Jakobs Reise-Update

Quer durch die Wüste – KSC-Fan unterwegs

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Post aus Dubai! Vor einigen Wochen erreichte uns eine Postkarte aus dem Emirat. Absender war der weltreisende KSC-Fan Jakob Alberti, der inzwischen seit über 300 Tagen auf seinem Fahrrad um den Globus fährt. Seit dem letzten Bericht ist einiges passiert. Jakob radelte über steinige Wege, passierte Wüsten und überquerte Weltmeere. Aber alles der Reihe nach…

Jakob mit dem Fahrrad im Irak
Postkarte von Jakob
Post aus Dubai: Jakobs Nachricht an den KSC

Die nächste Großetappe des sportlichen KSC-Fans startete im Irak. Dort machte Jakob Halt in Babylon. Entgegen seiner Erwartungen waren die touristischen Orte der historischen Stadt kaum besucht, stattdessen tummelten sich jedoch Menschenmassen an den religiösen Stätten. So konnte der Karlsruher aber in aller Ruhe einen Eindruck von der geschichtsträchtigen Metropole gewinnen, bevor es für ihn weiter in den Südosten ging. Dort sah er sich wie bereits seit dem Eintritt in die nahöstlichen Länder mit derselben, wenn auch lieb gemeinten Problematik konfrontiert: Schlafeinladungen. Jakob erfuhr eine riesige Gastfreundschaft und wurde häufig von Einheimischen dazu eingeladen, in ihrem Haus zu nächtigen. Allerdings kamen diese Angebote oftmals mit seinem Tagesplan in die Quere. Daher stellte er die Regel auf, dass er frühestens ab 17:00 Uhr Einladungen annimmt.

Zu Besuch bei CR7

Über die Zwischenstation Kuwait ging es für Jakob weiter nach Saudi-Arabien. Dort versuchte der Karlsruher seine KSC-Abstinenz mit lokalem Fußball zu kompensieren und besuchte in Riad ein Spiel von Al-Nassr. Statt Marvin Wanitzek musste der Radreisende dort mit Cristiano Ronaldo Vorlieb nehmen. Die Stimmung im Al-Awwal Park, dem 25.000 Menschen fassenden Stadion, empfand Jakob dabei überraschend gut. Auch beim Champions League schauen in einem Restaurant stellte der Badener fest, dass die Saudis sehr vom Fußball fasziniert sind. Das sollte jedoch nicht Jakobs einziges Fußball-Erlebnis im arabischen Raum bleiben. Zunächst ging es für ihn aber weiter durch Saudi-Arabien. Auf diesem Weg erfuhr Jakob am eigenen Leib, wieso das Land als Wüstenstaat gilt. Denn zwischen den prachtvollen Metropolen lagen hunderte Kilometer voller Einöde und Sand. Letzteres machte dem Radfahrer das Leben schwer, denn bereits bei leichtem Wind wehte der Sand in Jakobs Augen und an seinen ganzen Körper, wodurch nicht nur sein weißes KSC-Legendentrikot in Mitleidenschaft gezogen wurde. Von Saudi-Arabien radelte Jakob weiter nach Katar. Eines seiner ersten Erlebnisse im Emirat kam direkt sehr unerwartet, denn an einer Tankstelle erkannte ein Einheimischer sein Trikot und sprach den Karlsruher auf seinen Herzensclub an.

KSC-Fans gibt es überall!

Wenig später lernte Jakob dann eine der absoluten Lieblingsfreizeitbeschäftigungen der Kataris kennen: Mit dem Auto durch die Wüste fahren. Darum wechselte der Weltreisende für einen Nachmittag seinen fahrbaren Untersatz von zwei auf vier Räder und fuhr mit einem Mietwagen durch das Trockengebiet. Dabei unterlief ihm allerdings der kapitale Fehler, dass er nicht wie die Kataris mit einem SUV-Truck die Wüste durchquerte, sondern ein stinknormales Straßenauto fuhr. Die Quittung dafür erhielt Jakob schnell, denn nach kurzem Fahrspaß blieb er im Sand stecken. Mit der Unterstützung einiger freundlicher einheimischer Helfer wurde der Wagen befreit, für Jakob ging die Reise in den Folgetagen aber wieder mit dem Zweirad weiter. Angekommen in seinem nächsten Zwischenziel Dubai traf er sich mit Daniel, der ebenfalls KSC-Fan ist und über die sozialen Medien auf Jakob aufmerksam wurde. Daniel stammt aus Baden, lebt aber schon seit einigen Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Umso schöner war es daher, dass er sich mit Jakob mal wieder über Blau-Weiß austauschen konnte. Außerdem erhielt Jakob von dem Auswanderer exklusive Einblicke in den Burj Khalifa – das mit 828 Metern höchste Gebäude der Welt. Nachdem der Radfahrer die Sicht von oben genoss, machte er sich wieder auf den Weg nach unten und wagte daraufhin einen inoffiziellen Weltrekordversuch. Jakob absolvierte seine Marathon-Challenge – der sportaffine Karlsruher läuft in jedem Land, das er besucht die berühmten 42,195 Kilometer – direkt unter dem Burj Khalifa, indem er den Wolkenkratzer 12x umrundete.

