KSC legt Jahresbilanz vor / Seiler möchte Ende des Jahres Weg für Nachfolger freimachen
(eis) Gerhard Seiler wird nicht bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode Präsident des Karlsruher SC bleiben, sondern sein Amt voraussichtlich noch in diesem Jahr zur Verfügung stellen. Das gab der 72 Jährige am Donnerstag Abend bei der ordentlichen Mitgliederversammlung des Sportclubs vor 410 KSC Mitgliedern bekannt. "Es sind persönliche Gründe, die mich zu diesem Schritt bewogen haben", so der Ex OB. "Ich habe mein Bestes gegeben, die Kraft für einen strukturellen Neuaufbau besitze ich nicht und möchte deshalb noch vor Ablauf der satzungsgemäßen Amtszeit den Weg dafür freimachen." Seiler habe aber keineswegs vor "die Brocken hinzuschmeißen". Natürlich bleibe er so lange im Amt, bis ein Kandidat für die Nachfolge gefunden ist und dies sei eben frühestens Ende diesen Jahres der Fall.
Im weiteren Verlauf präsentierte das Vereinsoberhaupt den Mitgliedern eine ausgeglichene Bilanz, die zum 30. Juni 2002 einen Gewinn von 1,1 Millionen Euro ausweist. Zwar schloss der Verein das Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust von 4,3 Millionen Euro ab, eine Kapitalausschüttung Verkauf von Vermarktungsrechten an Partner "KKK", Kölmel Restgelder und Rückkauf der Stadt von Stadionteilen brachte aber das positive Jahresergebnis. Im Ausgewiesenen Gewinn ist die von der DFL angedrohte Strafe von zweihunderttausend Euro bereits berücksichtigt, noch bleiben dem KSC aber einige rechtliche Instanzen um dieser Zahlung eventuell entgehen zu können.
Kaum zur Sprache kamen die beiden heiß erwarteten Themen des Abends. Die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung riss Gerhard Seiler nur kurz an, die Entlastung des ehemaligen Präsidiums stellten die Mitglieder auf Anraten des Verwaltungsratsvorsitzenden Mayer mit großer Mehrheit zurück, um offenen juristischen und versicherungstechnischen Fragen nicht vorzugreifen.
"Wir können die Lizenzabteilung nur ausgliedern, wenn wir im Profifußball sind", berichtet Präsident SeilerDie derzeitige sportliche Situation mache eine Diskussion dieses Sachverhaltes unmöglich, "wir kommen im Moment einfach nicht weiter", fasst Seiler zusammen. Sollte der Tabellenstand aber wieder ein positiveres Bild abgeben, werde diese Frage auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zur Debatte gestellt.
Ex Präsident Detlef Dietrich, der sich derzeit im Ausland befindet, teilte den Mitgliedern in einer offenen Stellungnahme mit, dass die wirtschaftliche Situation zur Zeit seines Rücktritts nicht durch ihn verursacht worden sei, er aber dennoch die politische Verantwortung trage. "Die von der Geschäftsführung vorgelegten monatlichen Bilanzen waren an entscheidenden Positionen nicht korrekt gefertigt", so Dietrich. Mit seinem Rücktritt habe er den Weg für die ihm versagte Unterstützung der Kommunalpolitik freimachen wollen.
Michael Steidl und Martin Lenz, zuletzt Vizepräsidenten unter Dietrich, tragen laut Ressortverteilung des Ex Präsidiums keine Verantwortung an der finanziellen Fehlentwicklung, stimmten aber einer Zurückstellung der Entlastung zum Wohle des Vereins zu.
Die Entlastung des Präsidiums und Verwaltungsrates brachte das erwartungsgemäß deutliche Ergebnis, zudem stimmten die Mitglieder der von der DFL geforderten Satzungsänderung zu, mit der eine Einflussnahme von Wirtschaftsunternehmen bei mehreren Vereinen gleichzeitig verhindert werden soll.











