Spielplan

"Jeder Spieler weiß: Er wird gebraucht"

Vorberichte von Jan Hoffmann

132 Pflichtspiele für unseren KSC, Vizekapitän und absoluter Führungsspieler: Marcel Franke ist seit mehreren Jahren eine feste Stütze unserer Blau-Weißen. Im Interview mit ksc.de spricht der Innenverteidiger über das vergangene Wochenende, seine Rolle im Team und gibt einen Ausblick auf die Partie gegen seinen Ex-Club Hannover 96. Viel Spaß beim Lesen!

Franke umarmt Broschinski

ksc.de: Franky, am vergangenen Samstag mussten wir beim 2:5 gegen den VfL Wolfsburg die erste Saisonniederlage hinnehmen. Wie blickst du mit ein paar Tagen Abstand auf die Partie?

Marcel Franke: Wir haben gegen einen richtig guten Gegner gespielt. Vor allem in der Anfangsphase konnten wir ordentlich dagegenhalten und haben Wolfsburg unser Spiel aufgedrückt. Zur Wahrheit gehört aber, dass so ein Gegner unsere Fehler eiskalt ausnutzt, wenn wir als Mannschaft nicht bei 100 Prozent sind und nicht alles konsequent wegverteidigen. Am Ende fiel das Ergebnis sicherlich zwei, drei Tore zu hoch aus und mit ein bisschen mehr Glück hätten wir auch ein Unentschieden holen können. Wir haben gesehen, in welche Richtung es mit unserem Fußball gehen kann. Das haben auch die Fans gemerkt, die trotz der Niederlage nicht total enttäuscht waren, weil sie gesehen haben, dass wir Gas geben. Für uns gilt es nun daran zu arbeiten, die guten Phasen zu verlängern. Das wollen wir direkt gegen Hannover zeigen!

ksc.de: Du bist ein erfahrener Spieler und hast schon viel erlebt. Wie lange beschäftigt dich so eine Niederlage?

Marcel Franke: Ich schaue mir die Spiele entweder am selben Tag oder am Tag danach nochmal komplett an. So gehe ich die Szenen nochmal für mich durch und dabei kommen die Dinge oftmals anders rüber, als ich sie im laufenden Spiel auf dem Feld wahrgenommen habe. Im Anschluss daran spreche ich noch mit den Jungs und den Trainern. Fünf Gegentore schmerzen natürlich, das ist klar. Trotz alledem müssen wir schauen, wie die Tore gefallen sind, und da war das ein oder andere vermeidbar.

ksc.de: Rafael Pinto Pedrosa betonte im Interview vor dem Münster-Spiel, dass „die Mannschaft on fire ist“ und lobte die Stimmung innerhalb des Teams. Hatte die erste Saisonniederlage einen Einfluss auf die Gesamtatmosphäre?

Marcel Franke: Absolut nicht! Nach einer Niederlage und dann auch noch in dieser Höhe sind wir erst mal alle etwas bedröppelt, klar. Trotzdem ging jeder von uns mit dem Gefühl nach Hause, dass mehr drin war. Diese Niederlage haut uns daher nicht um. Wir haben in den vergangenen Wochen bewiesen, dass unsere Spielidee funktioniert. Da gehört dazu, dass wir jeden Einzelnen benötigen. Jeder Spieler weiß: Er wird gebraucht - und das ist in der Mannschaft spürbar. Jetzt haben wir am Freitag ein neues Spiel vor der Brust.

ksc.de: Du sprichst es an: Mit Hannover 96 treffen wir auf den nächsten ambitionierten Club. Was für ein Spiel erwartest du?

Marcel Franke: Hannover 96 ist ebenfalls eine Mannschaft mit großer Qualität. Ihr Trainer verfolgt einen klaren Plan, der sie über den Ballbesitz definiert. Daher werden wir sicherlich auch viel gegen den Ball arbeiten müssen und versuchen, unsere Intensität reinzubringen. Vorne wollen wir mit dem scharfen Anlaufen den Ball erobern, hinten muss dann natürlich wieder eine andere Zahl stehen – am liebsten die Null!

ksc.de: Vor deiner Zeit in blau-weiß hast du deine Fußballschuhe für drei Jahre bei 96 geschnürt. Was verbindest du mit dem Club und der Stadt?

