Greuther Fürth zu Gast

von David Ruf

Eine regelrechte Berg- und Talfahrt erlebte die SpVgg. Greuther Fürth in dieser Spielzeit. Mit leisen Aufstiegsambitionen in die Saison gestartet, erwischten die Franken einen relativ guten Start und konnten den Kontakt zur Spitzengruppe bis zum elften Spieltag halten.

Von Andreas Kleber
Dann allerdings setzte es im folgenden Heimspiel gegen den FC Augsburg eine bittere 4:5-Niederlage, die bei den Fürthern eine Art Blockade im Kopf und den Beinen auslöste. Urplötzlich bekamen die Weiß-Grünen keinen Fuß mehr auf den Boden, was zur Folge hatte, dass die Spielvereinigung bis zur Winterpause vom siebten auf den 15. Tabellenplatz abrutschte.

Was einige befürchtet hatten, war nun also eingetroffen. Der Verlust zahlreicher Leistungsträger wie beispielsweise Thorsten Burkhardt, Charles Takyi oder Stefan Reisinger konnte durch die jungen, unerfahrenen Akteure nicht kompensiert werden. Der Schuldige für die prekäre Situation war mit Trainer Benno Möhlmann, der den Posten des sportlichen Leiters bei den Franken im Juli 2008 nach 1997 und 2004 bereits zum dritten Mal übernommen hatte, rasch gefunden. Dabei hatte Clubchef Helmut Hack aufgrund der Zugänge etlicher Nachwuchskräfte noch vor der Saison verlautbart: „Noch mehr als bislang ergeht an den Trainer der Ausbildungsauftrag.“

Auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den 55-Jährigen, den die 1:4-Heimpleite gegen den KSC den Kopf kostete, wurden die Vereinsoberen binnen weniger Tage fündig. Michael „Mike“ Büskens sollte die Mannschaft wieder in jene Region der Tabelle führen, die des „Kleeblatts“ würdig sind. Schließlich hatte man von den vergangenen zehn Spielzeiten sieben als Tabellenfünfter beendet. Erklärtes Ziel des ehemaligen Schalker-„Eurofighters“ bei seinem Amtsantritt war, "so schnell wie möglich, von den Abstiegsplätzen wegkommen". Die Verpflichtung von Büskens war im Übrigen nicht unbedingt erwartet worden. Als Favorit für die Möhlmann-Nachfolge wurde zunächst Rudi Bommer hoch gehandelt. Aber auch Christian Ziege und Guido Buchwald galten als heiße Anwärter auf den Trainerstuhl im Fürther Playmobil-Stadion. Für ihn sei Fürth als relativ junger Trainer eine gute Station, sagte Büskens, der zuvor gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen Youri Mulder und Oliver Reck den FC Schalke 04 trainierte, nachdem die „Königsblauen“ ihren etatmäßigen Coach Fred Rutten im März 2009 vor die Tür gesetzt hatten. Nach der Verpflichtung von Felix Magath, der seine beiden Wolfsburger Co-Trainer Seppo Eichkorn und Bernd Hollerbach mit nach Gelsenkirchen brachte, verließ Büskens die 04er nach der vergangenen Spielzeit.

„Nach einem halben Jahr Pause bin ich jetzt bereit für ein neues Engagement", sagte der gebürtige Düsseldorfer, als er am 27. Dezember seinen bis zum 30. Juni 2011 datierten Vertrag in Fürth unterzeichnete. Sprachs und machte sich an seine Arbeit, die bereits nach kurzer Zeit Früchte trug. Praktisch wie von Geisterhand kehrte der Erfolg zum derzeit dienstältesten Zweitligisten zurück. Mit einem überzeugenden 3:0-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern starteten die Franken in die Rückrunde und katapultierten sich anschließend mit zwei Zu-Null-Siegen gegen den FSV Frankfurt und Energie Cottbus auf Platz acht der Tabelle.

Die Mannschaft um Kapitän Marino Biliskov hatte die Leidenschaft neu entdeckt und den Spaß am Spiel wieder gefunden. Auch wenn die Fürther ihre anfangs gehegten Aufstiegsträume in diesem Jahr nicht mehr verwirklichen können, so kann man schon heute ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Spielvereinigung auch in der kommenden Saison als heißer Kandidat auf einen der vorderen Plätze gehandelt werden wird. An Christopher Nöthe und dem tunesischen Nationalspieler Sami Allagui hat es im Übrigen nicht gelegen, dass die Franken eine für ihre Verhältnisse äußerst bescheidene Saison gespielt haben. Mit 13 beziehungsweise zwölf Toren zählen die beiden Fürther Torjäger zu den gefährlichsten Angriffsduos der 2. Liga. Ein glückliches Händchen bewiesen die Verantwortlichen des Clubs mit der Verpflichtung des bundesligaerfahrenen Milorad Peković in der Winterpause. Der gebürtige Montenegriner fügte sich auf Anhieb in die Mannschaft ein und verlieh der Defensive die nötige Stabilität, die man in der Vorrunde so schmerzlich vermisste.


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