KSC benötigt bis zum Jahresende 600 Tausend Euro / Mitglieder wählen Schütterle zum Vizepräsidenten
(eis) 339 Mitgliedern in der Neureuter Badnerlandhalle konnten Präsidium und Verwaltungsrat des KSC bei der Jahreshauptversammlung eine finanzielle "Punktlandung" präsentieren. Die Gewinn und Verlustrechnung der zurückliegenden Saison konnte das Präsidententeam um Hubert Raase mit einem Minus von 1,5 Millionen Euro abschließen und damit den vom Verwaltungsrat genehnigten Haushalt nahezu exakt einhalten.
Raase und die Vizepräsidenten Michael Steidl und Rolf Hauer führten im zurückliegenden Jahr den radikalen Sparkurs von Vorgänger Gerhard Seiler fort: Nachdem der Gesamthaushalt der zurückliegenden Spielzeit gegenüber dem Vorjahr bereits von 13,7 auf 11,3 Millionen Euro gesenkt worden war, sparte die Vereinsführung in der laufenden Saison weitere zwei Millionen Euro ein.
Mit neun Millionen liegt der Gesamtetat der laufenden Runde nunmehr knapp 2 Millionen Euro unter dem Haushalt der Regionalligasaison vor drei Jahren.
Dass das Präsidium den genehmigten Haushalt nicht sprengen musste, sei ohne externe Hilfe jedoch nicht möglich gewesen, betonte der Verwaltungsratsvorsitzende Peter Mayer. Die LK Medien (Kölmel) verzichtete auf ihre anteiligen Fernsehgelder der abgelaufenen Saison, die Stadt Karlsruhe auf Mietzahlungen und die Karlsruher Banken auf Zinszahlungen. "Damit haben wir rund 650 Tausend Euro einsparen und den Haushalt einhalten können", bedankte sich Mayer. Um nicht gegen die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) auferlegten Kapitalauflagen zu verstoßen, muss der KSC jedoch bis zum Jahresende einen Überschuss von 600 Tausend Euro erzielen. Ein Verstoß würde eine weitere Geldstrafe und im schlimmsten Fall gar einen Punktabzug nach sich ziehen. "Wir werden versuchen, die Verbesserung der Bilanz über Sponsoren zu erreichen", gibt Hubert Raase als Marschroute aus. Für den übrigen Betrag sollen Freunde und Gönner des Vereins mit Darlehen in die Bresche springen. Trotz der erfolgreichen Kostenersparnis in allen Bereichen erweist sich die wirtschaftliche Konsolidierung des stark angeschlagenen Traditionsvereins als sehr mühsam. "Die Kölmel Gelder wurden alle in der Regionalliga ausgegeben und haben den großzügigen Etat ermöglicht", ärgerte sich Peter Mayer. Doch genau diese Gelder sind es, die die Karlsruher nun unbefristet 15 Prozent der Fernsehgelder kosten.
Nach wie vor in der Schwebe befindet sich in diesem Zusammenhang die Zahlungsaufforderung des KSC an die Versicherung von Ex Präsident Detlef Dietrich. Raase: "Die Versicherung hat uns heute mitgeteilt, dass sie den Versicherungsschutz ablehnt". Der Verein will zwar den mühsamen Rechtsweg bemühen bis zum Jahresende wird der Prozess aber keinesfalls ausgestanden sein, sodass sich der Verein zur Einhaltung der Auflagen anderer Geldquellen bedienen muss. Aus sportlicher Sicht würde das Erreichen des Pokalachtelfinales einen warmen Geldregen bedeuten, da die Einnahmen aus dem DFB Pokal bis auf die TV Gelder der ersten Runde nicht im Haushalt eingeplant sind. "Und da sich die Fernsehgelder von Runde zu Runde verdoppeln, wäre es immens wichtig für uns, gegen Hoffenheim in die dritte Runde einzuziehen", erklärte Vizepräsident Michael Steidl.
Mit 97 Prozent der abgegebenen Stimmen sprachen die Mitglieder im Anschluss Hubert Raase und Michael Steidl ihr Vertrauen aus und wählten Raase bei den turnusmäßigen Neuwahlen erneut zum Präsidenten, Steidl ins Amt des Stellvertreters. Für den scheidenden Rolf Hauer, der aus persönlichen Gründen nicht mehr kandidierte, wählten die 339 Stimmberechtigten mit 87 Prozent der Stimmen den bisherigen Verwaltungsrat Rainer Schütterle zum zweiten Vizepräsidenten des Karlsruher SC.
Mit 147 zu 105 Stimmen beschloss die Versammlung im weiteren Verlauf des Abends noch die Wiedereinführung des Vereinsemblems von 1952. Dieses war 1998 durch das derzeitige KSC Logo ersetzt werden, zu Beginn der kommenden Saison soll die Pyramide nun wieder aus dem Wappen verschwinden. Die Rückführung soll jedoch gemäß des Antrags schrittweise und möglichst kostenneutral erfolgen.









