Auch der Profifußball braucht freiwillige Helfer

von Daniel Heinz

Rund eine Million Ehrenamtler kümmern sich Tag für Tag und Wochenende für Wochenende um die Fußballer in Deutschland und ermöglichen die Spiele, das Training, die Vorbereitung und vor allen Dingen die Entwicklung – heutzutage nicht nur im sportlichen sondern auch im persönlichen Bereich.

Ein Sportplatz irgendwo in Deutschland. Wie an jedem Wochenende gehen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Männer und Frauen dem Fußballsport nach, mit Freude und Begeisterung. Doch an diesem Wochenende ist alles anders. Mitten im Spiel verschwindet der Trainer wie von Geisterhand und niemand ist da, um den jungen Talenten in ihrer Entwicklung weiter zu helfen. Auch die Eltern, die sich Woche für Woche um das Waschen der Trikots kümmern, die Kuchen backen und Getränke besorgen, sind plötzlich nicht mehr da. Es fehlt der Schiedsrichter, der für einen ordnungsgemäßen Spielablauf sorgt, der Platzwart, der sich um den Aufbau der Tore, der Fahnenstangen und der Markierungslinien kümmert, die Eltern, die die Kinder zu den Spielen bringen und für eine ganz spezielle Atmosphäre sorgen. In diesem Moment stehen die Kinder alleine da, ohne Betreuung, ohne Trikots, ohne Getränke und ohne Tore!

Zum Glück sieht die Wahrheit auf den Plätzen der rund 26.000 deutschen Fußballvereine ganz anders aus. Rund eine Million Ehrenamtler kümmern sich Tag für Tag und Wochenende für Wochenende um die Fußballer in Deutschland und ermöglichen die Spiele, das Training, die Vorbereitung und vor allen Dingen die Entwicklung – heutzutage nicht nur im sportlichen sondern auch im persönlichen Bereich. All das machen die „Spielmacher im Hintergrund“ ohne Bezahlung, aus Freude an der Tätigkeit und den persönlichen Erfolgen, die sie für sich, für den Verein und dessen Mitglieder immer wieder erzielen können. Darüber hinaus helfen sie beim Neubau oder Umbau des Vereinsheims, kümmern sich um die Pflege der Sportanlage oder richten Turniere aus.

Doch das ist längst nicht alles. Ehrenamtliche Mitarbeiter koordinieren die Trainings- und Spielzeiten, betreuen die Schiedsrichter, besetzen das Kassenhäuschen oder kümmern sich als Ordner um einen reibungslosen Ablauf auch außerhalb des Feldes. Da wo andere hoch bezahlte Profis einsetzen, engagieren sich Ehrenamtler ohne Bezahlung in der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, beim Gewinnen neuer Mitglieder, bei der Suche und der Pflege von Sponsoren und auch bei der Aktualisierung des Internetauftritts – und das mit großem Erfolg.

Auch der Profifußball profitiert von den vielen Freiwilligen an der Basis. All die jungen Talente, die in die Profiligen oder auch in die Nationalmannschaft nachrücken, werden zunächst in den Amateurvereinen gefordert und gefördert. „Die Spieler, die später einmal in der Nationalmannschaft im Rampenlicht stehen, beginnen als Kinder mit dem Fußball in Vereinen, in denen ausschließlich Ehrenamtliche die Verantwortung tragen. Gerade diese Menschen darf man nie vergessen: Ohne sie hätten wir letztendlich auch in der Nationalmannschaft keinen Erfolg. Die vorbildliche Arbeit der Ehrenamtlichen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, kann daher nicht hoch genug gewürdigt werden“, weiß auch Bundestrainer Jogi Löw.

Diese enorm wichtige Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Nachwuchsförderung aber auch für die Durchführung eines jeden Bundesligaspiels ist natürlich auch der DFL Deutsche Fußball-Liga, dem Deutschen Fußball-Bund und den Spitzenvereinen bewusst. Daher wird zum KSC-Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen - wie in allen anderen Stadien der Bundesliga,  der 2. Bundesliga, der neuen 3. Liga sowie der Frauen-Bundesliga -  der Einsatz der vielen freiwilligen Helfer in den Vereinen gewürdigt. Ohne diese Menschen könnte man Spiele nicht in der gewohnten Qualität verfolgen!

Der DFB selber engagiert sich mit der „Aktion Ehrenamt“ schon seit über zehn Jahren für die Anerkennung und Pflege bestehender Ehrenamtler aber auch für die Gewinnung von neuen freiwilligen Helfern für die Vereine. Höhepunkte sind die Verleihung des DFB-Ehrenamtspreises an 350 ehrenamtliche Vereinsmitarbeiter aus allen Fußballkreisen Deutschland sowie die Berufung von 100 besonders engagierten Ehrenamtlern in den Club 100, deren Mitglieder im Oktober im Vorfeld des Länderspiels gegen Russland im Signal Iduna Park geehrt wurden. Darüber hinaus berät und unterstützt ein einzigartiges Netzwerk von 13.000 Ehrenamtsbeauftragten ihre Vereine in allen Fragen des Ehrenamtes.

Das Ehrenamt bietet dem Einzelnen viele Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung, unvergessliche Erfahrungen, Erfolgserlebnisse und vor allen Dingen eine Menge Spaß an der Aufgabe, in einem tollen Team jungen Menschen ihren Sport zu ermöglichen. Denken auch Sie über die Chancen eines Ehrenamtes im Fußball nach, informieren Sie sich über die Möglichkeiten in Ihrem Heimatverein. Gemeinsam mit Ihnen schaffen wir es auch weiterhin Woche für Woche, dass fröhliche Kindergesichter das Bild der deutschen Fußballplätze prägen und das zu Beginn beschriebene Szenario nicht zur Wirklichkeit wird.


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