Spielplan

"Haben das Fußballherz am richtigen Fleck"

Vorberichte von Jan Hoffmann

Endlich wieder Heimspielzeit! Am 5. Spieltag geht es für uns im heimischen BBBank Wildpark gegen Aufsteiger Energie Cottbus zur Sache. Bevor am Sonntag ab 13:30 Uhr der Ball rollt, blicken wir gemeinsam mit unserem Cheftrainer Max Senft auf die anstehende Partie.

Max Senft bei der PK

Kein normaler Aufsteiger

Zum ersten Mal seit 2018 empfangen wir den FC Energie Cottbus bei uns am Adenauerring. Im Vergleich zum bis dato letzten Aufeinandertreffen hat sich sowohl bei unserem KSC als auch bei den Lausitzern vieles verändert. In Marvin Wanitzek, Christoph Kobald und Co-Trainer Daniel Gordon sind noch Drittliga-Veteranen von damals für Blau-Weiß aktiv und auf Cottbuser Seite steht auch im Jahre 2026 Claus-Dieter Wollitz an der Seitenlinie. Unter Wollitz spielen die Lausitzer zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder in der 2. Bundesliga und überzeugten direkt mit munterem Offensivfußball. „Sie sind ein untypischer Aufsteiger, der sehr mutig auftritt“, äußert sich unser Cheftrainer Max Senft zur Cottbuser Spielweise. Das „nach vorne und hinten offene Visier“ zeigte der FCE in der Vorwoche eindrucksvoll, als sich die Wollitz-Elf auswärts in Wolfsburg nach einem zwischenzeitlichen 0:3-Rückstand noch ein 4:4 erkämpfte. Senft weiß: „Sie haben eine große Resilienz!“

Doch unser KSC muss sich vor dem Aufsteiger keineswegs verstecken. Auch wenn es am Ende nicht für drei Punkte reichen sollte, hat Blau-Weiß beim 2:2 in Hannover einmal aufs Neue bewiesen, dass sich die Mannschaft zu keinem Zeitpunkt im Spiel aufgibt und mit vollem Einsatz auf Sieg spielt. Aufgrund dieser Attribute erwartet unser Cheftrainer am Sonntag eine Partie, bei der sich zwei mutige Mannschaften gegenüberstehen werden: „Beide Mannschaften haben das Fußballherz am richtigen Fleck! Das wird ein tolles Spiel! Bei aller Fußballromantik wollen wir das Spiel aber natürlich gewinnen.“ Worauf es dabei ankommt? „Wir müssen eine clevere und hohe Intensität fahren“, erklärt Max Senft.

Unser Wohnzimmer

Knapp 27.000 Fans haben sich Stand Freitagnachmittag ein Ticket für unser Heimspiel gegen Cottbus gesichert. Kurzentschlossene können sich noch online oder am Sonntag an der Tageskasse mit Karten eindecken. Kommt alle „naus“ zum Spiel und unterstützt unsere Mannschaft!

Unser Personal

Auch an diesem Wochenende müssen wir leider auf Moritz Broschinski und Sebastian Jung verzichten. Während Broschinski immer noch von Sprunggelenksproblemen ausgebremst wird, fällt Jung aufgrund eines leichten Muskelfaserrisses im Oberschenkel aus. Des Weiteren fehlt Neuzugang Héliton. Der Innenverteidiger verbüßt gegen Cottbus eine Rotsperre, die er für eine Partie bei seiner vorherigen Station in der Türkei bekam.

Die Lage in Liga 2

Freitag, 18:30 Uhr:
SV Darmstadt 98 (18.) – DSC Arminia Bielefeld (10.)
1. FC Nürnberg (2.) – Hannover 96 (13.)

Samstag, 13:00 Uhr:
VfL Bochum (6.) – SpVgg Greuther Fürth (12.)
1. FC Magdeburg (7.) – 1. FC Kaiserslautern (5.)
Eintracht Braunschweig (14.) – SG Dynamo Dresden (17.)

Samstag, 20:30 Uhr:
FC St. Pauli (15.) – VfL Wolfsburg (4.)

