Knappes 0:1 gegen Nürnberg
Das zweite Heimspiel in Folge stand an und wir empfingen am 6. Spieltag der 2. Bundesliga den 1. FC Nürnberg. Die Franken reisten am Samstagmittag als Tabellenzweiter in den BBBank Wildpark und siegten mit 0:1. Alle Infos zur knappen Heimniederlage gibt es im Spielbericht zum Nachlesen.

Max Senfts Taktik
Auf die 0:3-Niederlage aus der vergangenen Woche reagierte unser Trainer mit zwei personellen Wechseln, taktisch änderte sich nichts. Wie schon gegen Cottbus spielten wir erneut in einer 4-4-2-Formation mit Raute. In der Abwehrreihe gab es keine Anpassungen, aber im Mittelfeld nahm Senft zwei Änderungen vor. Auf der tiefen Sechserposition spielte erneut Danyal Zor, aber auf den beiden Achterpositionen durften Lilian Egloff für Tim Civeja und auf der anderen Seite Viktor Bergh für Noel Eichinger starten. Marvin Wanitzek komplettierte wie gewohnt das Vierer-Mittelfeld und gab den offensiven Spielmacher. In vorderster Reihe vertraute unser Cheftrainer erneut auf das Sturmduo Fukuda/Ben Farhat. Kevin Wiethaup, Sebastian Jung und Moritz Broschinski standen leider auch an diesem Samstag nicht zur Verfügung. Letzterer wurde nach dem diagnostizierten Teilrisses des hinteren Syndesmosebands in dieser Woche erfolgreich operiert. Wiethaup und Jung fielen aufgrund eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel aus.
Das Spiel in der Zusammenfassung
Ruhiger Start
Bei bestem Fußballwetter pfiff der Unparteiische Timo Gansloweit die Partie um 13:00 Uhr an. Das Spiel begann zunächst etwas schleppend, beide Mannschaften tasteten sich langsam hinein. In der 6. Minute offenbarte Nürnbergs Keeper Reichert eine kleine Unsicherheit, als er nach einem Rückpass Probleme hatte, den Ball zu kontrollieren und die Kugel an den Außenpfosten rollte. Kurz darauf gelang dem FCN der erste Vorstoß über die linke Seite: Zoma trieb die Kugel über die Außenbahn nach vorne und zog nach innen, aber unsere Hintermannschaft war hellwach und konnte klären. Nach einer Viertelstunde bekamen die Franken einen Freistoß aus halbrechter Position zugesprochen, die Hereingabe fand jedoch keinen Abnehmer. Nach zwanzig Minuten traute sich auch unser KSC das erste Mal in die Nähe des gegnerischen Kastens, aber Wanitzeks Steckpass blieb am Sechzehner hängen. Die Fächerstädter verteidigten kompakt und scheuten sich vor keinem Zweikampf, exemplarisch schmiss sich Deniz Ofli in der 24. Minute in die Flanke von Zoma und verhinderte damit die Hereingabe. Kurz danach verzeichneten die Nürnberger den ersten nennenswerten Abschluss auf unser Tor: Janisch bekam das Leder am rechten Strafraumeck und visierte das lange Eck an, doch Hansi Bernat war auf seinem Posten und parierte den strammen Schuss. In Folge eines Fehlpasses im eigenen Umschaltmoment marschierte wieder Zoma auf der linken Seite in Richtung Tor und legte auf der Grundlinie angekommen zurück in die Mitte, sein halbhoher Pass segelte durch den Fünfmeterraum, aber fand keinen Mitspieler.
FCN-Treffer vor der Pause
Die erste halbe Stunde gehörte eindeutig der Elf von Miroslav Klose. Der FCN kontrollierte das Spielgeschehen und hatte bis dahin über 80% Ballbesitz. In der 30. Minute belohnten sich die Nürnberger und erzielten durch Ali Zoma das 1:0. Nach schnellem Direktpassspiel durch das Zentrum legte Fernandez die Kugel in den Lauf des Top-Torjägers der 2. Bundesliga. Der pfeilschnelle Linksaußen nahm die Kugel mit dem ersten Kontakt mit und traf in den rechten Winkel.
Unser KSC war bemüht, eine direkte Antwort zu finden, doch Marcel Frankes Kopfball nach einem Freistoß aus dem linken Halbfeld war zu harmlos (35.). Nur wenige Augenblicke später hatte unser Kapitän die nächste Chance: Janisch verlor den Ball am eigenen Strafraum und unsere Nummer zehn schloss direkt ab, scheiterte aber an Reichelt.
