Moritz Broschinski im Interview

"Fleißig und geduldig"

Vorberichte von Jan Hoffmann

Er kam, sah und traf! Mit seinem Doppelpack gegen Bielefeld zeigte Moritz Broschinski auf Anhieb, was er draufhat. Am zweiten Spieltag verletzte sich unser Neuzugang allerdings am Sprunggelenk und ist seither zum Zuschauen gezwungen. Im Interview mit ksc.de sprach der Angreifer über die Operation, seine Reha und die persönlichen Ziele. Viel Spaß beim Lesen!

Broschinski im KSC-Trikot
Broschinski im Krankenhaus

ksc.de: Mo, das Wichtigste zuerst: Wie geht es dir?

Moritz Broschinski: So weit, so gut. Seit der Operation am Sprunggelenk mache ich in der Reha jeden Tag kleine, aber konstante Schritte nach vorne. Verletzt zu sein ist nie toll, es bringt aber nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Mein Blick geht nach vorne.

ksc.de: Wie sieht aktuell dein Alltag in der Reha aus?

Moritz: Ich befinde mich für die Reha und Physiotherapie in München. Hier habe ich einen festen Tagesablauf, der jeden Morgen erst einmal mit dem Frühstück startet [schmunzelt]. Im Laufe des Tages habe ich dann zwei feste Termine. Eine Behandlung und ein Training. Beide Maßnahmen sind speziell auf meinen Reha-Verlauf abgestimmt und bringen mich stetig weiter. Das Training besteht aus verschiedenen Fußübungen. Dabei wird beobachtet, wie mein Körper darauf reagiert. Es ist ein gutes Gefühl zu sehen, dass ich das Sprunggelenk mehr und mehr belasten kann. Ich habe wohl relativ gutes Heilfleisch. [lacht]

ksc.de: Gibt es denn schon eine Prognose, wann wir dich wieder auf dem Platz sehen werden?

Moritz: Umso früher ich fit bin, desto besser. Wir müssen hier aber vorsichtig sein. Ich schaue von Tag zu Tag und sehe die Fortschritte. Es ist wichtig, nichts zu überstürzen. Momentan bin ich noch auf Krücken unterwegs, die kann ich hoffentlich in circa zehn Tagen abgeben. Die nächsten Wochen bin ich noch in München, Anfang Dezember komme ich nach Karlsruhe zurück, um dann individuell mit Reha-Trainer Wendelin Wäcker im Kraftraum und auf dem Platz zu arbeiten. Mein Ziel und Wunsch ist es, im Januar mit dem Team ins Trainingslager zu fahren und dort komplett mitwirken zu können. Bis dahin ist es aber noch ein Weg. Ich bleibe fleißig und geduldig. Toi, toi, toi.

ksc.de: Werfen wir einen Blick auf die Zeit vor deiner Verletzung im Südwestderby. Du bist neu zu uns nach Karlsruhe gekommen und hast dich vom ersten Moment an nahtlos in die Mannschaft eingefügt. Wie hast du deinen Start in Karlsruhe erlebt?

Moritz: Sehr positiv! Ich spüre das große Vertrauen und die tolle Unterstützung, die mir entgegengebracht wird - egal von wem: Von unseren Fans, von meinen Mitspielern, Trainern und den Verantwortlichen. Das hat für mich von Anfang an eine große Rolle gespielt. Auch wenn ich gerade nicht vor Ort sein kann, fühlt es sich gut an, Teil des KSC zu sein.

ksc.de: Du sprichst die Unterstützung an. Wie sieht diese während deiner Reha aus?

Moritz: Ich habe einen sehr engen Austausch mit dem Trainerteam, der medizinischen Abteilung und meinen Teamkollegen. Zwar bin ich nicht so nah dran, wie wenn ich mittrainiere, dennoch ist mir der Kontakt natürlich sehr wichtig. Vergangene Woche war ich auf dem Gelände, habe die Jungs mal wieder besucht und mit dem Team gesprochen. Außerdem wird meine Reha protokolliert und der Verlauf sowie die Erkenntnisse mit dem Club besprochen und abgestimmt.

ksc.de: In deinen ersten Spielen haben wir dich als lauten, emotionalen Stürmer kennengelernt, der alles auf dem Platz lässt. Wie sieht es denn aus, wenn du die KSC-Spiele im Fernsehen schaust?

Moritz: Ich bin sehr emotional bei der Sache. Es ist ein ungewohntes Gefühl, wenn die Hände beziehungsweise in meinem Fall die Füße gebunden sind und ich dadurch dem Team nicht auf dem Platz helfen kann. Die Anspannung während der Spiele ist kaum auszuhalten, mir bleibt momentan aber nichts anderes übrig als so fest wie möglich die Daumen zu drücken. Umso schöner wird es, wenn ich endlich wieder mitwirken kann.

ksc.de: Sportlich durchlebt unser KSC derzeit eine herausfordernde Phase. Du kennst die Jungs und weißt aufgrund deiner aktuellen Situation auch wie es ist, von außen die Spiele und Ergebnisse zu verfolgen. Gibt es etwas, das du den KSC-Fans in der aktuellen Lage mitgeben kannst?

Moritz: Weder wir Spieler noch die Fans dürfen nervös werden. Der Unmut über die Ergebnisse ist absolut verständlich. Jeder Fan kann sich aber sicher sein, dass es den Jungs auf dem Platz und in der Kabine nicht anders geht. Ich habe in meiner bisherigen Fußballerkarriere schon die ein oder andere schwierige Phase erlebt. Es ist essenziell, dass der gesamte Club noch enger zusammenrückt und sich jeder hinterfragt, was er investieren kann, um erfolgreich zu sein. Ich sehe Woche für Woche die tolle Unterstützung unserer Fans, gerade auch jetzt, wenn es nicht einfach ist. Die Mannschaft braucht das! Wichtig ist, dass wir nicht mit dem Finger auf andere zeigen, bei uns bleiben und jeden Tag alles geben, um besser zu werden. Ich für meinen Teil werde weiter eifrig in der Reha arbeiten, damit ich dem Team bald wieder auf dem Platz helfen kann.


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