Marcel Franke: Ich hatte nicht nur sportlich, sondern auch privat eine schöne Zeit in Hannover, denn meine Kinder sind dort geboren. Sofern es die Zeit zulässt, versuche ich jedes Spiel zu schauen. Eine Verbindung ist also auf jeden Fall da. Inzwischen gibt es bei 96 zwar keine Spieler mehr, mit denen ich zusammengespielt habe, dafür aber noch einige Staff-Mitglieder. Auf diese Wiedersehen freue ich mich ganz besonders!

ksc.de: Auswärtsspiele in Hannover sind uns in den vergangenen Jahren in keiner guten Erinnerung. Mal gab es deutlich Niederlagen, mal kassierten wir in den Schlussminuten den Ausgleich. Der letzte KSC-Sieg geht dabei zurück in die Saison 1988/89. Spielt diese Negativserie in der Vorbereitung eine Rolle?

Marcel Franke: Ganz egal, ob wir die vergangenen fünf Spiele gewonnen oder verloren haben, startet jede Partie wieder bei null. Ihre Mannschaft hat sich ein bisschen verändert, unsere ebenfalls, von daher gebe ich nichts auf die Vergangenheit. Wir wissen, was für eine Mannschaft da auf uns zukommt. Im Training gilt es für uns, alles zu erarbeiten, den Plan des Trainers zu verinnerlichen und dann gut vorbereitet nach Hannover zu fahren.

ksc.de: Auch in dieser Saison fungierst du als Vizekapitän unseres KSC. Im Sommer kamen einige neue, vor allem junge Gesichter in die Mannschaft hinzu. Wie interpretierst du deine Aufgaben im Spielerrat?

Marcel Franke: Wir haben richtig gute Jungs dazubekommen. Trotz des zum Teil sehr jungen Alters ist da niemand dabei, der in irgendeiner Art querschießt. Jeder weiß genau, was er zu tun hat. Zu meiner Rolle gehört es dann, den Jungs zu helfen und ihnen mit meiner Erfahrung zur Seite zu stehen. Vor dem Derby auf dem Betzenberg kamen zum Beispiel ein paar Jungs auf mich zu und fragten, wie es ist, vor 50.000 Zuschauern zu spielen. Da kann ich schon einiges mitgeben. Mit Marvin Wanitzek haben wir zudem einen absoluten Vorzeigekapitän, mit dem wir Führungsspieler gemeinsam vorangehen und jeden bestmöglich unterstützen.

ksc.de: Gibt es für dich wiederum Punkte, die dir in der Zusammenarbeit mit jungen Spielern persönlich besonders Spaß machen?

Marcel Franke: Auf jeden Fall! Es ist toll zu sehen, wie fleißig die Jungs sind und sich Stück für Stück entwickeln. Wenn ich da mal Paul Scholl als Beispiel nehme: Die großen Schritte, die er in der vergangenen Saison gegangen ist, erinnern mich an meine eigenen Anfänge, weil ich selbst einmal in dieser Situation war. So wie wir den jungen Spielern mit unserer Erfahrung helfen können, helfen sie uns dann wiederum mit ihrer Energie auf dem Platz. Das ist eine coole Verbindung!

Das ist Hannover!

Vorberichte von Luca Mletzko

Der 4. Spieltag der 2. Bundesliga steht an und unser KSC ist am Freitagabend um 18:30 Uhr zu Gast bei Hannover 96. Alles Wissenswerte rund um die Niedersachsen erfahrt ihr in der Gegnervorstellung!

