Nazarov: "Brauchen am Sonntag jeden einzelnen Fan"
Am Sonntag (13.30 Uhr, Wildparkstadion) kommt es zum 55. Derby zwischen dem KSC und Kaiserslautern. Dimitrij Nazarov spricht im Interview über die derzeitige Situation, Emotionalität und wichtige Punkte in der spannenden Phase der Saison.

Dimi, erzähl uns mal, wie die Stimmung in der Kabine in Ingolstadt nach dem Spiel war.
Die war natürlich sehr gut. Das war sie aber vorher schon. Wir haben im Spiel immer an uns geglaubt und sind dafür am Ende belohnt worden. Nach den ganzen Unentschieden in den vergangenen Wochen war es sehr befreiend.
Der KSC hat dem FCI seine erst zweite Heimniederlage zugefügt. Wie du findest, verdient?
Wir haben uns in diese schwere Partie mit aller Macht reingebissen. Das war nicht leicht, denn Ingolstadt ist nicht umsonst Tabellenführer. Und jetzt fragt keiner mehr, wie wir das Spiel gewonnen haben. Jetzt haben wir drei wichtige Punkte mehr auf dem Konto und nur das zählt.
Am Sonntag kommt gleich der nächste Kracher in den Wildpark, der 1. FC Kaiserslautern. Ist da sportlich noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen?
Absolut. Wenn wir ehrlich sind, hatten wir im Hinspiel keine Chance gegen Kaiserslautern. Dort haben wir verdient verloren, aber jetzt spielen wir zuhause mit unseren Fans im Rücken. Wir haben uns seitdem auch ein ganzes Stück weiterentwickelt und wollen die drei Punkte und den Sieg zu Hause einfahren.
Du hast in der Jugend für den FCK gespielt. Ist für dich in so einem Spiel noch mehr Emotionalität drin, als es sowieso schon ist?
Ich habe zehn Jahre beim FCK gespielt, da ist das natürlich ein sehr besonderes Spiel für mich. Ich bin dort aufgewachsen, habe die Jugend durchlaufen und meine Ausbildung gemacht. Ich kenne den Verein und die Leute und deswegen ist das für mich natürlich zwangsläufig sehr emotional.
Letzte Saison hast du mit einem Last-Minute-Tor gegen Lautern einen Punkt im Wildpark gesichert. Beschreibe nochmal deine Gefühle nach dem Tor.
Ich erinnere mich genau - Ray Yabo hat den Eckball reingeschlagen, etwa in der 89. Minute. Lakic hat den Ball dann genau zu mir geklärt. Der Ball kam nicht optimal, und deshalb habe ich es einfach mit dem Seitfallzieher probiert. Der Ball ist zweimal aufgesprungen und durch Freund und Feind hindurch im Tor gelandet. So ein Tor zu machen, das war einfach unbeschreiblich. Meine Familie war da und der Wildpark ist ausgeflippt. Ein Riesenerlebnis. Vielleicht klappt es am Sonntag ja wieder.
Der KSC hat ein weiteres Montagsspiel bekommen. Ist das auch Anerkennung, dass ihr tolle Arbeit leistet und der Wert des KSC gestiegen ist?
Ich denke schon. Letztes Jahr hatten wir gar keines. Jetzt schon das Zweite in kurzer Zeit. Das ist ein klares Zeichen, dass sich beim KSC was entwickelt und die Leute das bemerken. So kann ganz Deutschland zuschauen. Wir freuen uns drauf.
Jetzt sind es noch neun Spiele. So langsam geht es auf die Zielgeraden. Wie ist derzeit die Stimmung in der Mannschaft?
Wir arbeiten täglich super im Training. Und die Stimmung im Team ist sehr gut. Es geht heiß her, weil jeder spielen will. Wir pushen uns gegenseitig und halten zusammen. Es gibt keine Grüppchen. Und das sieht man auch Woche für Woche auf dem Platz. Vielleicht haben wir nicht die besten Einzelspieler in der Liga, aber das Team funktioniert.
Der Wildpark gegen Lautern wird ausverkauft sein. Was erhoffst du dir von unseren Fans?
Ich hoffe, dass sie uns lautstark unterstützen. Das wird ein richtig schweres Spiel und wir brauchen jeden einzelnen Fan, der im Wildpark ist. Ich bin mir sicher, dass alle KSC-Fans uns im Derby des Jahres bedingungslos nach vorne peitschen werden. Wir brauchen das und wollen es mit Leistung zurückzahlen.
Warum holt der KSC am Wochenende drei Punkte?
Wir haben eine so enorme Geschlossenheit im Team und jeder ist heiß darauf, dieses Spiel zu gewinnen. Wir sind fokussiert, auch die Spieler in der sogenannten zweiten Reihe oder die, die es nicht in den Kader schaffen, sind voll da. Wir werden alles, was wir haben, in das Spiel reinschmeißen, um die drei Punkte dann zuhause zu behalten.
Das Gespräch führte Fabian Herbers











