Gondorf: "KSC-Fans machen es dem Gegner schwer"
Im Hinspiel sah er noch die Ampelkarte, nun kehrt der Ex-Karlsruher Jerome Gondorf mit Darmstadt 98 in den Wildpark zurück. Der Mittelfeldspieler über das Aufstiegsrennen, Fußball-Träume und ehemalige Kontakte.

Jerome, Darmstadt hat gegen Kaiserslautern drei wichtige Punkte geholt. Was war ausschlaggebend?
Dass wir die Tugenden an den Tag gelegt haben, die uns in dieser Saison so ausgezeichnet haben. Die Niederlage in Leipzig wollten wir mit aller Gewalt ausmerzen und das ist uns gelungen.
An der Spitze bleibt es weiter spannend. Da kann kein Kriminalroman mithalten…
Es ist wirklich sehr aufregend. Jetzt schnuppert auch noch Braunschweig wieder an den Aufstiegsplätzen. Der erste Platz ist wohl vergeben, aber dahinter wird es richtig spannend.
Jetzt geht es am Montag nach Karlsruhe. Ist das schon ein vorentscheidendes Duell?
Das glaube ich nicht. Die Konstellation der letzten drei Spiele ist einfach so, dass alle Kandidaten enorm bedeutende Spiele vor der Brust haben. Es kann wirklich noch alles passieren.
Du bist gebürtiger Karlsruher und hast in der A-Jugend gespielt. Mit welchen Gefühlen wirst du im Wildpark auftreten?
Es ist nicht mein erstes Spiel im Wildpark, das ist beruhigend. Aber natürlich ist es ein sehr schönes Gefühl, in der Heimatstadt aufzuspielen, es belastet mich aber nicht. Ich hatte zwei schöne Jahre in der KSC-A-Jugend, aber jetzt will ich mit Darmstadt 98 gewinnen.
Hast du noch Kontakte nach Karlsruhe?
Ich wohne ja selbst noch hier in Karlsruhe und pendle immer nach Darmstadt. Ich bin somit Karlsruhe treu geblieben und meine Familie lebt hier auch noch. Kontakt habe ich noch zu Sascha Traut.
Nach dem KSC hast du zwischenzeitlich in Spielberg in der Verbandsliga gespielt - jetzt bist du Stammspieler bei einem Zweitligisten. Lebst du deinen Traum?
Auf jeden Fall, den Traum lebe ich. Verbandsliga und zweite Liga, das kann man nicht vergleichen. Nach meiner Zeit beim KSC war es ein schwieriger Schritt, in den Amateurfußball zu gehen. Ich habe dann mein Abitur gemacht und in Spielberg gespielt. In Durlach habe ich Oberligaluft geschnuppert, erst dann kam der erste Profivertrag bei den Stuttgarter Kickers. Das habe ich mir hart erarbeitet.
Den vermeintlichen Rückschritt bereust du also keineswegs?
Nein, gar nicht. Manchmal ist es besser, einen Schritt zurückgehen, um dann zwei nach vorne zu machen.
Wäre der Bundesliga-Aufstieg das Non-Plus-Ultra für dich?
Ganz klar ja. Dann hätte ich es geschafft, von der Verbandsliga in die Bundesliga zu kommen. Aber wie gesagt, auch die Zweite Liga ist bereits riesig für mich.
Das Spiel am Montag wird im Free-TV übertragen. Spornt so etwas weiter an?
Ich kann das eigentlich ganz gut ausblenden. Natürlich steht das Spiel im Fokus, aber die Atmosphäre im Wildpark ist da deutlich wichtiger. Und ich weiß, dass die KSC-Fans es dem Gegner immer schwer machen.
Aber bei einem Flutlichtspiel unter diesen Bedingungen ist es etwas ganz besonderes…
Egal ob Pokal oder Liga, Flutlichtspiele sind atemberaubend. Die Fans werden diese Atmosphäre spüren und ihren Teil dazu beitragen.
Der KSC will aufsteigen, Darmstadt auch – was für ein Spiel können die Fans erwarten?
Wir können es an der Tabellensituation festmachen. Beide Mannschaften haben das gleiche Torverhältnis, lassen wenig zu und treffen viel vorne. Ich glaube, dass es ein Abnutzungskampf wird, dass beide Mannschaften wirklich alles reinhauen werden und am Schluss lächelt der Glücklichere.
Das Interview führte Fabian Herbers