Fans von Hannover

Gründung und Geschichte

Der „Hannoversche Fußball-Club von 1896“ wurde am 12. April desselben Jahres durch ehemalige Bürgerschüler gegründet. Eine Bürgerschule, auch bekannt als Volksschule, war eine städtische Einrichtung, die ihre Schüler nicht auf die Universität, sondern auf kaufmännische und handwerkliche Bereiche vorbereitete. Die Gründer, von denen bis heute nicht alle namentlich ermittelt werden konnten, trafen sich zu einem Match auf einem Spielplatz und nahmen sich anschließend der Vereinsgründung an. Ursprünglich betrieben die Niedersachsen das sogenannte „Rugby-Fußball“ oder „Fußball mit Aufnehmen des Balles“, ehe der Verein 1899 zur heute bekanntesten Ballsportart der Welt wechselte. Die Vereinsfarben sind nach wie vor Schwarz-Weiß-Grün, aber die Mannschaften spielten traditionell in roten Trikots, wodurch sie den Spitznamen „Die Roten“ erhielten.

„Wir sind Teil dieser Geschichte!“

Am 12. April dieses Jahres feierte der Hannoversche Sportverein von 1896 e.V. sein 130-jähriges Jubiläum. Passend dazu startete der Verein eine neue Kampagne, in der unterschiedliche Gruppierungen in den Fokus gestellt werden. Sie repräsentieren die Vielfalt der Gesellschaft und der 96-Fans, die den Club seit Jahrzehnten begleiten und prägen. Das Motto „Wir sind Teil dieser Geschichte!“ stammt aus einem sehr beliebten Fangesang der eigenen Fans, indem sie sich selbst als Teil des Sportvereins besingen. Primäres Ziel dieser Kampagne ist es, Fans dazu zu bewegen, ihre emotionale Verbundenheit öffentlich zu machen, insbesondere durch die Fördermitgliedschaft, wodurch sie aktiv Teil der Vereinsgeschichte werden und die Zukunft mitgestalten können. Auch die Profis sind als Teil dieser Kampagne miteingebunden, indem sie gemeinsam mit den Fans gezeigt werden, um die Einheit zwischen Basis und Vereinsspitze zu symbolisieren.

Heinz-von-Heiden-Arena

Ihre Heimspiele bestreiten die Hannoveraner in der Heinz-von Heiden-Arena, welche Platz für 49.000 Zuschauer bietet. Die im Jahr 1954 eröffnete Spielstätte der 96er, damals noch „Niedersachsenstadion“ genannt, fasste ursprünglich sogar 86.656 Plätze und wurde mithilfe von Trümmerschutt aus dem zweiten Weltkrieg gebaut. Das Stadion wurde mehrfach modernisiert und vor der Fußball-WM 2006 umfassend renoviert. Das Stadion des damaligen Bundesligisten diente während des Sommermärchens als Austragungsort für vier Vorrundenspiele und ein Achtelfinale. Im Jahr 2011 wurde die Straße vor der Arena offiziell in die „Robert-Enke-Straße“ umbenannt, in Gedenken an den 96- und DFB-Torhüter Robert Enke, der sich am 10. November 2009 das Leben nahm. Zusätzlich gründeten der Deutsche Fußball-Bund gemeinsam mit dem Ligaverband und Hannover 96 im Januar 2010 die Robert-Enke-Stiftung, welche die Maßnahmen und Initiativen zur Erforschung und Behandlung der Krankheit Depression fördert.

