Lieberknecht: "Psychologie spielt eine große Rolle"
Torsten Lieberknecht ist Eintracht Braunschweig und umgekehrt - das stellte er diese Woche mit einem Rekord unter Beweis, der im heutigen schnelllebigen Fußballgeschäft Romantiker träumen lässt. Der Braunschweig-Trainer im Interview über den KSC, die letzten Spiele und Psychologie.

Herr Lieberknecht, seit dieser Woche sind Sie der Rekordhalter unter den Braunschweig-Trainern. So lange wie Sie war noch keiner im Amt. Macht Sie das stolz?
Dieser Rekord ehrt mich und ist eine Bestätigung der Arbeit der vergangenen Jahre. Gleichzeitig ist es aber auch eine Auszeichnung für die Vereinsführung, die diese Kontinuität auf dem Trainerstuhl überhaupt erst ermöglicht hat. Auch meine Spieler, die mich über die Jahre begleitet und meine Vorgaben auf dem Platz umgesetzt haben, haben daran einen großen Anteil genauso wie die Fans.
Was macht es so angenehm, für Eintracht Braunschweig zu arbeiten?
Die Eintracht ist ein ganz besonderer Verein, das weiß jeder, der schon mal hier war. Seit meinem ersten Tag hat mich der Klub in seinen Bann gezogen und ich identifiziere mich zu 1.000 Prozent mit ihm und der Stadt. Das ist für mich in dem manchmal sehr harten Profigeschäft ein ganz wichtiger Baustein. Es ist Wahnsinn, wie sich die Eintracht in den vergangenen Jahren entwickelt hat und damit sind wir noch lange nicht am Ende.
Am letzten Spieltag haben alle Topteams bis auf Darmstadt verloren. Will denn etwa keiner aufsteigen?
Das zeigt einfach, wie eng es dieses Jahr in der 2. Bundesliga zugeht und wie ausgeglichen die Liga ist. Sowohl der Kampf um die Aufstiegsplätze als auch gegen den Abstieg ist in diesem Jahr brutal spannend.
Was ist in dieser Saison für Eintracht Braunschweig noch möglich?
Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und die letzten beiden Partien gewinnen. So lange die Chance auf den Relegationsplatz besteht, müssen wir weiter beißen. Das habe ich meiner Mannschaft auch direkt nach der für uns enttäuschenden Niederlage beim 1. FC Nürnberg in der vergangenen Woche mit auf den Weg gegeben.
Der KSC musste sich gegen Darmstadt geschlagen geben. Wie haben Sie das Spiel verfolgt und welche Schlüsse ziehen Sie aus dem Auftritt des KSC?
Diese Begegnung hat gezeigt, dass Psychologie im Fußball eine große Rolle spielt.
Im Hinspiel haben Sie sich im Vorfeld lange und sehr angeregt mit Markus Kauczinski und Jens Todt unterhalten. Wie ist Ihr Verhältnis zueinander?
Beim Hinspiel hatte ich erstmals die Gelegenheit, mit Markus Kauczinski zu sprechen. Es war ein sehr interessanter und kollegialer Austausch.
Wie beurteilen Sie die Entwicklung beider Mannschaften in dieser Saison?
Der Tabellenstand lügt nicht.
Das Relegationsspiel hat in den letzten Jahren fast immer der Bundesligist gewonnen. Glauben Sie, dass es in diesem Jahr anders kommen wird?
Ja. Ich denke schon, dass sich in diesem Jahr der Zweiligist – wer immer es dann auch sein wird – durchsetzt.
Was für ein Spiel dürfen die Zuschauer für ein Spiel am Sonntag erwarten?
Ein sehr intensives Zweitligaspiel. Es geht für beide Mannschaften noch um einiges. Wenn wir wie in den vergangenen Heimspielen unsere Leistung abrufen, können wir die Partie gewinnen.
Das Interview führte Fabian Herbers











