es in Hannover ein Jahr lang Kultur-Kioske, die Kunst, Musik und Geschichte auf kleinem Raum zusammenbrachten.


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