Spieler, die Brücken schlagen

Es gibt einige bekannte Spieler, die eine Vergangenheit mit dem KSC und Hannover 96 teilen. Aktuelle Beispiele sind Marcel Franke und Sebastian Jung, die beide vor ihrer Zeit beim Karlsruher SC das Trikot der 96er trugen. Auch unser Torwarttrainer Markus Miller stand einst bei den Niedersachsen unter Vertrag. Und nicht zu vergessen: Lars Stindl. Geboren im pfälzischen Speyer und aufgewachsen im badischen Waghäusel, entdeckte unsere ehemalige Nummer dreizehn im Alter von drei Jahren das Fußballspielen für sich. Seine Karriere startete in der Jugendabteilung des TSV Wiesental, ehe er mit zwölf Jahren in die Nachwuchsabteilung des KSC wechselte und dort zum Profispieler heranreifte. In seiner ersten kompletten Bundesligasaison 2008/09 bestritt er 23 Partien und konnte vier Tore für den KSC erzielen. Nach dem Abstieg trug er noch ein weiteres Jahr das blau-weiße Trikot, bevor er zurück in ins Oberhaus wechselte – zu Hannover 96. Der Offensiv-Allrounder absolvierte 131 Bundesligaspiele für die Roten und war ein sehr flexibel einsetzbarer Spieler, der so gut wie jede Position im offensiven Mittelfeld und Angriff bekleiden konnte. Als neuer Kapitän übernahm Stindl immer mehr Verantwortung und gewann an enormer Wichtigkeit für die 96er. Seinen Abgang nach Borussia Mönchengladbach beschrieben die Niedersachsen als einen sportlichen und vor allem menschlichen Verlust. Den Höhepunkt seiner Karriere feierte Stindl im Jahr 2017, als der damals 28-jährige für die deutsche Nationalmannschaft debütierte und darüber hinaus noch weitere zehn Mal den Adler auf der Brust tragen durfte. Zum Abschluss seiner Karriere kehrte der Karlsruher Bub noch einmal in die Fächerstadt zurück, bevor er seine Fußballschuhe im Juli 2024 endgültig an den Nagel hing.

UNESCO City of Music

Seit 2014 gehört Hannover zu einer von 72 Städten weltweit, die dem Netzwerk der UNESCO City of Music angehören. Neben Mannheim ist sie die einzig deutsche Vertretung mit diesem Titel. Diese Auszeichnung würdigt die außergewöhnliche musikalische Vielfalt und Exzellenz der Musikausbildung in der Stadt. Alle zwei Jahre werden weitere Mitglieder aufgenommen. Die zugehörigen Städte verpflichten sich, den Musikstandort nachhaltig weiterzuentwickeln, Diversität zu fördern und Kooperationen innerhalb des UNESCO-Netzwerks auszubauen. Die Niedersachsen haben im Zuge dieses Projekts Menschen aus verschiedenen Genres und Ländern zusammengeführt, von Reggae bis hin zu Metal, von Südkorea bis England. Zum zehnjährigen Jubiläum als UNESCO City of Music gab es in Hannover ein Jahr lang Kultur-Kioske, die Kunst, Musik und Geschichte auf kleinem Raum zusammenbrachten.

"Über allem steht der gemeinsame Fußball"

Vorberichte von Jan Hoffmann

Alle einsteigen: Wir fahren nach Hannover! Vor unserem Auswärtsspiel in der niedersächsischen Landeshauptstadt blicken wir gemeinsam mit unserem Cheftrainer Max Senft auf das Duell und die blau-weiße Trainingswoche. 

Senft bei der PK

Kritik ja, Selbstmitleid nein

Fünf Gegentreffer sind nicht mal eben aus den Knochen geschüttelt. Die erste Saisonniederlage gegen den VfL Wolfsburg wurde inzwischen aber aufgearbeitet, der Blick richtet sich nun auf die Auswärtsaufgabe bei Hannover 96. „Wir sind nicht in Trauer und Selbstmitleid untergegangen“, erklärt Cheftrainer Max Senft den Umgang mit der 2:5-Pleite. Im Gegenteil, „in der Mannschaft war zu spüren, dass Selbstkritik da ist, aber genauso ein Glaube daran, dass wir unseren Weg weitergehen wollen.“ Dass uns der Weg mit dem Auswärtsspiel in Hannover zum nächsten ambitionierten Zweitligisten führt, bietet die Chance, eine Reaktion zu zeigen. Die Niedersachsen holten in den ersten drei Spielen zwar erst einen Sieg, doch das sollte nicht über die Qualität der „Roten“ hinwegtäuschen. „Sie haben mit Christian Titz einen Trainer, der für Offensivfußball steht und den Gegner hoch unter Druck setzen will“, äußert sich Senft mit anerkennenden Worten zu 96. Um auswärts zu bestehen, „braucht es eine gute Vorbereitung auf den Gegner, aber auch eine Flexibilität und Haltung“.

