Ruthenbeck: "In dieser Liga ist alles möglich"
Seit 2013 hat Stefan Ruthenbeck beim VfR Aalen das Sagen. Im Vorfeld der Auswärtspartie des KSC auf der Ostalb (Sonntag, 13.30 Uhr) spricht der gebürtige Kölner über die aktuelle Lage seines Teams und die Möglichkeiten in der 2. Bundesliga.

Herr Ruthenbeck, nachdem Sie den VfR Aalen vor der Spielzeit 2013/14 übernommen hatten, konnte man die Saison im Mittelfeld der Zweitligatabelle abschließen. Momentan gestaltet sich die Situation für Sie und den Verein ungleich schwieriger. Befinden Sie sich momentan in der heikelsten Phase seit Amtsbeginn?
Klar ist die Phase, die wir derzeit erleben, nicht einfach. Aber wir wussten immer, dass wir in eine solche Situation kommen können.
Nach dem Aufstieg aus der 3. Liga hat sich der VfR Aalen in der 2. Bundesliga quasi als Stammkraft etabliert. Was spricht auch in der dritten Spielzeit in Folge für den Klassenerhalt Ihres Teams?
Etabliert haben wir uns in der 2. Liga noch nicht - wir sind dabei, uns zu etablieren. Und das wird uns vor allem gelingen, weil wir hier mit der nötigen Ruhe arbeiten können.
Gibt man sich auf der Ostalb überhaupt noch mit dem Klassenerhalt zufrieden oder sind die Erwartungen im Umfeld mittlerweile gestiegen?
Nein. Auch das ist klar kommuniziert. Aufgrund unserer finanziellen Möglichkeiten ist Jahr für Jahr das Ziel, die Klasse zu halten.
Zu allem Überfluss hat die DFL zu Beginn der letzten Woche beschlossen, dem VfR zwei Punkte abzuziehen, wogegen der Verein erwartungsgemäß Einspruch eingelegt hat. Wie stark beeinflusst das Ihre Arbeit und die des Teams?
Wir sind trotzdem Sechzehnter geblieben und werden weiterhin alles dafür tun, sportlich die Klasse zu halten.
Kommen wir zum Spiel am Sonntag! Das letztjährige Heimspiel gegen den KSC konnte Ihr Team für sich entscheiden und somit eine 12-Spiele-Serie der Karlsruher beenden. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Partie?
Wir haben damals eine sehr disziplinierte Mannschaftsleistung abgeliefert, sind an unsere Leistungsgrenze gegangen und haben uns dafür mit einem Heimsieg belohnt.
Im Vergleich zum Aufeinandertreffen vor einem Jahr haben sich die Vorzeichen allerdings etwas verändert. Erwarten Sie deshalb ein komplett anderes Spiel?
Nein. Wir werden wieder eine gute Mannschaftsleistung brauchen und müssen über Grenzen gehen. In dieser Liga ist in jedem Spiel alles möglich.
Der VfR hat während der Länderspielpause ein Testspiel gegen Erstligist Bayer Leverkusen bestritten und nur knapp verloren. Möchten Sie auch im Baden-Württemberg-Duell an diese Leistung anknüpfen?
Wir wollen dieses Spiel nicht überbewerten und stattdessen an die letzten Meisterschaftsspiele anknüpfen.
Mit Sascha Traut und Enrico Valentini stehen zwei ehemalige Aalener im KSC-Kader, die Sie persönlich gut kennen. Wie beurteilen Sie die Entwicklung der beiden?
Das steht mir nicht zu. Aber Fakt ist, dass die beiden jedem Zweitligateam gut zu Gesicht stehen würden.
Auch wenn Trainer am liebsten über die eigene Mannschaft sprechen – wie schätzen Sie die Möglichkeiten des KSC für den restlichen Saisonverlauf ein?
Die Liga ist eng, alles ist möglich. Die konstantesten Mannschaften gehen am Ende nach oben.
Das Gespräch führte David Horak











