Das ist Borussia Mönchengladbach
Wie schon in der vergangenen Saison treffen wir in der 2. Runde des DFB-Pokals auf Borussia Mönchengladbach. Bevor wir am Dienstagabend ab 20:45 Uhr im ista-Borussia-Park um den Einzug in die nächste Runde kämpfen, stellen wir euch unseren Gegner vor! Wer ist der neue Trainer, warum „Fohlenelf“ und wie sahen die goldenen Zeiten der Borussia aus? Das und mehr erfahrt ihr in der Gegnervorstellung.

Die Fohlen
Borussia Mönchengladbach, laut Satzung „Borussia Verein für Leibesübungen 1900 e. V.“ ist ein am Niederrhein beheimateter Sportverein und hat 111.250 Mitglieder. Damit zählt die Borussia zu den beliebtesten Fußballclubs Deutschlands und schneidet auch weltweit unter den Top 25 Vereinen mit den meisten Mitgliedern ab. Als der Verein 1900 gegründet wurde, befand sich Mönchengladbach im preußischen Rheinland. „Borussia“ ist die lateinische Bezeichnung für Preußen und so wählten viele Vereine in ehemaligen preußischen Gebieten diesen Namen, darunter auch Borussia Mönchengladbach. Die Profifußballabteilung des Vereins wird von der Kapitalgesellschaft Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH betrieben, die sich komplett im Besitz des Vereins befindet. In der ewigen Bundesliga-Tabelle belegen sie den fünften Platz. Bis heute konnte die Borussia fünf nationale Meistertitel, drei DFB-Pokalsiege und zwei UEFA-Pokalsiege einfahren. Die temporeiche und offensive Spielweise, mit der die Mannschaft in den 1970er Jahren die Bundesliga mit überwiegend jungen Spielern dominierte, brachte der Mannschaft den Spitznamen „Fohlenelf“ ein.
Neuer Trainer
Nach dem schwierigen Saisonstart in der Bundesliga nahmen die Borussen eine Veränderung auf der Trainerbank vor und Alexander Blessin übernahm als neuer Coach das Amt von Eugen Polanski. Für den gebürtigen Stuttgarter ist es bereits seine fünfte Trainerstation im Herren-Profifußball. Seine Karriere als Übungsleiter begann der 53-Jährige aber zunächst in der Jugendabteilung von RB Leipzig. Von 2012-2018 trainierte er die U17, in den folgenden zwei Jahren übernahm er die U19 der Sachsen. Danach verließ er den Jugendfußball und unterschrieb im Jahr 2020 beim KV Ostende in Belgien. Es folgten zwei weiterer Stationen beim CFC Genau in Italien und bei Royale Union Saint-Gilloise in Belgien, ehe Blessin 2024 nach Deutschland zurückkehrte und den FC St. Pauli als Bundesliga-Aufsteiger übernahm. In seinem ersten Jahr gelang ihm noch der Klassenerhalt mit den Kiezkickern, im zweiten Jahr stieg er mit seiner Mannschaft in die 2. Bundesliga ab. Während der Länderspielpause vor wenigen Wochen übernahm er schließlich bei Borussia Mönchengladbach und soll die Fohlenelf nun zurück in die Erfolgsspur bringen.
ista-Borussia-Park
Im Sommer 2004 zog die Borussia vom altehrwürdigen Bökelberg auf das neue Gelände im Nordpark um und der Borussia-Park wurde als neue Heimspielstätte der Fohlenelf eingeweiht. Seit dem 1. Juli 2026 heißt das Stadion, in dem der Traditionsverein seine Heimspiele vor bis zu 59.749 Zuschauern austrägt, ista-Borussia-Park. Auf 308.677 Quadratmetern befinden sich neben dem Stadion außerdem das Trainingsgelände und weitere Einrichtungen wie beispielsweise das Internat „Porsche FohlenStall“ und das Museum „Fohlenwelt“. Der ista-Borussia Park ist ein Kategorie-4-Stadion nach der Stadionklassifikation der UEFA, was der höchsten Einstufung entspricht. Stadien dieser Art wurden früher auch als „Elitestadien“ bezeichnet.
Die goldenen Jahre
Borussia Mönchengladbach gehörte einst zu den stärksten Mannschaften Europas. 1965 stieg Gladbach gemeinsam mit dem FC Bayern München in die Bundesliga auf und beide Vereine sollten den deutschen Fußball nachhaltig prägen. Die Fohlenelf gewann Meisterschaften, eroberte Europa und wurde zum Sinnbild für schnellen und mutigen Fußball. In den 1970er Jahren spielten zahlreiche Legenden bei der Borussia und die Fohlen hinterließen beeindruckende Zahlen und Rekorde. Namen wie Günter Netzer, Berti Vogts, Jupp Heynckes, Rainer Bonhof und Allan Simonsen sind fest mit der Vereinsgeschichte verbunden. Am 29. April 1978 gewann Gladbach mit 12:0 gegen Borussia Dortmund, was bis heute den höchsten Sieg der Bundesliga-Geschichte bedeutet. Allan Simonsen wurde 1977 als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet, Rainer Bonhof gewann mit Gladbach fünfmal die deutsche Meisterschaft (1970, 1971, 1975, 1976, 1977). Hinzu kommt, dass die Borussia zwischen 1973 und 1979 insgesamt in drei UEFA-Pokal-Endspielen stand und zwei davon gewann. 1977 erreichten sie zusätzlich das Finale im Europapokal der Landesmeister.
Wiedersehen
Bereits in der vergangenen Saison traf unser KSC in der 2. Runde des DFB-Pokals auswärts auf Borussia Mönchengladbach. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 28. Oktober 2025 unterlagen die Blau-Weißen der Fohlenelf mit 1:3. Neben der bekanntesten Verbindung zwischen den Fohlen und dem KSC Lars Stindl, gibt es noch zwei aktive Spieler, die das Trikot beider Vereine trugen und vor einem Wiedersehen mit den alten Kollegen stehen. Auf Seiten der Blau-Weißen trifft Shio Fukuda auf seinen alten Arbeitgeber, bei dem er seine ersten Schritte im deutschen Profifußball sammelte. Er absolvierte 40 Partien für die zweite Mannschaft der Borussia und kam in elf Bundesliga-Spielen zum Einsatz, ehe er letzte Saison per Leihe in den BBBank Wildpark kam und diesen Sommer schließlich fest verpflichtet wurde. Im Gegensatz dazu verließ uns Linksverteidiger David Herold im vergangenen Transferfenster und schloss sich der Fohlenelf an. In seinen drei Jahren beim KSC schnürte er 95 Mal die Schuhe für Blau-Weiß.
München?
Mönchengladbach ist eine kreisfreie Großstadt im Westen Nordrhein-Westfalens. Tatsächlich hieß die Stadt ursprünglich nur Gladbach, benannt nach dem kleinen Bach gleichen Namens, der heute größtenteils unterirdisch verläuft. Als es häufiger zu Verwechslungen mit Bergisch Gladbach kam, wurde der Name 1888 in München-Gladbach geändert. Dabei war „München“ ursprünglich eine ältere sprachliche Form, die sich von „Mönche“ beziehungsweise der klösterlichen Tradition der Abtei Gladbach ableitete. Sie hatte also nichts mit der bayerischen Stadt München zu tun, jedoch kam es immer wieder zu genau dieser Verwechslung, weshalb der Name 1960 in Mönchengladbach geändert wurde. Die heutige Stadt Mönchengladbach entstand allerdings erst im Jahr 1975 durch den Zusammenschluss von Mönchengladbach, Rheydt und Wickrath.