Sonntag, 13:30 Uhr:
1. FC Heidenheim (3.) – Holstein Kiel (16.)
KSC (9.) – FC Energie Cottbus (11.)
VfL Osnabrück (7.) – Hertha BSC (1.)  

"Ich liebe jedes einzelne Spiel!"

Vorberichte von Jan Hoffmann

Fröhlich, freundlich, treffsicher: Shio Fukuda überzeugt nicht nur mit Toren, sondern auch durch seinen herzlichen und demütigen Charakter. Mit seiner Art erspielte sich der junge Japaner schnell einen Platz in den blau-weißen Fanherzen. Trotz seiner großen Beliebtheit ist aber erst wenig über Shio Fukuda bekannt. ksc.de hat sich mit unserer Nummer 13 unterhalten und exklusive Einblicke, in die besondere Geschichte und liebenswerte Art Fukudas erhalten. Viel Spaß beim Lesen!

Fukuda beim Torjubel

ksc.de: Shio, diese Saison konntest du in deinen ersten beiden Einsätzen gegen Wolfsburg und Hannover ein Tor erzielen. Nach den ersten vier Liga-Spielen stehen unsere Blau-Weißen bei einem Sieg, einer Niederlage und zwei Remis. Wie bewertest du die ersten Wochen der neuen Saison?

Shio Fukuda: Der Saisonstart verlief in Ordnung. Wir haben unsere neue Spielweise gut adaptiert, das ist deutlich zu sehen. Dass ich mit meinen Toren der Mannschaft helfen kann, freut mich riesig. Darauf gilt es aufzubauen!

ksc.de: Deine persönliche Spielweise ist seit diesem Sommer körperlicher. Dadurch gelingt es dir, wie zuletzt auch in Hannover, dich gegen größere und kräftigere Verteidiger zu behaupten. Wie hast du es geschafft, diese physische Präsenz in deinen Spielstil zu integrieren?

Shio: Aufgrund von muskulären Problemen habe ich den Saisonstart leider verpasst. Im ersten Moment war ich deshalb sehr enttäuscht. Wir hatten eine intensive und gute Vorbereitung, daher wollte ich mich auch in der Liga von Anfang an beweisen. Ich habe mir dann während meiner Ausfallzeit überlegt, wie ich mich verbessern möchte und was ich dafür tun muss. Daran habe ich im individuellen Training hart gearbeitet und mich so weiterentwickelt. So konnte ich die Enttäuschung über den Ausfall in etwas Positives umwandeln.

ksc.de: Nach deiner Leihe in der vergangenen Saison bist du seit dieser Spielzeit fest bei unserem KSC. Was waren für dich die ausschlaggebenden Gründe, deine Karriere in Karlsruhe fortzuführen?

Shio: An allererster Stelle muss ich da die Mannschaft nennen! Wirklich alle, von den Spielern bis zum Trainerteam und Staff, sind extrem nett und helfen mir sowohl auf als auch neben dem Platz. Ich habe von der ersten Sekunde an gespürt, dass der KSC ein richtig toller Club ist. Ich fühle mich sehr wohl! Außerdem passt die Stadt gut zu meiner Persönlichkeit. Hier kann ich die Dinge ruhig und gelassen angehen.

ksc.de: Die allermeisten Fußballprofis in Deutschland wurden über viele Jahre in Nachwuchsleistungszentren ausgebildet. Du hast hingegen bis zu deinem 19. Lebensjahr in einer Schulmannschaft gespielt. Wie verlief deine fußballerische Ausbildung?

Shio: In Japan ist es nicht außergewöhnlich, in Schulmannschaften anstatt in einer Profiakademie zu spielen. In der High School gibt es ein großes Turnier, das im ganzen Land übertragen wird. Das Turnier erfreut sich in Japan großer Beliebtheit. Es gibt viele Leute, die dadurch ihre Liebe zum Fußball entdeckt haben. In diesem Rahmen konnte ich mit guten Leistungen überzeugen und so auch eine gewisse Aufmerksamkeit generieren. Das hat sich vor allem in Medienberichten und auf Social Media gezeigt. Das war ziemlich besonders für mich.

ksc.de: Zum Abschluss deiner High School-Zeit bist du zu Borussia Mönchengladbach gewechselt. Wie hast du die Anfangszeit in Deutschland erlebt?

