Doppelpacker Bicki schießt U23 an die Tabellenspitze

Blicker-Elf gewinnt Topspiel

aKAdemie

Die U23 der KSC grenke aKAdemie war im letzten Heimspiel gegen Spitzenreiter Bruchsal gefordert. Die Vorzeichen der Partie waren klar: Der Sieger geht als Tabellenführer in den letzten Spieltag der Saison, der Verlierer muss zum Schluss auf Schützenhilfe hoffen. Bei einem Unentschieden bliebe Bruchsal Spitzenreiter.

Im Vergleich zum 2:1-Auswärtssieg bei Astoria Walldorf am vergangenen Spieltag veränderte Cheftrainer Dietmar Blicker seine Startelf für das richtungsweisende Spiel gegen den Tabellenführer aus Bruchsal auf einer Position. Jakob Distelzweig stand anstelle von Marlon Dinger von Beginn an auf dem Feld und bildete mit Enes Zengin das Duo in der Innenverteidigung.

Bei leicht bewölkten 20 Grad waren die knapp 2000 Zuschauer in Erwartung eines Fußballfestes. Aufgrund der Tabellenposition beider Mannschaften war vom Anpfiff weg klar, wie viel auf dem Spiel stand.
Bereits nach zwölf Sekunden krachte es das erste Mal. Bruchsal eröffnete das Spiel über die linke Seite, wo Robert Geller etwas übermotiviert in seinen Gegenspieler rutschte und sich umgehend die erste gelbe Karte der Partie abholte.

Blitzstart dank Traumtor

Die Anfangsphase ließ in der Folge weiterhin keine Möglichkeit zu blinzeln. Fynn Geigle schlug von links einen langen Ball in die Spitze, den Nico Engel per Kopf zu seinem Sturmpartner Bekem Bicki verlängerte. Unser bulliger Angreifer kontrollierte die Kugel mit der Brust und beförderte sie per Direktabnahme in den linken Winkel ­– die frühe Führung unter tosendem Applaus für unseren KSC im Kampf um die Pole-Position im Aufstiegsrennen (2.).

Die Blicker-Elf ließ den Gegner in den kommenden Minuten durch intensives Pressing und hohe Ballgewinne kaum ins Spiel kommen. Erstmals entwickelte Bruchsal nach 16 Minuten Torgefahr, doch Paulino de Tullio scheiterte aus 17 Metern an Aki Koch. Besonders die starke rechte Seite der Gäste hatten Fynn Geigle und Marius Mahle weitestgehend im Griff.

Alu-Glück für Koch und Co.

Die umkämpfte Partie war geprägt von hoher Intensität und energischen Eins-gegen-Eins-Duellen. Kein Team schenkte dem anderen einen Zentimeter Freiraum. Während Blau-Weiß das etwas engagiertere Team war, sich aber nur Halbchancen durch Engel (20.) und Mahle (22.) herausspielen konnten, kamen die Gäste zu ihrer bis dato besten Gelegenheit.
Ein Eckball flog scharf getreten in den Karlsruher Strafraum, Bruchsals Innenverteidiger Christian Reuer stieg am höchsten und köpfte das runde Leder wuchtig an die Latte (25.).

Unsere Jungs vermittelten den Eindruck nun wieder stärker aufs Gaspedal drücken zu wollen. Einen Freistoß von Fynn Geigle köpfte Kapitän Jakob Weißer in der Folge aus kurzer Distanz nur ans Außennetz (27.).

Umkämpfte Schlussphase

Der Tabellenführer aus Bruchsal fokusierte sich auf Kurzpassspiel, unsere Jungs hingegen suchten oft den direkten Weg aus der Defensive zu einem der Stoßstürmer, die nahezu jeden Ball festmachen konnten. Insbesondere der stark aufspielende Bekem Bicki war vermehrt nur durch Fouls zu stoppen.
Zum Ende des ersten Durchgangs wurde die Partie hitziger und die Fouls härter. Nach 33 gespielten Minuten wurde Freddy Recktenwald direkt vor der gegnerischen Bank gelegt. Es kam zu einer kleineren Rudelbildung und zu einer Verwarnung des Ersatztorhüters, der unerlaubt das Feld betreten hatte.

Kurz vor der Pause wagten sich die Gäste nochmal nach vorne. Ein stark vorgetragener Angriff über die rechte Offensivseite fand seinen Weg zu Alessandro Sautter, dessen Distanzschuss um Haaresbreite das Tor verfehlte (40.).
Halbzeit eins endete mit einem Wehrmutstropfen für Blau-Weiß. Nach einem intensiven Zweikampf im Mittelfeld blieb Robert Geller liegen und musste noch vorm Pausenpfiff von Sebastian Weizel ersetzt werden (44.).