Was der Gegner macht, können Senft & Co. am Ende des Tages aber nicht beeinflussen. Dahingegen liegt es in den Händen des 37-Jährigen und seiner Mannschaft, wie sich Blau-Weiß in Hannover präsentiert. „Spiele werden nicht aufgrund von individuellen Fehlern verloren und nie nur durch Einzelspieler gewonnen“, weiß Max Senft. „Über allem steht der gemeinsame Fußball von uns, das Kollektiv!“

Unser Personal

Mit dem Innenverteidiger Héliton nimmt in diesen Tagen ein neues Gesicht am Mannschaftstraining teil. Ein Einsatz am Wochenende käme für den Brasilianer allerdings noch zu früh, stattdessen soll der Neuzugang schrittweise aufgebaut und ans Team herangeführt werden. Das zuletzt angeschlagene Duo Broschinski/Pinto Pedrosa steigert  derweil weiter die Belastung . Ob es bereits am Freitag für einen Kaderplatz gegen Hannover reicht, entscheidet sich jedoch erst am Donnerstagmittag vor der Abfahrt nach Niedersachsen.

Das Stadion

1.456 KSC-Fans begleiten unsere Mannschaft trotz der arbeitnehmerunfreundlichen Anstoßzeit und unterstützen Blau-Weiß am Freitagabend in Hannover. Vielen Dank für diesen Support! Die Auswärtsinfos findet ihr am Tag vor dem Spiel hier.

Die Lage in Liga 2

Freitag, 18:30 Uhr:
Hannover 96 (13.) – KSC (8.)
DSC Arminia Bielefeld (10.) – FC St. Pauli (16.)

Samstag, 13:00 Uhr:
VfL Wolfsburg (3.) – Energie Cottbus (12.)
1. FC Kaiserslautern (6.) – SV Darmstadt 98 (18.)
Holstein Kiel (17.) – 1. FC Nürnberg (1.)

Samstag, 20:30 Uhr:
SG Dynamo Dresden (15.) – VfL Bochum (11.)

Sonntag, 13:30 Uhr:
Hertha BSC (2.) – 1. FC Magdeburg (5.)
SpVgg Greuther Fürth (7.) – 1. FC Heidenheim (4.)

"Großes Kompliment an alle!"

Spielberichte

Nach dem 2:2 in Hannover standen unsere Blau-Weißen in der Mixed Zone Rede und Antwort. Im Stimmenbericht lest ihr, was Wanitzek, Pinto Pedrosa, Ben Farhat, Senft und Pauls zu sagen haben.

Wanitzek beim Eckball

Marvin Wanitzek zur Punkteteilung:

"Wir können heute auf die gesamte Gruppe stolz sein - auf jeden einzelnen, auch die Einwechselspieler, von denen Jason heute sein Pflichtspieldebüt für uns gegeben hat. In der zweiten Halbzeit haben wir Hannover phasenweise sogar dominiert. Am Ende nehmen wir einen absolut verdienten Punkt mit. Großes Kompliment an alle! Das war ein hochintensives Spiel!"

Rafael Pinto Pedrosa zu seinem Tor: 

"Mein oberstes Ziel ist es immer, der Mannschaft zu helfen. Wenn mir das mit einem Tor gelingt, freue ich mich natürlich umso mehr. Ich konnte aber vor allem der Mannschaft helfen, das freut mich extrem. Ich hätte schon an den ersten Spieltagen gerne einen Treffer oder einen Assist beigetragen. Am Ende gilt es, geduldig zu bleiben und die Chance zu nutzen, wenn sie kommt. Diese habe ich heute genutzt, so möchte ich jetzt weitermachen."