Shio: Am Anfang war es eine große Umstellung und ich habe mich ein bisschen einsam gefühlt. Eine neue Kultur, eine ungewohnte Umgebung und eine völlig fremde Sprache stellten große Herausforderungen dar. Die erste Zeit war daher ziemlich anstrengend und von vielen neuen Eindrücken geprägt. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Zum Glück hatte ich aber viele sehr nette Menschen in meinem Umfeld, die mich bei allem unterstützt haben. Inzwischen bin ich komplett in Deutschland angekommen und genieße die Zeit hier.

ksc.de: Trotz der sprachlichen und kulturellen Herausforderungen hast du bei jedem Training und in jedem Spiel ein Lächeln im Gesicht und wirkst immer hochmotiviert. Woher ziehst du die Kraft und Freude deiner positiven Ausstrahlung?

Shio: Zunächst einmal liebe ich den Fußball sehr. Egal, gegen welche Mannschaften wir spielen, liebe ich jedes einzelne Spiel und empfinde großen Spaß! Dass ich die Sprache nicht perfekt verstehe, ist bei meinen tollen Teamkollegen gar kein Problem. Ihre Unterstützung ist hervorragend! Mit ihnen kann ich mich auch ohne Worte sehr toll amüsieren. Ich lerne aber Schritt für Schritt Deutsch und habe auch Lieblingsworte: Schade Marmelade! [lacht]

ksc.de: Deine besondere Geschichte von der Schulmannschaft in den europäischen Fußball wird in deiner Heimat intensiv verfolgt. Mehrmals pro Saison kommen japanische Journalisten zu KSC-Spielen und berichten über deine Entwicklung. Wie nimmst du die Aufmerksamkeit rund um deine Person wahr?

Shio: Es freut mich, dass sich Menschen für mich und meine Geschichte interessieren. Das ist einer der Gründe, der mich dazu antreibt, fleißig weiter zu trainieren und erfolgreich zu sein. Außerdem freut es mich sehr, dass ich den KSC so auch in Japan bekannter machen kann und die Menschen von unserem tollen Club erfahren!

ksc.de: Mit deiner ersten Station in Deutschland, Borussia Mönchengladbach, gibt es Ende Oktober ein Wiedersehen im DFB-Pokal. Ist dieses Spiel für dich der runde Abschluss deines ersten Kapitels in Deutschland?

Shio: Es ist ein tolles Los! Ich freue mich sehr auf das Spiel! Ich möchte zeigen, warum ich zum KSC gekommen bin und wie ich mich weiterentwickelt habe. Ich werde mein Bestes geben, um Tore zu schießen und dem KSC hoffentlich zum Sieg zu verhelfen!

Das ist Cottbus

Vorberichte von Luca Mletzko

Nach zwölf langen Jahren ist Energie Cottbus zurück in der 2. Bundesliga! Bevor wir die Lausitzer zum Heimspiel am 5. Spieltag empfangen, stellen wir euch unseren Gegner vor! Hier erfahrt ihr mehr über die besondere Verbindung zwischen Trainer "Pele" Wollitz zum Club, der Herkunft des Namens, die Achterbahnfahrt der letzten Jahrzehnte und das soziale Engagement des FCE. Lest mal rein!

Cottbus beim Mannschaftskreis

Erneute Rückkehr

Claus-Dieter Wollitz ist seit der Saison 2021/22 bereits zum dritten Mal Cheftrainer von Energie Cottbus. Mit über 400 Pflichtspielen an der Seitenlinie ist er Rekordtrainer der Rot-Weißen. Seine Karriere als Coach begann er im Jahr 2002 beim Regionalligisten KFC Uerdingen 05, für den er bereits als Spieler aktiv gewesen war. Es folgten zwei Anstellungen beim VfL Osnabrück und jeweils eine Amtszeit beim FC Viktoria Köln und dem 1. FC Magdeburg. Neben seiner Tätigkeit als Trainer übernahm er bei seiner Rückkehr nach Osnabrück zusätzlich den Posten des Sportdirektors. „Pele“ Wollitz, wie er seit seiner Kindheit genannt wurde, wurde im Laufe seiner Trainerkarriere durch seinen leidenschaftlichen und emotionalen Führungsstil bekannt. Seit seiner emotionalen Wutrede, die er nach dem zweiten Rücktritt beim VfL im Jahr 2013 hielt, wird er immer wieder als „Kulttrainer“ bezeichnet.