Ruhiger Beginn nach Wiederanpfiff

Beiden Teams legten zum Beginn des zweiten Durchgangs weniger Intensität und Giftigkeit an den Tag als noch vor der Pause. Blau-Weiß blieb das aktivere Team und erspielte sich nach Sololäufen von Recktenwald (52.) und Bicki (58.) weitere Torchancen. Richtig gefährlich wurde es für Bruchsals Schlussmann Oliver Seitz allerdings nicht. Die Gäste taten sich zunehmend schwer und zeigten sich im Passspiel oft zu ungenau. Zudem gelang es unseren Jungs mit cleveren Fouls den Bruchsaler Spielfluss zu unterbrechen.

Ausgleich als Stimmungsdämpfer

Als es der Tabellenführer erstmals schaffte, sein Kombinationsspiel stringent auf den Platz zu bringen, wurde es umgehend gefährlich. Hüseyin Durmus und Alessandro Sautter spielten sich mit einem simplen Doppelpass auf der linken Seite in die gefährliche Zone. Letzterer brachte den Ball flach und hart in die Mitte, wo Paulino de Tullio nur noch den Fuß hinhalten musste und auf 1:1 stellen konnte (64.).

Platzverweis zieht Bruchsal den Stecker

Die Blicker-Elf zeigte sich unbeeindruckt und spielte umgehend weiter nach vorne, um die Führung wiederherzustellen. Doch der nächste Aufreger der Partie hatte nichts mit Torgefahr zu tun. Ein langer Abschlag der Gäste landete bei Devin Sür, der clever nach vorne verteidigte und den Ball antizipierte. Bruchsals Alessandro Sautter eilte der Kugel hinterher und rauschte mit den Stollen voraus in den Karlsruher Flügelstürmer. Dem Schiedsrichter blieb keine andere Wahl als dem Mittelfeldspieler die rote Karte zu zeigen (75.).

Bruchsal vergibt, KSC trifft

Die Unterzahl hemmte den Tabellenführer zunächst aber nicht. In den Minuten nach dem Platzverweis kam die Elf von Benjamin Britsch zu drei gefährlichen Gelegenheiten. In der 79. Spielminute wurde eine Freistoßflanke aus dem Halbfeldlänger und länger und klatschte auf die Latte. Der anschließende Eckball wurde unzureichend geklärt, weswegen Christian Reuer an die Kugel kam und sie aus fünf Metern auf den Kasten von Aki Koch stocherte. Dieser parierte bei kurzer Reaktionszeit überragend und hielt unsere Jungs im Spiel.
Fünf Minuten später war unsere Nummer 1 erneut zur Stelle, als Bruchsals Daniel Neres de Oliveira aus zentraler Position zum Abschluss kam (84.).

Blau-Weiß schüttelte sich kurz und startete die Gegenoffensive. Devin Sür schlug über links einen langen Ball in den Lauf von Bekem Bicki, welcher sich robust im Eins-gegen-Eins durchsetzte und Gäste-Keeper Oliver Seitz zur erneuten Führung tunnelte. (88.). Die knapp 2000 Zuschauer waren plötzlich in Ekstase und feierten den Doppeltorschützen lautstark.

Entscheidung in der Nachspielzeit

Nachdem sich die Feierlichkeiten beruhigten, zeigte Schiedsrichter Philipp Hofheinz insgesamt sieben Minuten Nachspielzeit an.
Unsere Jungs nutzten den Schwung, den der Führungstreffer entfachte und blieben am Drücker.  Insbesondere Freddy Recktenwald forderte immer wieder den Ball, sorgte für Raumgewinn und zog clever Foulspiele.
Ebendieser entfernte in der sechsten Minute der Nachspielzeit schlussendlich alle Restzweifel am Heimsieg. Sebastian Weizel kontrollierte die Kugel am Bruchsaler Sechzehner. Unsere Nummer 8 blieb stabil gegen zwei Verteidiger, behielt die Übersicht und bediente Recktenwald an der rechten Strafraumkante. Unser pfeilschneller Außenverteidiger nahm sich noch einen Kontakt und schloss überlegt ins lange Eck ab.

Kurz darauf ertönte der Abpfiff. Auf der einen Seite war die Enttäuschung groß, auf der anderen Seite brach ungebändigte Freude aus.

Fazit und Ausblick

Unsere U23 übernahm mit dem Heimsieg einen Spieltag vor Saisonende die Tabellenführung und hat den Aufstieg komplett in der eigenen Hand. Für Cheftrainer Dietmar Blicker war eine deutliche Entwicklung im Vergleich zum Hinspiel sichtbar: „Die Mannschaft hat sich in das Spiel reingebissen und hat sich extrem gut gewehrt. Es ist natürlich toll hier zu Hause vor 2000 Zuschauern und so einer Stimmung das Spiel zu gewinnen“.
Am letzten Spieltag fährt das Team zur SG-HD Kirchheim, um den Aufstieg final klarzumachen. Blicker bewertet die Partie wie folgt: „Die Jungs haben jetzt schon 13 Entscheidungsspiele gespielt. Der Sieg heute gibt uns Selbstbewusstsein für den letzten Schritt, den wir jetzt noch gehen müssen.“

Der Saisonabschluss findet am 31.05. um 17 Uhr am Sportzentrum HD-Süd in Heidelberg statt.


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