Jakob und Daniel vor dem Burj Khalifa
Die KSC-Fans Jakob und Daniel vor dem Burj Khalifa

Endstation Oman?

Mit der erledigten Challenge und weiteren schönen Erinnerungen im Gepäck radelte Jakob in den Oman, wo er Besuch von seinem Vater und Bruder bekam. In den gemeinsamen Tagen zu dritt stellte sich der 5-Millionen-Einwohner-Staat für die Karlsruher als wahrer Reisetipp heraus. Im Gegensatz zum oftmals überfordernden Metropolen-Trubel von Dubai, erlebte Jakob im Oman ein entschleunigendes Umfeld mit vielen entspannten Leuten.

Der Abschied aus dem Oman war für Jakob gleichzeitig der Abschied aus der arabischen Welt, denn sein nächstes Ziel war Indien. Die größte Herausforderung stellte sich dem KSC-Fan dabei vor der Einreise. Zunächst suchte Jakob am Hafen nach Möglichkeiten, per Schiff nach Indien zu fahren, blieb aber ohne Erfolg. Der Weg per Fähre in den Iran und von dort aus weiter über Pakistan nach Indien gestaltete sich aufgrund politischer Umstände enorm schwierig. So blieb dem Radfahrer letztendlich keine andere rationale Option, als das Meer nach Indien mit dem Flugzeug zu überqueren. Also hieß es erstmal: Fahrrad in Kleinteile zerlegen, in einen Karton packen und hoffen, dass alles heile am Ziel ankommt.

Everything is possible

Dass in Indien die Uhren etwas anders ticken, bemerkte der Neuankömmling direkt am Flughafen. Mit seinem großen, sperrigen Fahrradkarton wäre es in Deutschland wohl ein Ding der Unmöglichkeit, in einem normalen Taxi zu fahren. Mit „in India everything is possible“ machte Jakobs Fahrer aber deutlich, dass die Mitnahme kein Problem darstellt. Die wilde Fahrt durch den indischen Verkehr überstanden sowohl Jakob als auch sein Rad unbeschadet, der Drahtesel bekam dennoch eine kleine Auszeit im bevölkerungsreichsten Land der Welt. Denn zusammen mit Andrea, einer Weltreisenden, die ebenfalls aus Deutschland stammt, unternahm der Karlsruher eine Backpacking-Reise durch Süd-Indien. Gemeinsam mit der großgewachsenen Blondine Andrea waren die Beiden für Inder eine Sensation und fungierten daher häufig als Foto-Modell. Nach wanderreichen Wochen schwang sich Jakob zurück auf das Rad und sah sich dabei mit einer enormen Hitzewelle konfrontiert. Bei senkrecht stehender Sonne und dementsprechend wenig bis keinem Schatten wurde die Radreise zu einer körperlichen wie auch mentalen Challenge. An solchen Tagen trank Jakob bis zu acht Liter Wasser, dass er gefühlt aber direkt wieder rausschwitzte. Aber auch diese Phase überstand der tapfere Weltreisende bravourös und machte sich im Anschluss auf den Weg in ein kühleres Gebiet: das Himalaya-Gebirge! Bevor der Karlsruher seine Hochgebirgsexpedition startete, traf er sich in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu mit seinem Freund Alex aus Studienzeiten, der ihn durch den Himalaya begleitete. Mit dem Fahrrad wären die steilen und steinigen Anstiege nicht zu bewältigen gewesen, darum ging es erneut für einige Zeit zu Fuß weiter. Beim Transport des Gepäcks bekam das Duo Unterstützung von einem Lastesel, dem typischen Reisehelfer im Himalaya. Im Anschluss an die Tour durch das höchste Gebirge der Erde stand Jakob wieder einmal vor der zentralen Frage „Wohin geht die Reise als Nächstes?“. Auf welches Land die Wahl fiel und welchen besonderen Umweg er dafür auf sich nahm, seht ihr in seinen täglich erscheinenden Beiträgen auf Instagram!


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