Ausschreitungen sorgen für Spielunterbrechung

Mit Leucht Raketen schossen kriminelle Zuschauer aus dem Gästeblock in Richtung Gegengerade. Dynamo Präsident Rudi verurteilte das Verhalten der mitgereisten Gewalttäter. KSC Manager Dohmen fordert Konsequenzen für die Dresdner.

Von Andreas Eisinger
Jochen Rudi ist nicht zu beneiden. Wo immer der Präsident von Dynamo Dresden mit seiner Mannschaft zu Gast ist, muss er sich am Ende entschuldigen. Um 19.21 stand er am Spielfeldrand und sah machtlos zu, wie geistesarme Zuschauer aus dem Dynamo Fanblock Leuchtraketen in die Menge der KSC Fans schossen. Ernsthaft zu Schaden kam bei den Ausschreitungen nach derzeitigem Stand zwar niemand ein gewaltbereiter Teil ihres Anhangs wird die Dresdner aber weiterhin beschäftigen. "Das Problem verfolgt uns seit vielen Jahren", sagte Rudi später bei der Pressekonferenz und schüttelte resigniert den Kopf. "Wenn wir es jetzt nicht in den Griff bekommen, mache ich das nicht mehr mit."

Rund zehn Minuten lang warteten die Spieler beider Mannschaften in ihren Kabinen auf die Fortsetzung der Partie, während draußen die Randale wütete; Schiedsrichter Helmut Fleischer drohte gar mit einem Spielabbruch. Und das, obwohl Dresden am Drücker war, dem Führungstreffer näher als der KSC. "Nicht mal so etwas merken sie", schimpfte Trainer Christoph Franke. Und Jochen Rudi entschuldigte sich, der Verein sei bestürzt und werde mit aller Härte gegen die Gewalttäter vorgehen. "Die machen den Fußball von Dynamo Dresden kaputt, wegen 25 Chaoten kommt ein schlechtes Bild auf." Alleine die Fernsehbilder zeigen aber, dass sich mehr als zwei Duzend gewaltbereiter Zuschauer im Gästeblock befanden ein Einwand, den auch KSC Manager Rolf Dohmen vorbrachte. Warum der Traditions Club mit den Aggressionen innerhalb der eigenen Anhängerschaft nicht zurande kommt, kann Präsident Rudi nicht beantworten. Möglicherweise liegt es an der mangelnden Zusammenarbeit zwischen Dynamo und der Dresdner Polizei zumindest appellierte Rudi mehrfach an die Polizei, er wünsche sich Videobänder zur Auswertung, "um diese Leute aus dem Stadion zu verbannen."

Rolf Dohmen geht das nicht weit genug: "5 bekommen Stadionverbot und dahinter kommen 15 Neue", erklärte der Manager und forderte: "Dann müssen die Dresdner Fans eben mal ausgesperrt werden!" Das träfe auch die wahren Anhänger die aber, führte Dohmen weiter aus, wüssten am besten, welche Leute den Fußball in ein schlechtes Licht rücken. Ein Vorschlag, den Rudi ablehnt, auf den Großteil friedlicher Fans verweist und dabei auch bei Dohmen auf Verständnis stößt: "Das wäre eine Schande für den Verein, jeder will seine Fans dabei haben.

Die Frage ist, ob man dem Problem auf andere Weise beikommen kann. 450 Polizisten, 270 Ordner und ein Hubschrauber wachten im und über dem Stadion; doch auch sie konnten das Treiben der kreuzdummen Raketen Werfer nicht verhindern. Schon nach dem Pokal Auftritt bei den Sachsen fuhren KSC Fans wenige Wochen später zum Hinrunden Spiel mit gemischten Gefühlen nach Dresden. "Ich habe Bilder gesehen, auf denen unsere Fans gezittert haben, Eltern haben sich Sorgen um ihre Kinder gemacht", verschärfte Dohmen den Ton. Was im am Freitagabend im Wildpark passiert ist, sei eine Unverschämtheit, die Täter ganz arme Menschen.

Das alleinige Problem der Dresdner sind sie aber nicht: Wegen der Leucht Raketen droht dem KSC als Veranstalter eine Geldbuße des Deutschen Fußball Bundes. "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es aber einfach nicht", erklärte Präsident Hubert H. Raase. Dohmen pflichtet ihm bei: "Auch mit dem vielfachen Aufgebot kann man keine 2.500 Leute so genau kontrollieren, um das zu verhindern. Die haben zu viele Tricks auf Lager." Die Karlsruher werden Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten, Dynamo Dresden möchte das gleiche tun. Ein Tropfen auf den heißen Stein ist Jochen Rudis Ankündigung, zumindest drei der Übeltäter von der Laufbahn aus erkannt zu haben. "Beim nächsten Heimspiel werde ich mit den Sicherheitskräften in den Block gehen und diese Leute rausziehen!" Das Problem dürfte damit kaum gelöst sein.


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