Fast wertloser Punktgewinn
Ein Punkt gegen Offenbach war wohl zu wenig für den KSC, der Aufstieg ist in weite Ferne gerückt. Nach einem frühen Rückstand kamen die Karlsruher zurück ins Spiel, ließen aber zu viele Chancen ungenutzt und glichen erst kurz vor dem Ende aus.
Von Andreas Eisinger
Die Freude über den späten Ausgleich war schnell verflogen, das 1:1 Unentschieden gegen die Offenbacher Kickers hat dem KSC und seinen Fans die Ostertage verdorben. Nach der Niederlage in Dresden hatte sich die Mannschaft von Edmund Becker die Wiedergutmachung vorgenommen, um nicht vorzeitig aus dem Aufstiegskampf auszuscheiden. Die Punkteteilung war für beide Teams zu wenig über den Offenbachern kreist weiter das Abstiegsgespenst, für die Karlsruher ist der Aufstieg in weite Ferne gerückt.
KSC Trainer Becker hatte von seiner Mannschaft dasselbe erwartet, wie schon in Dresden: Den frühen Führungstreffer, damit des Gegners Nerven blank liegen. Doch wie schon in Dresden bekam er den frühen Rückstand. Dabei ließ er offensiver spielen als bei den Sachsen, stellte mit Sebastian Freis einen zusätzlichen Angreifer auf. Jan Männer musste für ihn auf die Bank. Außerdem sortierte Becker Michael Mutzel und Martin Stoll aus der Startelf; für Mutzel kehrte Kapitän Danny Schwarz nach seiner Virusgrippe zurück, Stoll musste nach Unsicherheiten in den letzten Spielen für Carsten Rothenbach Platz machen.
Torchancen sahen die ca. 18.500 Zuschauer im Wildparkstadion vor der Offenbacher Führung nicht, trotzdem kündigte sich das 0:1 lauthals an: mit drei Eckbällen und einem gefährlicher Einwurf der Gäste; eine Ecke gab es für den KSC, die endete in einem Gäste Konter. Als Mamadou Diabang die Kickers nach Fehlern der badischen Hintermannschaft und von Torhüter Markus Miller in Führung köpfte, stellte seine Mannschaft die Offensivbemühungen nach nur neun Minuten vollends ein. Wie gegen Fürth und Dresden verdaute Beckers Mannschaft den Rückschlag schnell und machte Druck. Selbst ein Unentschieden war aber zu wenig, wusste auch Manager Rolf Dohmen. Schon früh hielt ihn nichts mehr auf seinem Tribünenplatz; am Spielfeldrand unterstützte er die Balljungen und heizte der Wildpark Elf ein.
Die folgenden Minuten waren zum Haareraufen: Jiri Kaufman setzte eine Mischung aus Flanke und Schuss an die Offenbacher Latte, Sebastian Freis und erneut Kaufman scheiterten frei vor Torwart Cesar Thier. Freis war im zweiten Anlauf sogar erfolgreich, stand aber im Abseits, als er traf. Ausgerechnet jetzt ging im Parallelspiel Aufstiegskonkurrent Energie Cottbus in Führung, der Abstand zu Rang drei der Tabelle wuchs. Bis zur Pause mussten die Offenbacher Kickers weiter gegen den drohenden Ausgleich anrudern; nach einem schwachen Eckball von Danny Schwarz hatten Bradley Carnell, Sebastian Freis und Giovanni Federico innerhalb weniger Sekunden Abschlusspech.
Nach der Pause verflachte die Partie, Offenbach tat weiter nichts als Verteidigen, Hoffen und Zeit gewinnen. Allerdings gönnte sich auch die KSC Offensive eine kurze Auszeit, bis zur 61. Minute: Torschütze Diabang mähte im Mittelfeld Thomas Kies um Schiedsrichter Guido Winkmann zückte nach Rücksprache mit seinem Assistenten zu Recht die rote Karte. In Überzahl wachten die Karlsruher wieder auf, rannten erneut erfolglos an. Sebastian Freis und der in den Angriff aufgerückte Carsten Rothenbach brachten den Ball nicht ins Tor, Freis ließ ihn sich später erneut im letzten Moment von Daniel Schuhmann abnehmen. Erst neun Minuten vor dem Ende schepperte es im Offenbacher Tor, der eingewechselte Sean Dundee glich aus. Cottbus führte aber immer noch, ein Unentschieden war fast wertlos. Auch Stürmer Edmond Kapllani kam ins Spiel, suchte den Abschluss, nach ihm Jiri Kaufman, aber wieder kratzten die Hessen die Kugel von der Linie. In den Schlusssekunden rannte gar Torhüter Markus Miller in die gegnerische Hälfte, aber auch er konnte am Spielstand nichts mehr ändern.
Im 700 Kilometer entfernten Cottbusser Stadion war Hansa Rostock ähnlich glücklos: Auch einen haarsträubenden Fehler von Cottbus Torwart Tomislav Piplica nutzten die Hanseaten nicht aus und verloren am Ende mit 0:2. Cottbus setzt sich damit auf Tabellenplatz drei fest, für den KSC ist der Aufstieg nur noch bei einer fast makellosen Restbilanz und Patzern der Konkurrenz möglich. Die zwei ausstehenden Auswärtsspiele haben es aber in sich: 1860 München könnte bis Freitag nächster Woche in akute Abstiegsgefahr geraten, der VfL Bochum am Montag den Aufstieg endgültig besiegeln. Gegen den KSC werden die Bochumer zwar ganz sicher freudentrunken antreten, im letzten Saisonspiel vor heimischer Kulisse aber eine Duftmarke in Liga zwei hinterlassen wollen.











