EM-Qualifikation

Dirk Carlson exklusiv im Länderspiel-Interview

Profis

Die Luxemburgische Nationalmannschaft spielte zur EM-Qualifikation in einer Gruppe mit Portugal, Serbien, Litauen und der Ukraine. Unter ihnen: Ein Karlsruher. Dirk Carlson stand in sieben von acht möglichen Partien in der Startelf und überzeugte mit starken Leistungen. Über seine Eindrücke und Erfahrungen sprach unsere Nummer 23 im Interview mit dem KSC.

Was war dein persönliches Highlight der Länderspiele?
Ich habe ein super Spiel gemacht gegen Portugal, die natürlich Europameister sind. Vielleicht war das sogar mein bestes Spiel überhaupt. Das macht Spaß und war mein Highlight.

Wie fühlt sich das an, mit gerade einmal 21 Jahren zum festen EM-Qualifikationsaufgebot der Nationalmannschaft zu gehören?
Das ist natürlich eine große Ehre und ich sehe das als Belohnung für meine harte Arbeit. Nichtsdestotrotz muss ich mich immer wieder beweisen und immer alles geben, um diesen Platz in der Nationalmannschaft halten zu können. Nichts ist selbstverständlich!

Hast du international ein Vorbild?
Absolut. Im physischen und aggressiven Aspekt auf jeden Fall Sergio Ramos. Mein Spielertyp wäre aber eher Andrew Robertson vom FC Liverpool, der spielt einfach, läuft viel und schlägt super Flanken.

Waren deine Eltern in Luxemburg im Stadion?
(Lacht) Tatsächlich, meine Mutter sieht mich eigentlich nicht gerne Fußballspielen. Sie hat immer große Angst, dass etwas passiert. Sie war gegen Portugal seit zehn Jahren mal wieder im Stadion und genau dann mache ich ein super Spiel. Ab jetzt muss sie immer kommen und zuschauen.

Du hast erzählt, dass du gerne Rekordspieler der luxemburgischen Nationalmannschaft werden möchtest?
(Lacht) Ich habe große Ziele mit der Nationalmannschaft und eines davon ist es, die meisten Spiele zu machen. Bisher habe ich 23 Partien gespielt und es gilt die 101 zu schlagen. Also 102 Spiele sind das Ziel, mindestens!

Wie stehst du zu Nationaltrainer Luc Holtz?
Ich habe Luc sehr viel zu verdanken. Er hat mich schon mit 17 Jahren zu einem A-Nationalmannschaftstrainingslager mitgenommen und mit 18 habe ich dann mein erstes Länderspiel unter ihm gemacht. Ich bin ein riesen Fan. Obwohl wir „nur“ Luxemburg sind, möchte er den Fußball in unserem Land immer weiterentwickeln und dabei ist er auf einem sehr guten Weg.

Wie ist das gegen Cristiano Ronaldo zu spielen?
(Lacht) Ich erinnere mich an das Spiel in Lissabon, da waren 51.000 Menschen im Stadion. Alleine das war natürlich schon nicht schlecht. Wir waren zehn Minuten vor den Portugiesen auf dem Rasen um uns warm zu machen. Plötzlich fing das ganze Stadion an zu schreien, da wussten wir sofort, dass jetzt der Gegner aus der Kabine kommt. Als dann Ronaldo das Stadion betrat, habe ich nur ihn fixiert, alle von uns. Ich habe mich vor dem Spiel ehrlicherweise nicht sehr gut warm gemacht und bin dann zurück in die Kabine um mich nochmal mental vorzubereiten. Und dann stehst du im Tunnel neben Ronaldo und wartest auf den Schiedsrichter, bis der das Zeichen zum Einlaufen gibt. Ich habe Ronaldo angeglotzt und musste nur lachen. Als das Spiel dann los ging habe ich es einfach nur genossen. Das sind die Momente, für die man als Fußballer lebt und kämpft. Aber auch das Rückspiel in Luxemburg war der Wahnsinn. Natürlich sind da nicht so viele Zuschauer im Stadion wie in Lissabon, aber vor heimischer Kulisse macht das Fußballspielen doch immer mehr Spaß. Mein Cousin, der in Amerika lebt, ist extra für das Spiel gegen Portugal nach Hause geflogen, um mit meiner Mutter die Partie gegen Ronaldo zu sehen.

Hast du mit Ronaldo gesprochen?
Nach dem Spiel in Portugal habe ich lange mit Bernardo Silva (Manchester City) gesprochen. Mit Ronaldo habe ich nur abgeklatscht. Nach dem Rückspiel wollte sich dann niemand mehr mit mir unterhalten, weil ich sehr aggressiv gespielt und auch etwas provoziert habe (schmunzelt).

Nicht zu vergessen, deine Vorlage im Spiel gegen Serbien. Was macht dich glücklicher, der Assist oder die Spiele gegen Portugal?
Die Vorlage ist eine kleine Belohnung für meine Arbeit, nichtsdestotrotz haben wir das Spiel verloren und dann nutzt mir dieser Assist eigentlich nichts. Natürlich ist so etwas gut für das Selbstvertrauen und eine Torvorlage für die Nationalmannschaft ist auch immer etwas Besonderes. Ich denke meine starke Leistung, besonders im Rückspiel gegen Ronaldo, wird mir allerdings stärker in Erinnerung bleiben.

Wie unterscheiden sich denn die Stimmungen in den Mannschaften zwischen KSC und Nationalmannschaft?
Eigentlich gibt es keine Unterschiede. Wir beim KSC sprechen alle die gleiche Sprache und es herrscht eine sehr familiäre Stimmung. Wir kämpfen alle füreinander: Ich bin super gerne hier. In Luxemburg ist das ähnlich, beide Mannschaften wirken als Familie.


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2:2
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