Freis: "Erkenne die Handschrift von Markus Kauczinski"
Morgen wird er 30, am Samstag steht Sebastian Freis im Wildpark auf sattem Grün - allerdings das erste Mal in seinem Leben nicht in Blau-Weiß. Wir haben mit dem Stürmer über die Vergangenheit, sein erstes Tor für Greuther Fürth und das Spiel am Samstag (13 Uhr) gesprochen.

Basti, am Samstag kehrst du in den Wildpark zurück. Wann warst du das letzte Mal dort?
Boah, das weiß ich gar nicht so genau. Es ist nicht so lange her. Hin und wieder schaue ich ab und zu mal vorbei. Letztens war ich bei Saki im Clubhaus. Das letzte Spiel, das ich verfolgt habe, ist leider schon etwas her.
Wie ist es für dich, hier zurückzukehren?
Eine ganz komische Situation. Es ist mein allererstes Spiel im Wildpark, das ich nicht im KSC-Trikot bestreite. Daher wird es ein besonderes Spiel für mich. Wie es genau sein wird, weiß ich erst, wenn ich unten auf dem Platz stehe. Trotzdem freue ich mich aber über meine Rückkehr.
Deinen Einstand beim KSC hast du vor über 10 Jahren gefeiert. Erinnerst du dich noch an das Spiel?
Ja, klar. Ich habe damals als ganz junger Nachwuchsspieler gegen Rot-Weiß Essen drei Tore gemacht, Sean Dundee hat auch getroffen. An dieses Spiel werde ich mich immer erinnern. Ich konnte in dieser Saison auch damit zum Klassenerhalt beitragen.
Damaliger Cheftrainer war Lorenz-Günther Köstner. Er scheint vor dem Spiel die richtigen Worte gefunden zu haben…
Er sagte, dass ich mir keinen Kopf machen soll und wie im Training Gas geben. Ich habe dann frei aufgespielt und es hat gut geklappt. Ich erinnere mich, dass er mir nur zwei Stunden vorher gesagt hat, dass ich spiele. Das war denke ich ganz gut, da hatte ich nicht viel Zeit zum Nachdenken.
Es folgten noch viele weitere Tore für den KSC. Welches war dein schönstes?
Ich erinnere mich an ein Tor in der Bundesliga gegen Werder Bremen zum 3:3. Das war ein besonderes Tor. Und gegen den HSV habe ich in der letzten Sekunde den Siegtreffer per Kopf erzielt. Diese Momente sind natürlich unbezahlbar.
Wie intensiv verfolgst du den KSC noch?
Eigentlich die ganze Zeit. Ich habe viele Spiele im Fernsehen gesehen. Auch, weil ich nie selbst gegen ihn gespielt habe. Und habe mich natürlich immer gefreut, wenn er Erfolge erzielt hat, denn die Bindung zum Heimatverein wird immer bleiben.
Hast du auch noch Kontakte?
Aus dem Kader habe ich noch mit Martin Stoll und Sascha Traut zusammengespielt. Dazu kenne ich ein paar Spieler aus dem Kader, als wir in Karlsruhe zusammen essen waren sowie Cheftrainer Markus Kauczinski, der mein A- und B-Jugendtrainer war. Und natürlich habe ich noch zur KSC-Geschäftsstelle Kontakte, da sind ja noch viele bekannte Gesichter da.
Zum Aktuellen: Du hast am Wochenende dein erstes Tor für Fürth gemacht. Wie befreiend war der Moment für dich?
Für einen Stürmer ist ein Tor immer extrem wichtig, wir leben schließlich von Erfolgserlebnissen. Allerdings wäre mir ein Sieg deutlich lieber gewesen, weil der Abstand zu den Abstiegsplätzen immer noch sehr gering ist. Das hat nicht sollen sein.
Im Keller ist es eng, hinter Fürth haben alle Teams gewonnen. Was macht dich zuversichtlich, dass das Kleeblatt die Klasse hält?
Ich sehe, dass wir jeden Tag gut arbeiten. Wir machen jedes Spiel einen Riesenaufwand, belohnen uns aber nicht. Die individuelle Qualität im Kader ist aber sehr groß und deswegen werden wir es schaffen, die Klasse zu halten. Wir müssen unsere Leistung aber wieder in gute Ergebnisse ummünzen.
Der KSC steht dagegen mit Platz 4 hervorragend da. Was traust du ihm diese Saison zu?
Ich traue ihm definitiv den Aufstieg zu. Die Punkte holen sie hoffentlich gegen alle Mannschaften außer uns (lacht). Da kann ich keine Rücksicht drauf nehmen. Ingolstadt dürfte fast weg sein, aber Platz 2 und 3 sind für den KSC realistisch und derzeit hart umkämpft. Wie Markus Kauczinski immer sagt: Das Rennen ist bis zum letzten Spieltag offen.
So wird der KSC hochmotiviert am Samstag auftreten. Was zeichnet diese Mannschaft aus?
Karlsruhe hat nur ein Heimspiel verloren. Sie zeigen also jetzt eine Konstanz, die sie vorher noch nicht hatten. Dazu haben sie ihre maßgeblichen Stärken im Umschaltspiel, Manuel Torres und Hiroki Yamada sind schnelle Leute. Vorne hat Rouwen Hennings gerade Selbstbewusstsein ohne Ende. Ich sehe dazu die Handschrift des Trainers, welche ich noch aus Jugendzeiten kenne.
Und nach dem Spiel bleibst du noch in Karlsruhe?
Das wird spontan entschieden. Wir müssen mal schauen, wie das Spiel ausgeht und wie die kommenden Trainingstage aussehen. Es würde mich natürlich freuen, wenn ich ein paar alte Bekannte zum Essengehen treffen könnte.
Das Gespräch führte Fabian Herbers











