Kempe: "Bochums Spielweise kommt uns entgegen"

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Seit 2011 spielt Dennis Kempe beim KSC, mittlerweile ist es seine fünfte Saison im Wildpark. Nach dem Spiel in Nürnberg haben wir mit Dennis gesprochen und über die Serie, seine Zeit in Karlsruhe und sowie den VfL Bochum geredet.

Dennis, der KSC hat in Nürnberg 0:0 gespielt. Ein gewonnener Punkt?
Beim Verlauf der Partie war alles denkbar. Wir hätten verlieren können, das Ding aber auch gewinnen. Es waren Chancen auf beiden Seiten da und im Endeffekt haben wir einen Punkt geholt. Der geht auch so in Ordnung.

Jetzt seid ihr sechs Spiele unbesiegt und seit drei Spielen sogar ohne Gegentor. Was ist für den jetzigen Aufwind verantwortlich?
Ich glaube, dass wir nach der Niederlagenserie zu unserer Kompaktheit zurück gefunden haben. Wir hatten uns auf einfache Aufgaben konzentriert, die Defensivarbeit in den Fokus gestellt und darauf kontinuierlich aufgebaut. Aus dem Spiel heraus haben wir seit ein paar Spielen kein Tor mehr bekommen. Das wollen wir jetzt weiter ausbauen.

Nach Abgängen und Verletzungen scheint sich jetzt eine Abwehrformation gefunden zu haben. Ist die Kontinuität entscheidend für die nächsten Wochen?
Klar. Dass wir die Stabilität in die Abwehr bekommen haben, war sehr wichtig. Aktuell läuft es sehr gut und wir machen einen guten Job. Aus den letzten Spielen vor der Winterpause wollen wir jetzt das Bestmögliche rausholen.

Du spielst seit Monaten konstant. Wie bist du mit deiner bisherigen Leistung zufrieden?
Ich denke, es läuft immer besser, ich kann mich von Spiel zu Spiel steigern. Inzwischen bin ich zu 100 Prozent fit und habe das Selbstvertrauen, als Verteidiger zu Null zu spielen. Da wir defensiv so gut stehen, kann ich mich jetzt auch offensiv wieder mehr einschalten.

Vor zwei Jahren hatten wir ein Doppelinterview auf ksc.de mit deinem Bruder Tobias. Der spielt mit Darmstadt 98 inzwischen Bundesliga. Tauscht ihr Euch immer noch so regelmäßig aus?

Wir telefonieren immer noch regelmäßig und tauschen uns nach den Spielen aus. Für ihn ist das super gelaufen und ich freue mich für ihn, dass er den Sprung in die Bundesliga geschafft hat. Und Darmstadt hat ja schon ordentlich Punkte gesammelt.

Du bist seit 2011 beim KSC. Aus dem aktuellen Kader ist nur Gaétan Krebs länger da. Findest du es komisch, dass dich manche schon als Urgestein bezeichnen?
Bevor ich zum KSC gekommen bin, sind viele Spieler gegangen und gekommen. Inzwischen arbeitet der Verein kontinuierlich. Wir bauen uns seit Jahren was Tolles auf und es macht Spaß, Teil dieser Entwicklung zu sein. Ich bin jetzt in meinem fünften Jahr beim KSC und es ist nach wie vor ein tolles Gefühl. Mit meiner Erfahrung will ich den jungen Spielern helfen und das Niveau im Kader hochhalten.

Beim KSC sind gerade dieses Jahr viele neue junge Spieler gekommen, manche wie Vadim Manzon oder Dimitris Diamantakos ohne Deutschkenntnisse. Was machen die alten Hasen, um neue Spieler in die Gruppe einzubinden?
Die Mannschaft ist bekannt dafür, dass sie es neuen Spielern einfach macht, sich zu integrieren. Wenn ein Spieler aus einem entfernten Land kommt und seine Heimat verlässt, ist es zu Beginn immer schwer. Gerade Dimitris hatte wegen seiner Mandeloperation einen schweren Start. Inzwischen zeigt er aber, was für große Qualitäten er hat und ich bin sicher, er wird uns dieses Jahr helfen. Auch Vadim entwickelt sich stetig weiter. Die ausländischen Spieler wurden vom Team gut aufgenommen. Jeder fühlt sich in der Mannschaft wohl.

Schon am Freitag spielt der KSC im Wildpark gegen den VfL Bochum. Reicht die kurze Vorbereitungszeit aus?

Es muss reichen. Klar ist es nach einem Montagsspiel kurz, dazu hatte Bochum schon am Freitag gespielt und damit eine komplette Woche zur Regeneration. Aber wir werden das Training so dosieren, dass die Qualität nicht leidet und wir aber trotzdem frisch in die Partie gehen. Ich sehe da kein großes Problem. Danach ist ja auch Länderspielpause, da können wir regenerieren.

Warum ist Bochum denn diese Saison so stark?
Sie haben unter Verbeek eine gute Entwicklung genommen. Schon letztes Jahr haben sie im Wildpark eine gute Leistung abgeliefert. Der VfL ist spielstark und agiert viel nach vorne, aber das kommt uns entgegen, weil wir gerne gegen so Klubs spielen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, wird unsere Serie weiter halten.

Die Hinrunde ist nicht mehr lang, nur noch vier Spiele. Was sind die kurzfristigen Ziele?
Die nächsten Gegner sind natürlich schwer - Bochum, Sandhausen, Leipzig und Bielefeld sind schon happig. Aber trotzdem wollen wir jedes Spiel gewinnen und so viele Punkte wie möglich holen. Wir müssen uns aber zunächst auf Bochum konzentrieren und nicht den Fokus verlieren. Damit sind wir immer gut gefahren.

Das Interview führte Fabian Herbers


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