Köstner warnt: "Klassenerhalt wird kein Selbstläufer!"
(eis) Auf die Auswärtspartie beim 1. FC Köln (Freitag, 19 Uhr) freut sich KSC Trainer Lorenz Günther Köstner schon geraume Zeit. Doch nicht nur für den Fußballlehrer, der bei den Rheinländern zwischen 1997 und 1998 seinen Einstand auf der Trainerbank eines Erstligisten gegeben hatte, hat das Spiel ein ganz besonderes Ambiente: Zum Rückrundenauftakt am Freitag feiert der FC die Einweihung der fertig gestellten Westtribüne des RheinEnergieStadions in Köln Müngersdort, das momentan eher einer Baustelle, denn einer Fußballarena gleicht. Mindestens 25.000 Fußballfans erwarten die Verantwortlichen des Bundesligaabsteigers, eine ungewohnt große Kulisse für die Karlsruher. "Ich habe meine Jungs darauf vorbereitet, dass sie sich ja nicht nervös machen lassen", sieht Köstner seine Mannen für die anstehende Aufgabe gewappnet: "Im Vergleich zur Vorbereitung kommen nun natürlich wieder die Nerven ins Spiel, die guten Testspielleistungen stimmen mich aber optimistisch." Im Rückblick auf eben diese Partien bescheinigt der Unterfranke zwar eine hervorragende Einstellung in Sachen Einsatzbereitschaft, die leidige Abschlussschwäche und kleinere Unkonzentriertheiten prangert er aber nach wie vor an: "Das hat uns ein ums andere mal um den verdienten Lohn gebracht, aber morgen Abend muss das abgestellt sein."
In einem erfolgreichen Rückrundenstart sieht Köstner eine wichtige Motivationshilfe für den Rest der Saison. "Allerdings", schränkt der Übungsleiter ein, "haben wir uns auf die gesamte Rückrunde vorbereitet und nicht nur auf das Spiel gegen den Spitzenreiter". Behutsam möchte man bei den Karlsruhern bei den in dieser Saison noch ungeschlagenen Kölnern indes nicht vorgehen: "Ich weiß, dass bis jetzt keiner gegen sie gewonnen hat, aber warum sollten wir nicht die ersten sein? Ich spiele da nicht auf Unentschieden, ich will gewinnen!".
Personell kann er dabei fast auf den gesamten Kader zurückgreifen. Einzig Mario Eggimann musste nach dem heutigen Training nach einem Schlag auf die Schläfe mit leichtem Augenflattern den Arzt aufsuchen. Sollte der Schweizer ausfallen, würde wohl Carsten Rothenbach neben Thijs Waterink und Torsten Kracht in der Innenverteidigung auflaufen. Auf der rechten Außenbahn gilt Clemens Fritz ebenso als gesetzt, wie die Routiniers Trares im defensiven Mittelfeld und Labbadia im Sturmzentrum. Auch Ivan Saenko, der im Testspiel gegen Stuttgart erst nach einer Stunde zum Zug kam, darf mit einem Platz in der Stammelf rechnen. In die Rolle des gelbgesperrten Marco Engelhardt könnte Charles Haffner schlüpfen, hinter den Spitzen hat Köstner die Qual der Wahl zwischen Aydin Cetin und Patrik Jezek, könnte sich aber auch für die offensive Variante mit Beiden entscheiden.
Hoffnungen auf eine weitere Verstärkung der Mannschaft vor Schließung der Transferliste kann sich der Trainer hingegen aller Voraussicht nach nicht mehr machen, das bestätigte KSC Präsident Hubert Raase: "Es sind keine Gespräche geplant." Verhandlungen über die Verlängerung auslaufender Verträge wurden im Trainingslager ebenfalls nicht geführt: "Wir haben uns gemeinsam dazu entschlossen im März damit zu beginnen, im Moment braucht der Trainer und die Mannschaft Ruhe um sich aufs Sportliche zu konzentrieren", so Geschäftsführer Rolf Dohmen. "Und bis dahin haben die Spieler dann noch Zeit sich für eine Verlängerung zu empfehlen", meint der 50 Jährige weiter. Auf die Frage, ob sich der Verein die Erhaltung des momentanen Kaders überhaupt leisten könne, entgegnet Dohmen kurz und knapp: "Aber natürlich."











