Das ist Magdeburg
Am 9. Spieltag der 2. Bundesliga sind wir zu Gast beim 1. FC Magdeburg. Bevor wir am Samstag, den 24. Oktober um 13:00 Uhr in der Avnet Arena um die nächsten Punkte kämpfen, stellen wir euch unseren Gegner vor! Wir blicken auf die Erfolge zu Zeiten der DDR, schauen auf die Rückkehr in den Profifußball und erklären, was es mit der „Ottostadt“ auf sich hat. Das und weitere interessante Fakten über den FCM gibt es hier zum Nachlesen, viel Spaß!

Gründung und Historie
Der 1. FC Magdeburg wurde am 22. Dezember 1965 durch die Ausgliederung der Fußballabteilung des SC Magdeburg gegründet und ist mit 16.000 Mitgliedern der größte Sportverein in Sachsen-Anhalt. Die Vereinsfarben sind blau-weiß und seit der Saison 2024/25 stellt der FCM erstmals auch eine Frauen-Fußballmannschaft. Der 1. FC Magdeburg zählt zu den erfolgreichsten und populärsten Vereinen in der Geschichte des DDR-Fußballs. Mit über 70 Europapokalspielen sowie 30 Partien im UEFA Intertoto-Cup, welcher den Vereinen, die in ihrer nationalen Liga knapp an der Qualifikation für den UEFA-Pokal gescheitert waren eine letzte Chance gab, sich nachträglich doch noch für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, gehört der FCM zu den prominentesten DDR-Fußballclubs in Europa.
Neue Heimat
Seit 2006 trägt der FCM seine Heimspiele in der Avnet Arena im Stadtteil Brückfeld aus. Wegen des zunehmenden Sanierungsbedarfs des fast 50 Jahre alten Ernst-Grube-Stadions beschloss der Stadtrat 2004 den Neubau einer modernen Fußballarena. Vorausgegangen war eine Unterschriftensammlung der FCM-Anhänger, auf der insgesamt 30.000 Fans unterzeichneten. Während der Bauarbeiten wich der 1. FC Magdeburg übergangsweise in das Heinrich-Germer-Stadion aus, bevor am 10. Dezember 2006 die neue Heimspielstätte eröffnet wurde. Eingeweiht wurde die Arena vom damaligen Präsidenten des Organisationskomitees der WM 2006 Franz Beckenbauer. Aufgrund von Problemen mit der Statik entschied sich die Stadt Magdeburg 2017 im Rahmen der notwendigen Umbaumaßnahmen für eine Erweiterung der Gesamtkapazität. Die Arbeiten begannen im Juli 2019 und ein halbes Jahr später war der Umbau abgeschlossen. Seitdem bietet die Avnet Arena Platz für 30.098 Zuschauer.
FCM international
1966/67 stieg der FCM in die DDR-Liga ab und Heinz Krügel übernahm das Traineramt der Blau-Weißen. Was damals noch keiner wusste: Mit diesem Trainerwechsel sollte der Club nicht nur den direkten Wiederaufstieg in die DDR-Oberliga realisieren, sondern auch eine goldene Ära des Vereins einleiten. Im Jahr 1972 sicherte sich der FCM unter Cheftrainer Heinz Krügel den ersten DDR-Meistertitel mit einer damals außergewöhnlich jungen Mannschaft und qualifizierte sich so für den Europapokal der Landesmeister. Zwei Jahre später in der Spielzeit 1973/74 gelang Magdeburg der zweite Meistertitel und sie krönten sich zudem zum einzigen Europapokalsieger der DDR. Im Endspiel von Rotterdam besiegte Krügels Mannschaft den AC Mailand mit 2:0. Damit schrieb der Club die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte und auch im Folgejahr dominierte der FCM die DDR-Oberliga und holte den dritten Ligatitel innerhalb von vier Jahren. Hinzu kommt, dass der Club zwischen den Jahren 1964 und 1983 sieben Mal im Finale des nationalen Pokalwettbewerbs (FDGB-Pokal) stand und jedes Mal gewann.
Rückkehr in den Profifußball
Nach der erfolgreichen Zeit in den 1970er Jahren musste der FCM in der jüngeren Vergangenheit eine schwierige Phase überstehen. In der Saison 2000/2001 gelang den Blau-Weißen als Oberligist noch eine historische DFB-Pokalserie und sie sorgten mit Siegen gegen den 1. FC Köln, unseren KSC und den FC Bayern München, bundesweit für Aufsehen. Aber trotz der sportlichen Highlight-Saison im Pokal schlitterte der Club wirtschaftlich in den Abgrund und der FCM musste im Juni 2002 aufgrund der nicht finanzierbaren Lizenz für die Regionalliga Insolvenz anmelden. Für den Verein stand nun die wirtschaftliche Sanierung im Vordergrund und der Club setzte sich das Ziel, langfristig in der 2. Bundesliga zu spielen. In der Spielzeit 2005/06 gelang Magdeburg der Aufstieg in die Regionalliga Nord, die bis zur Einführung der 3. Liga im Jahr 2008 die dritthöchste Spielklasse im deutschen Fußball war. Die Blau-Weißen verpassten allerdings den direkten Sprung in die neue eingeführte 3. Liga, dieser gelang erst in der Saison 2014/15. Der FCM erreichte nach 25 Jahren die Wende und war damit zurück im Profifußball. In der Saison 2018/19 spielte der 1. FC Magdeburg zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in der 2. Bundesliga und zählte, neben dem HSV als Bundesliga-Absteiger, zu den Neulingen der Liga. Der FCM belegte am Ende den 17. Tabellenplatz und stieg direkt wieder ab. Am 24. April 2022 siegten die Blau-Weißen am 35. Spieltag im eigenen Stadion mit 3:0 gegen den FSV Zwickau und machten den erneuten Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt. Seitdem konnten sie sich in der Liga etablieren und erreichten vor zwei Jahren mit Rang fünf die beste Platzierung im vereinigten Deutschland.
Ottostadt
Seit 2010 präsentiert sich Magdeburg bundesweit als „Ottostadt“ und beruft sich auf zwei historische Figuren, welche die Geschichte der Stadt entscheidend geprägt haben. Kaiser Otto der Große und Otto von Guericke stehen sinnbildlich für Magdeburgs europäische Bedeutung. Letzterer brachte der Stadt mit seinen wissenschaftlichen Experimenten internationalen Ruhm und baute sie als Bürgermeister nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder auf. Um den Diplomaten und Naturforscher zu ehren, ließ der Stadtrat 1907 ein Denkmal auf dem Platz „Bei der Hauptwache“ errichten.
Kaiser Otto der Große war im 10. Jahrhundert die mächtigste Persönlichkeit Mitteleuropas. Als Herzog von Sachsen heiratete Otto I. die englische Prinzessin Editha und schenkte ihr im Jahre 929 die Stadt Magdeburg als „Morgengabe“. Sein Kaisergrab befindet sich im Magdeburger Dom als Hochgrab. Die „Ottostadt“ gilt allerdings nicht nur als Synonym für die einzigartige und spannende Geschichte, sondern spiegelt darüber hinaus ein Lebensgefühl wider. Dank einer acht Jahre langen Kampagne ist die Dachmarke „Ottostadt“ innerstädtisch mittlerweile so gefestigt, dass sie von den Einwohnern verstanden und in zahlreichen Themen von Bürgern, Unternehmen und Initiativen eingebaut wird.











