Rothenbach: "Sehe keinen Favoriten"

Profis

Er spielte lange Jahre für den KSC, ehe er zum FC St. Pauli wechselte. Dort ist er auch nach seiner Karriere aktiv. Carsten Rothenbach im Interview über den KSC, die aktuelle Saison und das Spiel am Freitag.

Carsten Rothenbach, du bist nach deiner aktiven Karriere zum FC St. Pauli zurückgekehrt. In welcher Funktion?
Derzeit bin ich Assistent der Geschäftsleitung Sport bei Thomas Meggle. Ich mache das jetzt schon ein paar Monate und bin damit recht glücklich. Es ist ein guter Start in die Karriere nach dem Sport.

Was sind deine Aufgaben?
Es geht vor allem um die interne Kommunikation und die Kommunikation mit der DFL. Dazu unterstütze ich Thomas bei Transfers. Das ist mein Aufgabenbereich.

Wir haben mit dir vor zwei Jahren schon mal ein Interview gemacht, da warst du noch aktiver Fußballer. Was macht mehr Spaß?
Es macht beides Spaß, aber wenn ich ehrlich bin, ist der Beruf des Profifußballers der schönste der Welt. Aber irgendwann muss man einsehen, dass der Körper nicht mehr so mitmacht, wie man das gerne möchte. Daher ist es mir nicht so schwer gefallen, aufzuhören, und weil ich verletzt war, wurde mir die Entscheidung auch ein Stück weit abgenommen. Weil ich jetzt aber einen so interessanten Job habe, trauere ich nicht meiner Fußballerzeit hinterher.

St. Pauli steht nach 18 Spieltagen hervorragend da und ist Tabellenvierter. Wie seid ihr bisher zufrieden?
Sehr. Wenn man sich die letzte Saison anschaut - da sind wir knapp am Abstieg vorbeigeschrammt - ist das sensationell für uns, dass wir eine so gute Rolle spielen. Man sieht, dass wir mit unserer mannschaftlichen Geschlossenheit einiges bewirken können. Wir sind vor allem damit zufrieden, wie die Mannschaft sich präsentiert.

Dabei kratzt ihr auch an den direkten Aufstiegsplätzen. Was ist nach oben noch drin?
Der direkte Aufstieg ist schon sehr schwierig, weil Freiburg und Leipzig die beiden besten Mannschaften der Liga sind. Ich gehe davon aus, dass sie auch nach oben gehen werden. Wahrscheinlich werden sie im Winter auch nochmal personell nachlegen. Der Relegationsplatz ist von vielen Teams, zu denen wir als aktuell Vierter ebenfalls gehören, hart umkämpft.

Im Hinspiel siegte St. Pauli im Wildpark mit 2:1. Seid ihr deiner Meinung nach wieder der Favorit?
Nach dem Tabellenstand ja. Aber auch wir haben gesehen, dass der KSC sich nach dem schwierigen Saisonstart gefangen hat. Ohne den Start würden sie wesentlich weiter vorne stehen. Daher sehe ich niemanden als Favorit. Unser Vorteil ist, dass wir ein Heimspiel haben und wir wollen natürlich drei Punkte holen.

Wenn der KSC gegen St. Pauli spielt – wie geht es dann Carsten Rothenbach? Schließlich hast du hier in der Jugend gespielt und immerhin sieben Jahre als Profi verbracht.
In erster Linie werde ich die 90 Minuten als Offizieller des FC St. Pauli erleben. Und so werde ich auch mitfiebern. Aber es ist natürlich auch so, dass ich den KSC verfolge und ich freue mich auf das Spiel. Ich habe zu beiden Klubs schöne Verbindungen, aber natürlich will ich einen Heimsieg für uns.

Dimitris Diamantakos hat in den letzten Spielen öfters getroffen. Legt die St.-Pauli-Abwehr auf ihn einen besonderen Fokus?
Er ist ein guter Spieler und hat von sich reden gemacht. Ich bin aber sicher, dass Ewald Lienen den Fokus aber auch auf die anderen Karlsruher gelegt hat.

Dafür hat Lennart Thy die letzten sechs St. Pauli-Tore gemacht. Was habt ihr denn dem ins Futter getan?
Das Spiel gegen Düsseldorf war sicherlich eine Sternstunde für ihn, aber er ist ein ganz wichtiger Faktor bei uns im Spiel. Er arbeitet viel für die Mannschaft und schießt wichtige Tore. Es ist gut zu wissen, so einen Stürmer bei uns zu haben.

Nach dem Spiel geht’s für alle Teams in die Winterpause. Auf was liegt der Fokus dann in der Rückrunde?

So weit denken wir noch gar nicht. Das Jahr 2015 war für uns sehr hart, deswegen hoffen wir einfach, dass die Mannschaft nochmal alles gibt und dann auch zwei Wochen komplett abschaltet. Wir brauchen viel Regeneration, vor allem für den Kopf. Den Urlaub haben sich die Jungs verdient.

Das Interview führte Fabian Herbers


Match
Center