Vor fünf Jahren kehrte er schließlich zum zweiten Mal zu Energie Cottbus zurück und verhalf der Mannschaft zum Aufstieg in die dritte Liga. Kurz danach gab der Verein zunächst bekannt, dass er als Trainer aufhören und die Funktion des sportlichen Leiters übernehmen würde. Entgegen dieser Ankündigung übernahm er beide Ämter und führte den FCE nach zwölf Jahren wieder zurück in die 2. Bundesliga.

Warum Energie?

Ursprünglich wurde der Verein 1963 als SC Cottbus gegründet und drei Jahre später in Betriebssportgemeinschaft (BSG) Energie Cottbus umformiert. Mit der Wiedervereinigung1990 wurde die BSG aufgelöst und der Verein in FC Energie Cottbus umbenannt. Der Name „Energie“ stammt von Bodo Krautz, einem von 450 Lausitzer Sportinteressierten, die an der Namensfindung für die Cottbuser Fußballer bei einem Leserwettbewerb der Lausitzer Rundschau teilnahmen. “Energie“ steht für die Identität des Vereins und soll eine positive Stimmung erzeugen.

Höhen und Tiefen

Nach über 10 Jahren feierte Energie Cottbus seine Rückkehr in die zweite Liga, dabei spielte der FCE vor drei Jahren noch in der Regionalliga Nordost. Der Abstieg in die vierthöchste Spielklasse im Jahr 2016 beschrieb den Tiefpunkt der jüngeren Vereinshistorie. Der direkte Wiederaufstieg blieb zunächst aus, aber zwei Jahre später waren die Lausitzer zurück in der dritten Liga. Doch die Freude hielt nicht lange an, Cottbus verpasste den Klassenerhalt und musste erneut den Gang in die Regionalliga antreten, in der sie für die nächsten fünf Jahre feststecken sollten. Erst 2024 gelang abermals der Aufstieg in die Drittklassigkeit und jetzt sind sie Teil der 2. Bundesliga.

Von 2000-2003 und 2006-2009 waren die Lausitzer sogar in der Bundesliga vertreten. Ob sie an die sportlich erfolgreichsten Jahre in naher Zukunft nochmal anknüpfen können, bleibt abzuwarten.

DFB-Pokalfinale

Den wohl größten Erfolg der Vereinsgeschichte verzeichnete Cottbus im Jahr 1997, als dem damaligen Regionalligisten der Einzug ins DFB-Pokalfinale gelang. Auf dem Weg nach Berlin besiegten sie unter anderem den VfL Wolfsburg mit 1:0 und schlugen sowohl den MSV Duisburg als auch den FC St. Pauli mit 5:4 im Elfmeterschießen. Im Halbfinale musste sich dann auch unser KSC im Cottbuser Schneetreiben geschlagen geben (3:0). So kam es, dass der Regionalligist gegen den VfB Stuttgart am 14. Juni 1997 im Endspiel des DFB-Pokals stand. Die Schwaben wurden jedoch ihrer Favoritenrolle gerecht und siegten dank Doppeltorschütze Giovane Élber mit 2:0 (18. & 52.). Somit war der Traum vom Titelgewinn zerstört, aber der Aufstieg in die 2. Bundesliga spendete Trost.

„Fußball mit Herz“

Der FC Energie ist sich seiner Bedeutung und sozialen Verantwortung innerhalb der Stadt und der Region sehr bewusst. So veranstalteten die Cottbuser ein Fußballcamp für Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. Speziell für jene, die akut von Armut und großer Benachteiligung betroffen waren und Interesse am Fußball hatten. Um den Kids eine Freude zu bereiten, durften sie unter fachlicher Anleitung des Trainer- und Funktionsteams, Verantwortlichen aus dem Nachwuchsleistungszentrum sowie Spielern aus der ersten Mannschaft den FC Energie Cottbus hautnah miterleben. Lokale Partner wie das SOS-Kinderdorf unterstützten das soziale Engagement.    

