KSC feiert dritten Sieg in Folge

(eis) Mit einem 1:0 (0:0) Heimsieg über den SSV Reutlingen erarbeitete sich der Karlsruher SC am Freitagabend den dritten Pflichtspielsieg in Folge und ist seit nunmehr fünf Begegnungen ungeschlagen.In einer Partie, die von turbulenten Phasen mit Chancen im Halbminutentakt bis hin zum lauen Zweitligakick alles zu bieten hatte, setzte sich der KSC am Ende verdient gegen die Gäste aus dem Schwäbischen durch, die nach der Niederlage auf Grund des schlechteren Torverhältnisses von der Wildparktruppe überholt wurde und mit 38 Punkten auf Position 12 rangiert. Punktgleich und eine Position höher siedelten sich die Blau Weißen an, für die der Klassenerhalt bei drei ausstehenden Spieltagen in greifbare Nähe gerückt ist.

Das Team von Cheftrainer Stefan Kuntz begann das Spiel mit einer, im Vergleich zum Auswärtssieg bei Union Berlin mit einer offensiveren Grundtaktik: Für den gelbgesperrten Innenverteidiger Torsten Kracht lief Manndecker Grimm von Beginn an auf, Bruno Labbadia rückte zurück in die Startformation und verdrängte Theo Rus zunächst auf die Auswechselbank.
Gästecoach Reiner Geyer hingegen veränderte seine Elf personell nach dem vergangenen Dreier über die SV Babelsberg nicht.

Nach dem Anpfiff des Berliner Unparteiischen, Manuel Gräfe, legte der KSC munter los und fuhr in den Anfangsminuten einen um den anderen Angriff in Richtung Gästetor, ohne diese aber konsequent zu Ende zu bringen. Reutlingen begann schwach und verunsichert, schlugen Bälle planlos in die gegnerische Hälfte und verloren sie dort konsequent ans Gegenüber. Mit nur einem Angreifer begannen die Reutlinger defensiv und standen mit Mann und Maus im eigenen Strafraum.
Nach einem ersten Warnschuss Marco Engelhardts in Form eines 21 Meter Freistoßes, sorgte dann aber doch der SSV für die erste nennenswerte Torgelegenheit der Begegnung. Nach einem Eckball von der linken Seite, musste der aufgerückte Danny Fuchs einen Kopfball Jörn Schmiedels für seinen geschlagenen Torhüter von der Linie köpfen (22.).
Nur zwei Minuten später erneut die Schwarz Weißen im Vorwärtsgang Weigl setzte sich über die rechte Seite gegen Marco Engelhardt durch und setzte seinen Schuss nur knapp gegen das Gehäuse von Thomas Walter.
Auch wenn die Partie, insbesondere das Heimteam um Mannschaftskapitän Waterink deutlich nachließ, gab es nun auch Tormöglichkeiten auf Seiten des KSC. Nach 26 gespielten Minuten brachte Daniel Graf eine Hereingabe Aydin Cetins, nach einem gelungen KSC Konter über Labbadia und Birk, nicht unter Kontrolle, denn scheiterte Marco Grimm mit einem Kopfball aus sieben Metern am überraschten Schlussmann Goran Curko (32.).
Vier Minuten vor dem Seitenwechsel musste der Großteil der 12.500 Zuschauer im Karlsruher Wildpark dann noch eine Schrecksekunde überstehen der freigespielte Mittelstürmer Djappa trat frei vor Thomas Walter stehend in den Rasen und bereitete dem Routinier im Kasten der Badener somit keine Probleme.
Kurz vor der Nachspielzeit hätten dann Gabriel Melkam und Aydin Cetin doch noch für die Halbzeitführung für die Blau Weißen sorgen können, Melkam zog einem Schuss aus kurzer Distanz aber einen Querpass auf Cetin vor, dieser scheiterte aus spitzem Winkel an Curko.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es bis zur 52. Spielminute, bis der KSC wieder das erste Lebenszeichen von sich gab. Verfehlte Daniel Graf das Tor des SSV mit seinem Kopfball nach einem Eckstoß noch knapp, so konnte er weitere fünf Minuten später doch seinem siebten Saisontor zelebrieren. Bruno Labbadia setzte sich im Strafraum gegen die Reutlinger Hintermannschaft durch, Graf hatte freistehend keine Mühe mehr die Kugel flach und platziert zur 1:0 Führung einzuschießen.
Den Karlsruhern schien das Führungstor allerdings alles andere als Sicherheit zu verleihen, in der Folgezeit kam der SSV Reutlingen zu einigen viel versprechenden Torchancen. Allerdings fanden weder Olivier Djappa mit seiner Direktabnahme, noch Alexander Malchow mit seinem Kopfball beide nach einem Eckstoß durch Jochen Weigl zum Erfolg.
Nun legte der KSC ein fünfminütiges Powerplay ein, bei dem die Hausherren gut und gerne mit 4:0 in Front hätten gehen können. Nach 70 gespielten Minuten scheiterte Bruno Labbadia mit einem sehenswerten Fallrückzieher am Reutlinger Lattenkreuz, eine Minute später verfehlte Gabriel Melkam den Pfosten nach schöner Einzelleistung aus spitzem Winkel nur um Zentimeter. Schlussendlich hätte auch noch Daniel Graf mit einem Nachschuss innerhalb des Strafraums die Führung ausbauen können, Goran Curko vereitelte dies aber gekonnt.
Kurz vor dem Abpfiff musste der Anhang dann aber doch noch mal um den Heimsieg zittern. Nach einer der zahlreichen gefährlichen Gäste Eckstöße, konnte Thomas Walter einen Kopfball des Eingewechselten Nico Frommers in höchster Not auf der Linie retten. In der Nachspielzeit gingen dann sowohl Danny Fuchs nach Vorlage von Melkam, als auch der ebenfalls eingewechselte Fritz aus 17 beziehungsweise 19 Metern, zu leichtfertig mit ihren Möglichkeiten um, sodass am Ende dann ein 1:0 Heimerfolg zu Buche steht.

