Gulde: "Mit meiner Entwicklung noch nicht am Ende"

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Er erzielte das 3:0 gegen St. Pauli und ist in der KSC-Abwehr gesetzt: Manuel Gulde spielt eine tolle Saison. Gegen Sandhausen (Freitag, 18.30 Uhr) will er nun die nächsten drei Punkte einfahren, erzählt er uns im exklusiven Interview.

Manu, Glückwunsch für drei Punkte. Wie hast du den Sieg gegen St. Pauli erlebt?
Es war ein verdammt wichtiger Sieg. Wir wollten unbedingt wieder zuhause gewinnen und das haben wir auch geschafft. Auch wie wir aufgetreten sind, war gut, daher sind die drei Punkte verdient.

Waren die Fans dabei ein besonderer Faktor, die zahlreich erschienen waren und lautstark für gute Stimmung gesorgt haben?
Es war in gewisser Weise „anders“ als sonst. Sie waren von allen Seiten lautstark und das frühe Tor hat sie weiter befeuert. Die Stimmung hat uns angespornt, weiter zu machen und war somit ein wichtiger Faktor, dass wir noch zwei weitere Tore nachgelegt haben.

Du hast deinen zweiten Saisontreffer erzielt. Bei den Innenverteidigern hast du mit Gordi gleichgezogen. Habt ihr da einen internen Wettbewerb in der Innenverteidigung?
Nein, das nicht. Wir hatten schon einige Chancen diese Saison und nicht alle genutzt, daher war es wichtig, dass ich mal wieder ein Tor gemacht habe und das freut mich natürlich.

Was bedeutete dein ausgefallener Torjubel?
Ich habe den Basketballer LeBron James imitiert. Er macht diese Pose oft bei wichtigen getroffenen Würfen und ich bin ein großer Fan von ihm. Daher wollte ich das nach meinem Tor auch machen.

Du hast diese Saison bis auf ein Spiel alle absolviert. Letzte Saison kam dir noch öfter die Reservistenrolle zu. Spürst du, dass du dich im Vergleich zur letzten Saison weiterentwickelt hast?
Auf jeden Fall. Letztes Jahr habe ich immer mal wieder gespielt, dann wieder nicht. Durch die Konstanz diese Saison konnte ich mich nochmal richtig weiterentwickeln. Ich habe noch nie im Profi-Fußball eine Saison durchspielen können, oft wegen Verletzungen. Ich hoffe, es geht jetzt so weiter. Mit meiner Entwicklung bin ich noch nicht am Ende. Jedenfalls freue ich mich, dass ich so viele Spiele machen konnte.

Hast du auch deshalb im Februar deinen Vertrag um zwei Jahre beim KSC verlängert?
Sicherlich. Ich fühle mich sehr wohl in Karlsruhe und es wird jeden Tag mehr. Dazu haben wir unseren Spielstil in dieser Saison verändert, sind weg vom  „nur“ Verteidigen hin zum Fußball spielen. Und jetzt gehören wir zu den Besten der zweiten Liga. Das ist auch mein Anspruch. Daher passt alles und ich wollte auf jeden Fall beim KSC bleiben.

Schon am Freitag geht es zum SV Sandhausen. Der steht auf Platz 8 der Tabelle und damit im Niemandsland. Ist das ein Vorteil für den KSC?
Das glaube ich nicht. Vielleicht haben sie kein klares Ziel in dem Sinne mehr vor Augen, aber auch Sandhausen will dieses Spiel gewinnen. Dieses Spiel werden andere Faktoren entscheiden. Es wird verdammt schwer, aber ich glaube an uns und ich glaube, dass wir Punkte aus Sandhausen mitbringen werden.

Der SVS hat erst 26 Saisontore geschossen. Wie wichtig ist es, möglicherweise gegen solche Mannschaften selbst in Führung zu gehen?
Das wäre ein großer Vorteil, gerade weil wir so stark in der Verteidigung sind. Aber das Spiel gegen St. Pauli hat uns gelehrt, dass Tore nachlegen auch sehr wichtig ist. Dazu gehört eine Menge Einsatz und treffsichere Stürmer.

Da könnt Ihr froh sein, aktuell einen Rouwen Hennings vorne drin zu haben…
Ohne ihn wären wir wohl oben nicht mehr dabei. Aktuell ist er unsere Lebensversicherung. Solange er so weiter macht, habe ich keine Bedenken.

Die Liga geht in die Zielgeraden. Wie schafft ihr es, die Konzentration hoch zu halten?
Indem man den zweiten Schritt nicht vor dem ersten macht. Es bringt nichts, auf die Tabelle zu schauen oder auf Punktverluste der anderen Mannschaften zu hoffen. Wir müssen immer an das nächste Spiel denken – und das ist jetzt der SV Sandhausen. Das ist natürlich nicht leicht, gelingt uns aber ganz gut. Es ist uns allen bewusst, dass wir dort unsere Arbeit abliefern müssen. Sonst brauchen wir nicht zu träumen.

Also für Freitag gilt: Ganz klar drei Punkte einfahren?
Da gibt es keine zwei Meinungen.

 

Das Gespräch führte Fabian Herbers


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