Meffert: "Noch einmal Hundert Prozent von allem"

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Er ist von einer Nachwuchshoffnung zum unumstrittenen Stammspieler gereift und überzeugt seit Monaten im Mittelfeld. Jonas Meffert im Interview vor dem Saisonfinale über seine Entwicklung, die Fans und das Spiel gegen 1860 München.

Jonas, erst mal Glückwunsch zu drei Punkten in Braunschweig. War das der schwierigste Sieg in dieser Saison?
Eigentlich ist jedes Spiel schwierig, aber es war für uns ein sehr emotionaler Sieg. Vielleicht sogar der emotionalste. Auf jeden Fall war er verdammt wichtig.

Rouwen Hennings hat schon wieder einen Doppelpack geschnürt, Dirk Orlishausen im Tor überragend gehalten. Ist die Form zum richtigen Zeitpunkt wieder da?
Scheint so, ja. Die kämpferische Leistung zumindest war sehr gut, die wollen wir in unser letztes Heimspiel natürlich mitnehmen. Aber wir haben vorne wieder eiskalt zugeschlagen und die Defensive hat gezeigt, warum sie zu den besten der Liga gehört.

Mit über zwölf Kilometern Laufdistanz hattest du nach Manuel Torres den besten Wert im Team. Definierst du dich auch generell als laufstarker Fußballer?
Ich kann schon viel laufen, aber das ist jetzt nicht mein Aushängeschild. Ich kann auch andere Dinge sehr gut. Aber es ist auf meiner Position eben sehr wichtig, Löcher zuzulaufen. Da kommen einige Kilometer zusammen.

Bei deinem ersten Interview mit ksc.de musstest du noch um Einsatzzeiten kämpfen, inzwischen bist du unumstrittener Stammspieler. Wie bist du persönlich mit deiner Entwicklung in deiner ersten KSC-Saison zufrieden?
Ich bin sehr zufrieden. Es ist mehr Einsatzzeit geworden, als ich mir zu Beginn erhofft hatte. Es war mein Ziel, viel spielen zu können und jetzt ist es ein Stammplatz geworden. Das habe ich auch meinen Mitspielern zu verdanken. Ich bin in Karlsruhe angekommen und es war bis hier ein tolles erstes Jahr.

Die Konstellation an der Tabellenspitze ist wahnsinnig spannend. Der KSC kann sowohl noch direkt aufsteigen, in die Relegation kommen oder vierter werden. Hättest du mit so einem Herzschlagfinale gerechnet?

Damit habe ich gerechnet, ja. Ich kann mich an ein paar Spiele erinnern, da haben wir unnötigerweise ein paar Punkte verschenkt. Aber das alles interessiert jetzt nicht mehr. Wenn mir jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir Dritter sind und noch aufsteigen können, hätte ich das sofort unterschrieben.

Der Wildpark ist restlos ausverkauft. Wie wichtig wird das für die Mannschaft sein?
Das wird ein entscheidender Punkt am Sonntag sein. Schon gegen Darmstadt 98 war das überragend. In Braunschweig waren unsere Fans ebenfalls sehr aktiv. Es ist also klar, dass das einer unserer Vorteile am Sonntag sein wird.
 
Dominic Peitz und Ray Yabo fallen leider aus. Zahlt sich in solchen Momenten die Kadertiefe des KSC besonders aus?
Auf jeden Fall. Natürlich schmerzen die Ausfälle und wir müssen Peitzer und Ray jetzt eben ersetzen. Aber der Trainer kann auf alle Spieler vertrauen. Wir werden eine schlagfähige Truppe aufstellen.

Für dich also keine große Umstellung?
Es spielt ja kein neuer Mitspieler. Im Training spiele ich ständig mit anderen zusammen. Natürlich gibt es verschiedene Spielertypen, aber wir haben uns immer alle gut ergänzt.

Gegner 1860 München kämpft um den Klassenerhalt. Daher keine leichte Aufgabe?
Die werden natürlich beißen, aber es gab in dieser Saison noch keine einzige leichte Aufgabe. Daher kommt es nur auf uns an.

Was sind also die Zutaten für einen Sieg am Sonntag?
Dass die Mannschaft Wille, Kampf und Einsatzbereitschaft zeigt, dazu kommen die lautstarken KSC-Fans im Rücken. Noch einmal Hundert Prozent von allem, dann schaffen wir das!

Das Interview führte Fabian Herbers


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