Verletzungspech dünnt KSC Kader aus
(eis) Die Probleme beim finanziell und sportlich angeschlagenen Zweitligisten Karlsruher SC wollen einfach nicht abreißen. Zwei Tage nach der Beurlaubung von Cheftrainer Stefan Kuntz traf die Badener das Verletzungspech vor der anstehenden Auswärtspartie bei LR Ahlen am kommenden Sonntag, 15 Uhr, knüppeldick: Thomas Walter, Marco Grimm und Mario Eggimann stehen Interimstrainer Marco Pezzaiuoli nicht zur Verfügung, für Witold Wawrzyczek und Christian Hassa kommt allenfalls ein Kurzeinsatz in Betracht, zudem steht hinter der Einsatzbereitschaft von Abwehrroutinier Torsten Kracht, sowie des Angreifers Moritz Hoeft noch ein dickes Fragezeichen.
Bei Stammkeeper Walter diagnostizierten die Ärzte diese Woche einen beidseitigen Leistenbruch, der dem Schlussmann schon in der vergangenen Woche enorme Schmerzen bereitete. Abhilfe schafft hier nur eine Operation zu welchem Zeitpunkt diese stattfindet, liegt alleine im Ermessen des 35 Jährigen. "Eine Möglichkeit ist die Operation mit Medikamenten bis in die Winterpause oder gar bis nach der Saison hinauszuzögern", so Pezzaiuoli, dies müsse der Spieler aber selbst entscheiden. Fakt ist jedenfalls, dass Walter nach einer Operation vier Wochen ausfallen würde.
Nicht minder schwer trifft den KSC der Ausfall von Mario Eggimann, der wegen eines Haarrisses im Lendenwirbelbereich mindestens sechs Wochen ausfallen wird.
Verteidiger Marco Grimm fehlt wegen eines grippalen Infektes, Selbiges gilt für Kracht und Hoeft, diese konnten das Training aber bereits wieder aufnehmen.
Witold Wawrzyczek reicht es kräftemäßig höchstens für einen 20 Minuten Einsatz, Christian Hassa nimmt zwar wieder am Trainingsbetrieb teil, seine Sehne ist aber noch immer entzündet. Der Mittelfeldspieler setzte in dieser Woche die Schmerztabletten ab und "spürt daher jeden Ballkontakt", so Pezzaiuoli.
"Es bringt aber nichts darüber zu jammern, wir müssen den Blick nach vorne richten und mit der Mannschaft auflaufen, die uns zur Verfügung steht." Den Spielern, so berichtet der Übergangscoach, steckt der Schock des Trainerwechsels teilweise noch in den Knochen: "Die Mannschaft stand hinter dem Trainer und das ist auch heute noch so."
Man müsse nunmehr die Kräfte bündeln um am Sonntag zu gewinnen, an dieser Marschroute lässt der 34 Jährige keinen Zweifel: "Wir haben letztes Jahr mit 1:4 in Ahlen verloren, am Sonntag wollen wir ohne Gegentor bleiben und drei Punkte mit nach Hause nehmen."
Eine taktische Veränderung im Offensiv und Defensivbereich kündigt Pezzaiuoli zwar an, möchte sich aber noch nicht in die Karten schauen lassen. An der 4 4 2 Formation des Gegners möchte man sich aber auf keinen Fall orientieren: "Wir müssen uns auf unser eigenes Spiel konzentrieren."
Von den KSC Amateuren wird Ivan Saenko den Kader ergänzen und steht Edmund Becker am morgigen Samstag bei der Partie gegen die Amateure des VfB Stuttgart nicht zur Verfügung. Christian Adam wird dort zwischen den Pfosten der Blauweißen stehen und am Sonntag als Ersatzkeeper für das Ahlen Spiel nachreisen.
Nachdem Stefan Kuntz und Frank Lelle am gestrigen Abend die Mannschaft und heute die Geschäftsstelle zum Abschiedsessen lud, richtet man im Wildpark den Blick nach vorne auf die anstehende Aufgabe in Ahlen.
Nächste Woche möchte man einen neuen Chefcoach verpflichten, der dem Verein in der laufenden Runde den Klassenerhalt sichern soll. Wasserstandsmeldungen der Trainersuche liegen bislang nicht vor, Sportmanager Dohmen suchte man am Freitag Mittag in der Geschäftsstelle allerdings vergebens, dieser weilte bei einem Termin außer Hause. Marco Pezzaiuoli hat sich jedenfalls mit einer externen Lösung abgefunden und legt zunächst keine Ambitionen auf den Trainerposten an den Tag: "Ich gehe davon aus, dass dies mein einziges Spiel als Cheftrainer sein wird."