"Wie wir die Gegentore bekommen haben, war zu einfach."

Spielberichte

Nach dem 0:3 gegen Energie Cottbus standen unsere Blau-Weißen in der Mixed Zone Rede und Antwort. Im Stimmenbericht lest ihr, was Franke, Wanitzek und Pauls zu sagen haben.

Marcel Franke

Marcel Franke:

„Ich weiß nicht, ob das Spiel 0:3 ausgehen muss, aber wir haben leider auch viel dafür getan, dass auf der Anzeigetafel bei Energie Cottbus mehr steht, als bei uns. Wie wir die Gegentore bekommen haben, war zu einfach. Wir haben es dem Gegner zu einfach gemacht und daher am Ende auch nicht mehr verdient. Wir müssen die Köpfe wieder hochkriegen, weil trotz allem gab es auch Phasen, in denen wir Vollgas gespielt und Chancen herausgespielt haben.“

Marvin Wanitzek:

„Als heute abgerechnet wurde, waren wir nicht gut genug. Gerade im letzten Drittel bei der Entscheidungsfindung, da nehme ich mich auch mit ins Boot, hat es einfach nicht sollen sein. Da war der Gegner abgezockter, hatte mehr Ruhe am Ball und traf die besseren Entscheidungen. Dass sie gut kicken können, wussten wir, aber, dass wir unsere Möglichkeiten auch bekommen werden, haben wir in der ersten Halbzeit gesehen. Cottbus war am gefährlichsten, wenn wir einfache Ballverluste hatten. Das ist die 2. Bundesliga, da werden Dinger hart bestraft. Wir gewinnen und wir verlieren zusammen. Wir müssen jetzt schauen, dass wir gerade die Gegentoranzahl reduzieren, die ist natürlich zu hoch.“

Timon Pauls:

„Wir waren heute nicht so kompakt und haben nicht so konsequent verteidigt, wie in den vergangenen Wochen. Außerdem hatten wir Probleme in die Duelle zu kommen. Wir waren im Kopf einen Ticken langsamer und nicht so spritzig. In unserem Prozess war uns bewusst, dass es Ups und Downs geben wird, vor allem mit so einer jungen Mannschaft. Es wurde auch ein neuer Spielstil implementiert, bei dem es am Anfang Schwankungen geben kann. Natürlich hatten wir heute den Anspruch, zuhause gegen Cottbus zu gewinnen. Dennoch werden solche Phasen immer mal wieder dabei sein.“

0:3-Heimniederlage gegen Cottbus

Spielberichte von Luca Mletzko

Der 5. Spieltag der 2. Bundesliga stand an und wir empfingen am Sonntagmittag den Drittliga-Aufsteiger Energie Cottbus im BBBank Wildpark. Alle Infos zur Heimniederlage gegen Energie Cottbus gibt es im Spielbericht zum Nachlesen.

Wanitzek behauptet den Ball

Max Senfts Taktik

Im Vergleich zum Unentschieden vergangene Woche in Hannover nahm unser Coach zwei Veränderungen vor. Nachdem wir gegen die Niedersachsen in einem 4-2-3-1-System aufliefen, kehrte Senft gegen Cottbus wieder zur 4-4-2-Formation mit Raute zurück. Die Vierer-Abwehrkette blieb personell unverändert, so spielte Rafael Pinto Pedrosa auch diese Woche erneut auf der rechten Verteidiger-Position. Im Mittelfeld gab Danyal Zor den alleinigen Sechser, flankiert von Eichinger und Tim Civeja, der sein Startelfdebüt für den KSC gab und für Kevin Wiethaup in der Startelf stand. Unsere Nummer sieben hat sich im Training einen leichten Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und wird einige Wochen ausfallen. Wanitzek nahm die Zehnerposition ein und Louey Ben Farhat rotierte vom linken Mittelfeld nach vorne in den Sturm neben Shio Fukuda. Neben Wiethaup fällt auch Sebastian Jung weiterhin mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel aus. Moritz Broschisnki steht aufgrund von hartnäckigen Sprunggelenksproblemen, die sich unter anderem als Teilriss des hinteren Syndesmosebands herausgestellt haben, ebenfalls nicht zur Verfügung.