Die Partie nahm Fahrt auf
Gegen Ende der ersten Hälfte entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. In der 40. Minute gewann der FCN den Ball in der eigenen Hälfte und schaltete blitzschnell um. Über wenige Stationen landete der Ball bei Scobel, der Fahrt aufnahm und in letzter Sekunde von Marcel Franke gestoppt werden konnte. Doch gerade als unsere Jungs besser ins Spiel fanden, ging es auch schon in die Pause. So liefen wir zur Halbzeit verdientermaßen einem 0:1-Rückstand hinterher.
Mit Schwung aus der Kabine
Der FCN kam gut aus der Kabine und machte direkt weiter Druck. Wieder war es Ali Zoma, der unsere linke Abwehrseite immer wieder vor Probleme stellte und vom Anstoß weg die erste gefährliche Situation einleitete. Nach einem starken Dribbling legte er den Ball zurück auf Markhiyev, dessen flache Hereingabe bei Bernat landete. Max Senft wechselte zur Halbzeit zweimal und brachte neben Sandro auch den 19-jährigen Jason Ponente-Ramirez. Beide Einwechslungen fügten sich gut ins Spiel ein und brachten mit ihrer ersten Situation frischen Wind in unsere Karlsruher Mannschaft. Sandro fing in der 48. Minute einen Ball am eigenen Sechzehner ab und leitete den Gegenstoß ein. Über Marvin Wanitzek landete der Ball am Ende bei Ponente-Ramirez, der entschlossen das Eins-gegen-Eins suchte und von der Strafraumkante abzog. Sein Abschluss stellte allerdings kein Problem für den Nürnberger Schlussmann dar.
Abseits verhinderte Anschlusstreffer
Leider konnte unser KSC den Schwung in der Folge nicht aufrechterhalten und so übernahm Nürnberg wieder die Kontrolle. Nach einem Eckball von links herrschte kurz Chaos und Becker versuchte es im Gedränge per Hacke, doch Wanitzek konnte blocken. Die Franken rannten weiter an und kamen durch Janisch auf der rechten Seite zum Flanken, aber Marcel Franke klärte vor dem einschussbereiten Scobel.
In der 64. Minute brachte Rafael Pinto Pedrosa den BBBank Wildpark zum Beben – jedoch nur kurz. Viktor Bergh stand beim Pass von Wanitzek im Abseits, bevor er die Kugel auf Pinto Pedrosa ablegte, der daraufhin aus rund 18 Metern zum vermeintlichen Ausgleich traf. Nürnbergs Nummer eins tauchte zwar ab, aber die Kugel rutschte ihm durch – Glück für den FCN.
BBBank Wildpark gab alles
Die Fans hatten den Jubelschrei somit schon kurz erprobt und peitschten die Mannschaft im Anschluss lautstark nach vorne. Max Senft brachte zudem zwei neue Kräfte: Neben Noel Eichinger feierte Neuzugang Héliton sein Debüt für Blau-Weiß. Karlsruhe schmiss alles in die Waagschale und trieb den Ball immer wieder vor das Nürnberger Tor, blieb im Abschluss aber ohne Erfolg. So auch in der 80. Minute, als Wanitzek zum Distanzschuss ansetzte und den eigenen Mann abschoss. Die Franken konzentrierten sich gegen Ende der Partie vermehrt aufs Kontern über ihre schnellen Außenspieler und kamen in der Nachspielzeit durch den eingewechselten Ghrieb nochmal zu einer Großchance. Seinen Versuch konnte der ebenfalls frische Väänänen auf der Linie klären.
Fazit & Ausblick
Trotz einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang muss unser KSC am Ende eine 0:1-Niederlage hinnehmen. Der 1. FC Nürnberg blieb seiner Favoritenrolle über weite Strecken gerecht und setzt sich mit dem Sieg an der Tabellenspitze fest. Blau-Weiß hat nach den ersten sechs Spielen mit fünf Punkten hingegen noch Luft nach oben. Aufgrund der anstehenden Länderspielpause spielen wir erst wieder am 11.10., dann geht auswärts beim FC St. Pauli um die nächsten drei Punkte.
Die Daten zur Partie
Nürnberg: Reichert – Janisch, Kalogeropoulos, Otto (Mandic 79.), Porstner – Markhiyev, Fernandez, Becker (Lubach 70.) – Justvan (Böving 70.), Scobel (Haugen 90.), Zoma (Ghrieb 90.)
KSC: Bernat – Pinto Pedrosa, Franke, Kobald (Héliton 71.), Ofli – Zor (Väänänen 86.), Bergh (Eichinger 70.), Egloff (Sandro 46.), Wanitzek – Fukuda, Ben Farhat (Ponente-Remirez 46.)
Ergebnis: 0:1
Tore: 0:1 Zoma (30.)
Gelbe Karten: 67. Markhiyev | 21. Franke, 38. Ofli, 72. Eichinger
Schiedsrichter: Timo Gansloweit
Ort: BBBank Wildpark
Zuschauende: 31.067