Louey Ben Farhat zum Spiel:

"Wir müssen uns vor keinem Gegner verstecken, es ist in jedem Spiel immer alles möglich - wenn wir mit diesem Mindset in die Spiele gehen, kann es eine tolle Saison werden.“

...und zu seiner geklärten Zukunft:

"Auf mich persönlich geblickt, bin ich sehr froh, dass meine Zukunft nun geklärt ist. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Ich freue mich auf die Aufgabe beim SC Freiburg. Bis dahin liegt mein ganzer Fokus auf dem KSC. Ich bin froh, dass ich noch weiterhin hier bin und möchte beim KSC alles geben, dem Team mit meinen Qualitäten, meinem Spielwitz und meiner Gier weiterhelfen - dann haben wir noch eine tolle gemeinsame Zeit vor uns. Ich habe eine Bindung mit den Jungs aufgebaut, es ist wie meine zweite Familie - deshalb bin ich froh, weiter hier zu sein.“

Timon Pauls zum doppelten Comeback:

"Die Mannschaft hat heute wieder gezeigt, was für einen Willen sie hat. Welche Energie sie auch schon in den vergangenen Wochen, vor allem gegen Ende der Partie, aufbringen können, hat das Team eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Jungs sind bereit, sich zu quälen und füreinander zu spielen. Sie agieren als Team, das war auch heute der Schlüssel."

Max Senft zur Partie:

"Die erste Halbzeit war ein Hin und Her mit Offensivfußball beider Mannschaften. Im zweiten Durchgang konnten wir mit Ball dominieren und gegen die ballbesitzstärkste Mannschaft der Liga mehr Ballbesitz verzeichnen. Im letzten Drittel wäre bei uns noch mehr drin gewesen, was den vorletzten Pass betrifft."

...und zur jüngsten KSC-Startelf seit 2012:

"Wir waren heute sehr jung. Jason hatte sein Profidebüt, das er sich erarbeitet hat. Ich finde, wir sind in unserer Entwicklung zwar noch am Start, aber trotzdem schon sehr weit. Das macht einfach Lust auf mehr mit dieser Mannschaft!"

2:2 - KSC holt Punkt in Hannover

Spielberichte von Luca Mletzko

Am Freitagabend um 18:30 Uhr eröffnete unser KSC den 4. Spieltag der 2. Bundesliga auswärts in Hannover und holte dabei einen Punkt. Das packende Unentschieden gibt es im Spielbericht zum Nachlesen.

Fukuda im Zweikampf mit Tomiak

Max Senfts Taktik

Im Vergleich zur Heimniederlage in der Vorwoche gegen den VfL Wolfsburg stellte unser Cheftrainer einiges um, sowohl taktisch als auch personell. Am vergangenen Samstag liefen wir in einem 4-4-2 System auf, wobei sich das Mittelfeld als Raute formierte. Gegen Hannover 96 schickte Max Senft unsere Jungs in einer 4-2-3-1 Formation auf den Rasen, wodurch die Flügel wieder klar besetzt wurden und zwei Sechser das Zentrum bildeten. Eine der wenigen Konstanten über die letzten Wochen stellte die defensive Viererkette dar, aber auch hier musste unser Coach eine Veränderung vornehmen. Der wiedergenese Rafael Pinto Pedrosa rückte für Sebastian Jung in die Startelf, der aufgrund von muskulären Problemen im Oberschenkel leider nicht zur Verfügung stand. Im defensiven Mittelfeld startete Danyal Zor für Santeri Väänänen neben Kevin Wiethaup und auf der rechten Seite erhielt Noel Eichinger anstelle von Viktor Bergh den Vorzug. Als Pendant auf der linken Seite bekam Louey Ben Farhat das Vertrauen. Der 20-Jährige läuft nach seinem Bundesliga-Wechsel zum SC Freiburg mit direkter Rückleihe auch in dieser Saison in blau-weiß auf. Shio Fukuda begann nach einem überzeugenden Startelfdebüt letzte Woche als alleinige Sturmspitze. Moritz Broschinski fiel weiterhin mit Sprunggelenksproblemen aus, unser Neuzugang Héliton war am Freitagabend noch nicht Teil des Kaders.

Zahl des Spiels

24,3: Max Senft vertraute heute auf die jüngste KSC-Startelf seit 2012.