Das Spiel in der Zusammenfassung

Sofort auf Betriebstemperatur

Pünktlich um 13:30 Uhr gab der Unparteiische Robert Hartmann die Partie frei. Die Gäste fanden gut ins Spiel und brauchten nicht lange, um das erste Mal vor unserem Kasten aufzutauchen: Boziaris kam auf der rechten Außenbahn zum Flanken und fand in der Mitte Copado, der sich zum Kopfball hochschraubte und Bernat im kurzen Eck prüfte. In der 9. Minute konnten dann auch die Badener ihren ersten nennenswerten Abschluss verzeichnen. Nach einem langen Ball war es Louey Ben Farhat, der das Leder ohne zu zögern in Richtung Tor feuerte, sein Abschluss verfehlte das Tor um wenige Meter. Die erste Viertelstunde gehörte aber eindeutig den Lausitzern, die nach 14 Minuten die nächste Großchance in Person von Copado hatten. Der Angreifer setzte an der Strafraumkante zum Dribbling an und visierte danach das lange Eck an, abermals war unser Schlussmann überragend zur Stelle und kratzte die Kugel aus dem Winkel. Die darauffolgende Ecke führte zu einem Elfmeter. Nachdem Civeja Leonardo Bittencourt angeblich von den Beinen geholt haben sollte, schaltete sich allerdings der VAR ein. Nach Ansicht der Bilder nahm Robert Hartmann seine Entscheidung zurück und entschied sogar auf Schwalbe, so sah der Cottbus-Rückkehrer die Gelbe Karte.

Keine Zeit zum Durchatmen

Die erste Hälfte hatte es in sich, beide Mannschaften spielten mutig nach vorne und es ging hin und her. Angefangen mit Fukudas Abschluss, der noch leicht abgefälscht am Querbalken landete (21.). Cottbus antwortete mit einer Ecke, Borgmanns Kopfball parierte unsere Nummer Eins jedoch sicher. Nur zwei Minuten später war es wieder Fukuda, der den nächsten Angriff einleitete: Nach einem langen Ball hatte er zentral vor dem Tor viel Platz, aber noch zwei Gegenspieler vor sich. Er wartete geduldig auf seinen Angriffspartner Ben Farhat und legte im richtigen Moment quer. Der 20-Jährige legte sich den Ball jedoch etwas zu weit vor und scheiterte schließlich am Keeper des FCE. Die Fächerstädter machten nun immer weiter Druck und erspielten sich weitere Möglichkeiten. Nach einem langen Einwurf von Ofli landete der Ball vor den Füßen von Zor, der nicht lange fackelte und aus 13 Metern abzog, jedoch genau in die Arme von Lotka.

Dämpfer vor der Halbzeit

Gegen Ende der ersten 45 Minuten schien sich das Spiel erstmals etwas zu beruhigen, mitunter weil die Fans aufgrund eines medizinischen Notfalls ihren Support für einige Minuten eingestellt hatten. Doch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte spielten die Gäste noch einen letzten Angriff konsequent aus. Michelbrink schnappte sich im Mittelfeld das Spielgerät und marschierte mit Tempo in Richtung Tor, im Strafraum nahm er Copaldo mit, der in die Mitte zog und per Hacke wieder zurück auf Michelbrink legte. Der Mittelfeldmann des Aufsteigers jagte die Kugel an Bernat vorbei ins linke Eck. Somit gingen wir nach einer intensiven ersten Hälfte und zahlreichen Chancen auf beiden Seiten mit einem 0:1-Rückstand in die Pause.

