KSC erleidet erneut bittere Auswärtsklatsche

(eis) Es war Freitag der 13., als der Karlsruher SC am gestrigen Abend am Aachener Tivoli antreten musste und nach zwei Punkten aus vier Partien den Fehlstart in die Spielzeit mit dem ersten Saisonsieg ausmerzen wollte. Die Vorzeichen standen also von vorneherein nicht gerade günstig, dem Aberglauben konnte man aber den nur unwesentlich erfolgreicheren Saisonstart der Alemannia aus Aachen und den Aufwärtstrend der Wildparktruppe seit dem 1:1 Unentschieden gegen Duisburg entgegenhalten.Nach dem Schlusspfiff bot sich ein mittlerweile gewohntes Bild: Hängende Köpfe beim Anhang des KSC, der Gegner ließ sich vom Großteil der 9.555 Zuschauer frenetisch bejubeln. Mit 0:2 (0:0) unterlagen die Badener dem Team von Ex KSC Coach Jörg Berger bitter, weil die die Gäste sich im Vergleich zum Duisburg Spiel weiter gesteigert hatten und das Spielgeschehen auf dem Tivoli über weite Strecken bestimmt hatte. "Uns bleibt nichts anderes übrig als auf der positiven Leistung aufzubauen", so Stefan Kuntz, Trainer der Blauweißen, nach dem Abpfiff und ergänzt: "Aber natürlich wird das von Mal zu Mal schwerer."

Vor dem Anpfiff des Unparteiischen Uwe Kemmling hatte sich die Personalsituation bei den Karlsruhern entspannt: Sowohl Thomas Walter, als auch Mario Eggimann, beide angeschlagen, meldeten sich fit und standen im Aufgebot. Während Walter zwischen den Pfosten der Wildparkelf Stellung bezog, nahm der Schweizer Eggimann auf der Auswechselbank Platz dafür rutschte Amateur Martin Stoll aus dem Kader. Auf dem Platz gab es auf Seiten der Gäste keine personellen Änderungen im Vergleich zur Duisburg Partie. Aachen Trainer Berger schickte Bediako für den gesperrten Landgraf ins Rennen, zudem stand Stephan Lämmermann an Stelle von Frank Schmidt in der Anfangsformation.

Im Gegensatz zu den bisherigen Auftritten des KSC, wurden die rund 200 mitgereisten Karlsruher von Beginn an Zeugen eines Attraktiven Spielgeschehens auf dem Rasen. Bereits nach fünf Minuten legte der erneut spielfreudige Aydin Cetin den Ball auf Daniel Graf, der verzog seinen Spannschuss knapp am Pfosten von Alemannen Keeper Stephan Straub vorbei. Als Josef Ivanovic frei in den KSC Strafraum eindrang, den Abschluss aber zu lange verzögerte, verhinderten Keeper Walter zusammen mit Carsten Rothenbach Schlimmeres (22.). Auf der Gegenseite hätte dann der starke Clemens Fritz nach einer guten halben Stunde für den Führungstreffer sorgen müssen. Nach einer Flanke von Danny Fuchs scheiterte der 20 Jährige mit seinem Kopfball aber am gut aufgelegten Straub. Eine Minute vor dem Seitenwechsel blieb Daniel Graf dann nach einem Doppelpass mit Fritz in der Aachener Hintermannschaft hängen, sodass es zur Pause beim torlosen Unentschieden blieb. "Es gehört einfach zum Fußball dazu, solch ein Spiel auch mal über so eine Phase hinweg torlos zu gestalten", zollte Jörg Berger nach dem Spiel der Karlsruher Überlegenheit in Durchgang eins Tribut. Diese erkannten auch die Fans der Schwarzgelben und verabschiedeten ihr Team mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine.

Nach dem Pausentee legte die Partie weiter an Unterhaltungswert zu, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Drei Minuten nach Wiederanpfiff scheiterten sowohl Fuchs freistehend nach Vorlage von Cetin, als auch Trares per Nachschuss, auf der Gegenseite klärte Walter gegen Ivanovic, nachdem zuvor Karl Heinz Pflipsen im Strafraum zu Fall gekommen war der Schiedsrichter entschied auf Vorteil (51.). Noch in der selben Spielminute lag auch KSC Angreifer Clemens Fritz nach einem Zweikampf im Aachener Sechzehnmeterraum, die Pfeife Uwe Kemmlings blieb Stumm. "Das war ein klarer Elfmeter", grantelte Stefan Kuntz. "Er hatte die Pfeife schon im Mund, es ist ein Unding, dass er den nicht gegeben hat."
Aus spitzen Winkel scheiterte Alemannia Angreifer Nummer zwei, Miroslaw Spizak, nachdem er Carsten Rothenbach auf der linken Außenbahn überlaufen hatte und in den Strafraum eingedrungen war (52.). Nur 60 Sekunden später zielte Aydin Cetin aus 16 Metern genau auf Torhüter Straub.
Seit der vergebenen Chance durch Danny Fuchs war der Gastgeber stärker geworden, die Alemannia gewann nun zusehends die Oberhand. In der Folgezeit scheiterte Pflipsen gleich zweimal an Thomas Walter, als der Keeper zuerst einen 20 Meterknaller (58.) und dann eine Direktabnahme des Routiniers aus 18 Metern (60.) entschärfen konnte.
In der 66. Minute dann die 1:0 Führung für Aachen: Spizak setzte sich gegen Rothenbach durch, flankte auf Ivica Grlic, der Thomas Walter mit seiner Direktabnahme nicht den Hauch einer Chance ließ. Und auch hier ärgerte sich KSC Trainer Kuntz über die Wahrnehmung des Referees: "Dem Tor ging ein ganz klares Foul an Carsten Rothenbach voraus."
Vier Minuten später machten die Hausherren den Sack zu, Ivanovic platzierte die Kugel aus 18 Metern präzise im Karlsruher Gehäuse. Und auch wenn die Gäste im Endspurt durch die eingewechselten Saenko aus 16 Metern (78.) und Hoeft (86.) noch Ausgleichsgelegenheiten hatten, am Ende blieb es beim 2:0 Sieg für Alemannia Aachen.

Als einen der Gründe für die Niederlage sieht Cheftrainer Stefan Kuntz die mangelnde Chancenauswertung seiner Mannen: "Jetzt haben wir uns endlich mal Tormöglichkeiten herausgespielt, aber davon muss natürlich einer drin sein."
Gegen Eintracht Frankfurt haben die Badener ihre nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Am Montag, 23. September, 20.15, empfängt der KSC die Hessen im heimischen Wildpark dann ist auch Angreifer Bruno Labbadia wieder spielberechtigt.


Match
Center