Stefan Kuntz zeigte sich, trotz der auf den starken Beginn folgenden schwachen Halbzeit, alles andere als unzufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge: "Dank gilt vor allem unseren Anhängern, die uns gerade in der Schwächephase des ersten Durchgangs unterstützt haben, was dann mit einem schnellen und dramatischen Spiel belohnt wurde.", lobte der Übungsleiter insbesondere den Support der zuletzt durch ihn vielbescholtenen Haupttribüne, bei welcher er sich nach dem Abpfiff mit einer Verbeugung bedankte.
Im Anschluss an die Partie gab KSC Hauptgeschäftsführer Wilfried de Buhr seinen Abschied aus dem Wildpark zum Saisonende bekannt. Der 48 Jährige bat Notvorstand Gerhard Seiler vor 14 Tagen um Auflösung seines bis 2006 laufenden Vertrages. Als Gründe für seinen Weggang gab de Buhr die Tatsache an, dass er in den letzten Monaten durch die Krisenbewältigung beim KSC seine Familie zu stark vernachlässigt habe. Zudem suche er nach dem Weggang früherer Weggefährten nach einer neuen räumlichen Herausforderung und wolle weitere positive Organisationsmaßnahmen unterstützen.
Notvorstand Professor Seiler nahm die Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis, respektiert diese aber und wünschte de Buhr für seinen weiteren Werdegang alles Gute (siehe auch News Artikel).



Karlsruher SC:

Walter Rothenbach, Waterink, Grimm, Engelhardt Birk Cetin, Melkam, Fuchs Labbadia (85. Rus), Graf (90. Fritz)


SSV Reutlingen:

Curko Malchow, Kovar, Traub Kies, Adoube, Hofacker (46. Garcia) Weigl, Becker, Schmiedel (81. Frommer) Djappa


Tor:

1:0 Graf (57.)

Gelbe Karten: Birk, Fuchs, Engelhardt, Graf, Grimm Kies, Malchow, Weigl

Zuschauer: 12.500

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Assistenten: Markus Häcker, Ronald Koch


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