Doppelchance zum Start

Unser KSC kam sichtbar motiviert in die zweite Hälfte. Wanitzek spielte den Ball zu Pinto Pedrosa, der nach Innen gab und Ben Farhat fand. Unsere Nummer 19 traf das Leder leider nicht richtig und kam deshalb nicht gefährlich zum Abschluss. Doch die Senft-Elf blieb weiter dran und setzte nach. Der zweite Ball landete beim zur Halbzeit eingewechselten Egloff, dessen Hereingabe konnte Fukuda leider nicht erfolgreich verwerten. Unsere Nummer 25 brachte frischen Wind in das Karlsruher Offensivspiel und so war es in der 50. Minute erneut Egloff, der Ben Farhat mit einem Steilpass in Szene setzte. Dessen Abschluss stellte allerdings kein Problem für den Rückhalt des FCE dar.

Cottbus-Joker sticht

Der gute Beginn unser Jungs beeindruckte die Gäste aber nicht. Cheftrainer Wollitz wechselte ebenfalls einmal zur Pause und brachte Dominik Pelivan. Eben jener hatte in der 55. Minute zu viel Platz im Sechzehner und konnte ungehindert flach ins linke Eck vollenden - 0:2. Cottbus gewann deutlich an Selbstvertrauen und legte in der 62. direkt nach: In Folge eines Fehlers im eigenen Aufbau kam Hannemann auf der linken Seite an den Ball und passte in den Rückraum. Der Klärungsversuch unserer Hintermannschaft landete direkt vor den Füßen von Justin Butler, der Linksaußen nahm den Ball mit ersten Kontakt nach vorne mit und vollstreckte aus 16 Metern ins kurze Eck – keine Chance für Bernat und 0:3 für Cottbus. In der Folge übernahm Cottbus gänzlich die Spielkontrolle und probierte es wie in der 71. Minute auch immer wieder aus der zweiten Reihe.

Starker Rückhalt

Die Lausitzer erspielten sich Chance um Chance, aber in letzter Instanz war es immer wieder Bernat, der uns vor weiteren Gegentreffern bewahrte. Nach einer Ecke stieg Butler am höchsten und nickte wuchtig aufs Tor – Endstation war unsere Nummer eins. In der 74. Minute kam dann noch etwas Glück dazu, als Kinsombi auf halblinker Position alleine auf unseren Dänen zulief und nur den rechten Pfosten traf.

 

Unser KSC versuchte gegen Ende der Partie nochmal alles, aber vielversprechende Torraumszenen konnten wir uns leider nicht mehr erarbeiten. Dabei halfen auch die Einwechslungen von John Davis Meyer und Sandro Tremoulet nichts mehr. Letzterer feierte immerhin sein Debüt in der 2. Bundesliga. Der FCE versuchte es in der 84. Minute nochmal mittels eines Distanzschusses von Michelbrink und spielte die Partie danach kontrolliert zu Ende.

Fazit & Ausblick  

Nach 90 Minuten müssen wir uns dem Aufsteiger aus Cottbus mit 0:3 geschlagen geben. Insgesamt ist die Niederlage sicherlich nicht unverdient, vor allem in der ersten Hälfte haben die Jungs von Max Senft es verpasst in Führung zu gehen. So konnten wir leider im vierten Ligaspiel in Folge keinen Sieg einfahren, diesen Negativ-Trend gilt es nächste Woche zu beenden. Wir spielen erneut zuhause und empfangen am Samstag um 13 Uhr den 1. FC Nürnberg im BBBank Wildpark.

Die Daten zur Partie

Energie Cottbus: Lotka – Rorig, Manu, Erlein, Borgmann – Bittencourt (Pelivan 46.), Michelbrink –Cigerci (Doumbia 85.), Boziaris (Hannemann 61.), Butler (Bogdanov 73.) – Copado (Kinsombi 73.)

KSC: Bernat – Pinto Pedrosa, Franke, Kobald (Tremoulet 81.), Ofli – Zor (Väänänen 81.), Civeja (Ponente Ramirez 63.), Eichinger (Egloff 46.), Wanitzek – Fukuda, Ben Farhat (Meyer 67.)

Ergebnis: 0:3

Tore: 0:1 Michelbrink (45.+2), 0:2 Pelivan (55.), 0:3 Butler (62.)

Gelbe Karten: Copado (7.), Bittencourt (18.) | Pinto Pedrosa (65.)

Schiedsrichter: Robert Hartmann

Ort: BBBank Wildpark

Zuschauende: 28.186


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