Das Spiel in der Zusammenfassung

Unterhaltsamer Beginn

Pünktlich um 18:30 Uhr pfiff der Unparteiische Tom Bauer die Partie an. Der leichte Nieselregen war verschwunden und einem heiteren Freitagabend stand somit nichts mehr im Wege.

Die Senft-Elf  fand gut in die Partie und hatte bereits in der zweiten Minute des Spiels eine Doppelchance zu verzeichnen. Der halbhoch getretene Eckball von der linken Seite rutschte auf dem feuchten Geläuf durch zu Marcel Franke, der selbst überrascht schien und die Kugel nur noch mit dem Knie in Richtung Tor lenken konnte. Den Nachschuss von Wanitzek parierte Hannovers Keeper Weinkauf souverän. Auch die nächste Chance ließ nicht lange auf sich warten: Am Mittelkreis blieb Wiethaup im Ballbesitz und nahm unseren Kapitän mit, der nach links auf Ben Farhat weitergab. Dieser setzte auf Höhe des Sechzehnmeterraums zum Dribbling an und holte den nächsten Eckball raus.

Die Hausherren fanden ebenfalls gut ins Spiel und wurden immer wieder über außen gefährlich. Ein Beispiel dafür lieferten sie in der elften Minute, als Bundu sich auf der rechten Seite durchsetzte und scharf in die Mitte flankte. Der eingelaufene Hartel verpasste nur knapp, Bernat war hellwach und lenkte den Ball aus der Gefahrenzone. Nach nur 15 Minuten musste der rechte Offensivmann der Niedersachsen den Platz verletzungsbedingt verlassen, für ihn kam Chakroun neu ins Spiel. Wir wünschen Mustapha Bundu eine gute Besserung!

Hannover legt vor

Die Anfangsphase war geprägt von vielen technischen Fehlern, zahlreichen Fehlpässen und nur sehr kurzen Ballbesitzphasen. Der seifige Untergrund machte beiden Mannschaften sichtlich zu schaffen. Nach 20 Minuten begann Hannover das Spiel an sich zu reißen und es gelang ihnen, immer wieder gefährliche Nadelstiche zu setzen. So lief Gindorf nach einem perfekt getimten Steckpass von Neuzugang Hartel alleine auf unseren Schlussmann zu, scheiterte allerdings im Eins-gegen-Eins-Duell. Bernat eilte aus seinem Kasten und bewahrte unseren KSC mit einer überragenden Parade vor dem Rückstand.

Aber drei Minuten später war es dann soweit: ein Eckball brachte die Hausherren in Führung. Die Hereingabe landete bei Thordarson, der am zweiten Pfosten Richtung Tor köpfte, Pinto Pedrosa konnte auf der Linie zunächst klären, doch Lars Gindorf setzte entscheidend nach und brachte die Kugel im Tor unter (26.).

Die prompte Antwort

Lange Zeit zum Jubeln blieb der Mannschaft von Christian Titz allerdings nicht, denn nur zwei Minuten später schlug unser KSC zurück. Shio Fukuda eroberte das Spielgerät von Tomiak, der als letzter Mann den Ball im eigenen Sechzehner verlor. So stand unsere Nummer dreizehn plötzlich alleine vor dem Kasten der 96er. Der Japaner schob den Ball lässig an Weinkauf vorbei ins rechte Eck (28.).

Der nächste Rückschlag

In der 38. Minute ging Hannover erneut in Führung. Ein großer Anteil dieses Treffers ging an Oudenne, der Wiethaup an der linken Strafraumkante stehen ließ und auf Zweitligarückkehrer Marcel Hartel zurücklegte. Sein Flachschuss wurde noch leicht abgefälscht, bevor er den Weg ins Tor fand. Damit erzielte Hartel sein erstes Tor für den neuen Verein.

Kurz vor der Halbzeitpause bewahrte uns Danyal Zor vor einem weiteren Gegentreffer. Der 19-Jährige klärte wie schon Pinto Pedrosa zu Beginn der Partie in höchster Not und kratze den Ball von der Linie.

