"Die Mannschaft hat mich überzeugt"
Am Freitag stellte der KSC seinen neuen Cheftrainer Edmund Becker vor. Schon vor Wochen war der bisherige Co. die erste Wahl von Präsidium und Manager, zuerst lehnte der 48 Jährige aber ab. Am Sonntag sitzt er erstmals als Chef auf der Bank.
Von Andreas Eisinger
Braun gebrannt und entspannt nahm Edmund Becker auf dem Podium im Presseraum des Wildparkstadions Platz. Von den turbulenten Tagen seit dem Jahreswechsel hat der neue Cheftrainer des KSC im türkischen Belek auch nicht allzu viel mitbekommen. Am Mittelmeer hatte der 48 Jährige genügend damit zu tun, die Mannschaft auf den bevorstehenden Abstiegskampf vorzubereiten. Als Interimscoach trat Becker die Reise vor anderthalb Wochen an, als sportlich Verantwortlicher stieg er gestern in Frankfurt aus dem Flugzeug.
Lange hatte sich der bisherige Amateur und Co Trainer geziert und Ambitionen auf den Chefsessel vehement zurückgewiesen. "Das Trainingslager mit der Mannschaft hat einen Riesen Spaß gemacht", berichtete Edmund Becker von seinem Sinneswandel. "Die Mannschaft hat super trainiert, auch die Amateure haben sehr schön mitgearbeitet." Zwei Tage vor der Heimreise habe dann der Mannschaftsrat angeklopft und den Übergangs Coach gebeten, das Angebot anzunehmen. Zur Bedingung machte der gebürtige Reichenbacher, dass das Präsidium um Hubert H. Raase zumindest bis zum September im Amt bleibt und seine Rücktritts Ankündigung überdenkt. "Sonst hätte ich meine Zusage nicht gegeben", betonte Becker, der sich nun auf seine neue Aufgabe freut.
Präsident Raase saß neben Becker und nickte zufrieden mit dem Kopf, während er den Worten des neuen Cheftrainers folgte. "Schon nach der Beurlaubung von Lorenz Günther Köstner war er unsere erste Wahl, hat aber aus für uns verständlichen Gründen abgelehnt, deshalb war der Fall für uns eigentlich erledigt", berichtete der Werbemittel Unternehmer über die Entstehungsgeschichte der erweiterten Zusammenarbeit. "In Belek waren wir dann alle begeistert von seiner Arbeit, da habe ich ihn zur Seite genommen. Ich habe ihm gesagt, dass es doch eigentlich nicht sein kann, dass wir uns nach einer externen Lösung umschauen müssen, während die Mannschaft unter ihm aufblüht." Die Hartnäckigkeit Raases wurde letztlich belohnt: "Irgendwann hat er dann eingesehen, dass dieser Weg Sinn macht", schmunzelte das Vereinsoberhaupt.
Hauptgrund für Beckers Zögern war zweifellos seine Arbeit beim Amateur Team der Blau Weißen. Unter seiner Regie legten die Nachwuchs Kicker eine makellose Hinrunde hin und überwintern an der Tabellenspitze. "Die Mannschaft liegt mir sehr am Herzen, da ist in den letzten drei Jahren etwas gewachsen", erklärte der Neu Cheftrainer. Deshalb will er die Verantwortung für die Amateure auch nicht abtreten: "Ich möchte dort weiterhin federführend tätig sein, das Tagesgeschäft kann ich aber natürlich nicht mehr übernehmen." Wer künftig das Training der U23 leiten und bei deren Spielen auf der Bank Platz nehmen wird, ist derzeit noch unklar. "Ob es eine externe Lösung wird oder wir jemanden nach oben ziehen, wissen wir noch nicht", ergänzte Raase. Angst vor einer doppelten Belastung hat Becker nicht: "Es gehört sich für einen Cheftrainer sowieso, dass er sich die Spiele der Amateur und Nachwuchs Mannschaften anschaut."
Vor seiner Feuertaufe in Burghausen steht Edmund Becker am kommenden Sonntag (15 Uhr) sein erstes Spiel als Cheftrainer bevor. Das Spiel gegen den FC Zürich wird auf Platz zwei angepfiffen, für Becker alles andere als ungewohntes Terrain. Verzichten muss der Coach, den der zum Co Trainer "beförderte" Peter Gadinger unterstützt, auf Sean Dundee, Danny Schwarz und Sebastian Freis. Freis kehrte mit einem Infekt aus dem Trainingslager zurück, Schwarz laboriert an einer Sehnenreizung in der Kniekehle. "Crocodile Dundee" zog sich bereits vor einer Woche eine Kapselverletzung im Sprunggelenk zu, er könnte sogar in Burghausen fehlen. Während die Praxis Tests gegen Saturn Moskau und eine albanische National Auswahl für Erfolgserlebnisse sorgten, blickt Becker der Partie gegen die Eidgenossen als aussagekräftigere General Probe entgegen.
Die erzielten Einnahmen (Erwachsene: 7 Euro, Ermäßigte: 5 Euro, Jugendliche bis 16 Jahre: 2 Euro) kommen der Stiftung "Kinder unterm Regenbogen" von Medienpartner Radio Regenbogen zu Gute. Sie leitet das Geld an die Kindernothilfe weiter, die unter anderem Projekte im von der Flut Katastrophe betroffenen Sri Lanka betreut.











