"Wollen unsere Talente so ausbilden, damit sie im Wildpark bestehen können"
Wenn die U19 des KSC in der kommenden Woche in die neue Spielzeit der A-Junioren-Bundesliga startet, nimmt erstmals Stefan Sartori als Cheftrainer auf der Bank der Blau-Weißen Platz. Die Nachwuchsredaktion von ksc.de stellt den gebürtigen Breisgauer vor.

"Die Jungs haben das Glück Fußball spielen zu dürfen, was einfach das Schönste auf der Welt ist", sagt Stefan Sartori und fügt lachend hinzu: "Wobei es als Trainer doch noch besser ist. Hätte ich früher gewusst, was ich jetzt als Trainer weiß, wäre ich um Klassen besser gewesen." Der heute 39-Jährige spielte selbst zwischen 1992 und 1994 in der Zweiten und Ersten Bundesliga für den SC Freiburg. Nachdem er fünf Jahre später seine aktive Karriere verletzungsbedingt beenden musste, studierte er Sportmanagement und war noch in der Oberliga im Einsatz, ehe er seine Trainerlaufbahn begann. Zunächst erarbeitete Sartori sich untere Trainerlizenzen und betreute diverse bfv-Auswahlmannschaften, danach trainierte er den FV Neuthard und den 1. FC Pforzheim. 2008 folgte die Ausbildung zum Fußball-Lehrer in Köln, in den vergangenen vier Jahren agierte er als Trainer der Mainzer A-Jugend.
"Das war eine sehr intensive und erfolgreiche Zeit", erinnert sich Sartori. "Jetzt gilt es, auch beim KSC etwas zu bewegen. Das ist meine Aufgabe." Ausschlaggebend für den Wechsel in den Wildpark sei insbesondere die ihm entgegengebrachte Wertschätzung gewesen. "Man hat sich so um mich bemüht, da musste ich nicht lange überlegen. Das Gesamtpaket hat mich einfach überzeugt." So spüre er im Umfeld, dass gerade "viel möglich und machbar" ist. "Es gibt hier schon sehr viel Gutes, aber ich glaube, man kann mit einigen grundsätzlichen Änderungen und neuen Dingen sehr viel erreichen und daher hat mich diese Aufgabe wahnsinnig gereizt."
Während Sartori in den vergangenen Jahren täglich mit dem Auto nach Mainz pendelte, fährt er nun mit dem Rad zur Arbeit. "Ich wohne seit 19 Jahren in Karlsruhe und bin hier zuhause. Ich weiß jetzt, worüber meine Spieler sprechen." Diese hat er als "interessiert und wissbegierig" kennengelernt. "Wir haben eine wirklich gute Truppe und ich denke, dass wir mit unserer Arbeit frischen Wind in das Team bringen." Es soll für die Gegner noch unangenehmer werden gegen den KSC zu spielen, sagt Sartori. "Wir wollen mit Risiko spielen und keine Angst haben hoch zu verteidigen oder Fehler zu machen. Keine Mannschaft soll sich auf uns freuen und ich denke wir sind auf einem guten Weg das zu schaffen."
Neben seiner Tätigkeit als Trainer der U19 leitet Stefan Sartori auch den Leistungsbereich im Talentteam und ist somit für die Verzahnung der U19, U17 und U16 zuständig. "Die Zusammenarbeit mit Tim Walter und Wilfried Trenkel funktioniert einwandfrei, da wir eine ähnliche Auffassung vom Fußball haben. Es geht nur um kleine Nuancen, damit wir einen Wiedererkennungswert innerhalb der Mannschaften schaffen und eine einheitliche Spielphilosophie entwickeln." Dennoch sollen die Spieler noch genügend Raum haben, sich entfalten zu können. In Zusammenarbeit mit den Leitern des Grundlagen- und Aufbaubereichs werden so alle Trainer gemeinsam in die richtige Richtung geleitet. "Auf diesem Weg soll von unten alles herauf wachsen", erklärt Sartori und ergänzt: "Wir sind mit unseren Trainern im Nachwuchsbereich extrem gut aufgestellt. Mit diesem gebündelten Wissen wollen wir noch mehr Qualität einbringen, als sie sowieso schon da ist. Wir wollen unsere Talente so ausbilden, damit sie im Wildpark vor 25.000 Fans bestehen können."
Sartori selbst beschreibt sich als "auf dem Platz laut und emotional" und setzt auf Regeln. "Es sind gewisse Richtlinien da und ich fordere wahnsinnig viel von den Jungs, kann aber auch schnell wieder locker lassen und ihnen die nötigen Freiheiten geben, damit sie ihre eigenen Erfahrungen sammeln. Sie müssen lernen hinzufallen und wieder aufzustehen. Auch das gehört zur Ausbildung." Genauso wird aber auch viel gelacht. "Die Jungs können nur guten Fußball spielen, wenn sie sich wohlfühlen," beschreibt er sein Konzept. "Sie sollen Spaß haben, aber dennoch mit dem nötigen Ernst bei der Sache sein."