Doppelchance vor der Halbzeit

Kurz vor der Pause wurden unsere Jungs nochmal gefährlich. Auslöser war zunächst ein Freistoß an der linken Strafraumkante, dem sich wie gewohnt unser Kapitän annahm. Seinen Schuss wehrte Weinkauf nach vorne ab und auch gegen den nachsetzenden Franke blieb er Sieger. Fukudas Nachstochern war ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Eine erneute Standardsituation, diesmal in aussichtsreicherer Position, landete in der Mauer der 96er. So verpassten wir zunächst den Ausgleich und gingen mit einem Tor Rückstand in die Pause.

Der zweite Durchgang begann ausgeglichen. In der 51. Minute meldeten sich unsere Fächerstädter in Person von Marvin Wanitzek in der zweiten Hälfte an- Unsere Nummer zehn feuerte einen Distanzschuss knapp am Kasten vorbei. Auch Ben Farhat hatte weitere Möglichkeiten, nach rund einer Stunde ließ er Thordarson ins Leere laufen und schloss mit rechts ab, der Ball flog rund einen Meter über die Latte.

Zeit zum Wechseln

In der 76. Minute nahm unser Cheftrainer einen Dreifachwechsel vor und brachte neben Tim Civeja und Viktor Bergh zum ersten Mal Jason Ponente-Ramirez, der damit sein Debüt in der 2. Bundesliga feierte. Auch die Gastgeber wechselten kräftig durch und erzielten daraufhin direkt das vermeintliche 3:1, das jedoch aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben wurde.

Hitzige Schlussphase

Die Schlussphase war angebrochen, da erzielte Rafael Pinto Pedrosa den Ausgleich. Er krönte sein Startelfcomeback mit einem sehenswerten Treffer. Vor ein paar Minuten hatte ihn noch ein Krampf gebremst, doch davon war nach seinem Doppelpass mit Egloff nichts mehr zu sehen. Der 18-jährige Rechtsverteidiger wuchtete das Leder aus zehn Metern an die Unterkante der Latte und von dort ins Tor.

Die Partie war damit aber noch nicht beendet, so mussten die knapp 1.500 mitgereisten KSC-Fans in der Nachspielzeit noch einmal die Luft anhalten. Roggow stand zum Freistoß aus 17 Metern bereit und visierte das Torwarteck an - Hansi Bernat rettete mit den Fingerspitzen und so prallte die Kugel an den Pfosten. Damit bewahrte uns der Schlussmann vor der zweiten Niederlage in Folge und rettete den Punkt.

Fazit & Ausblick  

Mit der Punkteteilung können unsere Blau-Weißen am Ende des Tages ganz gut leben. Beide Mannschaft hatten ihre Torchancen, konnten sich jedoch keine längeren Phasen in der gegnerischen Hälfte erarbeiten. Durch den späten Ausgleich fühlt sich das 2:2 aber eher nach einem gewonnen Punkt an. Mit diesem positiven Gefühl geht es in die nächste Woche. Am kommenden Sonntag empfangen wir um 13:30 Uhr Energie Cottbus und hoffen auf die nächsten Zähler.

Die Daten zur Partie

Hannover 96: Weinkauf – Allgeier, Tomiak, Ghita (76. Okon) – Neubauer, Thordarson (61. Roggow), Oudenne – Bundu (15. Chakroun), Taibi (76. Källman), Gindorf – Hartel (61. Pichler)

KSC: Bernat – Pinto Pedrosa (87. Scholl), Franke, Kobald, Ofli (76. Bergh) – Zor, Wiethaup (76. Civeja) – Ben Farhat (76. Ponente-Ramirez), Wanitzek, Eichinger (64. Eggloff) – Fukuda

Ergebnis: 2:2

Tore: 1:0 Gindorf (26.), 2:1 Hartel (38.) | 1:1 Fukuda (28.), Pinto Pedrosa (85.)

Gelbe Karten: Thordarson (5.), Allgeier (45.), Taibi (45.+4), Tomiak (65.) | Eichinger (34.), Kobald (64.)

Schiedsrichter: Tom Bauer

Ort: Heinz von Heiden Arena

Zuschauende: 39.600


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