Christian Eichner bei "Kicker"-Telefonaktion
Das Sportmagazin "Kicker" führte vor dem Bundesligastart eine große Telefonaktion mit allen 18 Erstligisten durch. Beim KSC stand Außenverteidiger Christian Eichner den Fans eine Stunde Rede und Antwort und äußerte sich zu den Saisonzielen und seiner persönlichen Entwicklung.

Lukas Schieche (14, Altbach): Welches Saisonziel hat der KSC?
Christian Eichner (24, KSC): Drin zu bleiben. Die Liga ist im hinteren Feld sehr eng. Wenn es für uns optimal läuft, können wir vielleicht 11 oder 12 werden.
Alexander Eiber (14, Bad Kötzting): Wie sehen Sie die Chance, ihren Stammplatz zu festigen?
Eichner: Die schätze ich groß ein. Die Vorbereitung ist gut gelaufen, mein Knie bereitet nach der Operation keine Probleme. Bei diesem Thema bin ich aber ein bisschen vorsichtig. Erst wenn ich in ersten zehn, zwölf Spielen dabei war, fühle ich mich als Stammspieler.
Maurice Kinner (10, Gütersloh): Können Sie mir Tipps geben, wie ich als Fußballer vorankomme?
Eichner: Wichtig ist, du musst die richtige Einstellung haben, gerne zum Training gehen, Talent mitbringen. Und Zusehen, dass du in deiner Mannschaft einer der besseren bist. Irgendwann, mit 13 oder 14, musst du dann den nächsten Schritt wagen, zu einem größeren Klub gehen. Ich kam aus einem ganz kleinen Dorf, mit 13 nach Karlsruhe. Hier habe ich mich durchgesetzt.
Martin Schandry (50, Königstein): Wie funktioniert das neue System?
Eichner: Insgesamt stehen wir kompakter, lassen wir weniger Chancen zu. Was fehlt: Wir müssen einfacher nach vorne spielen. Jeder muss geiler auf’s Toreschießen werden.
David Olms (10, Refrath): Worauf kommt es für den KSC an?
Eichner: Wir müssen mit Euphorie an die Sache rangehen. Frei von der Seele weg aufspielen, zeigen, was uns im Aufstiegsjahr stark gemacht hat. In der Bundesliga geht es aggressiver zu. Da müssen wir noch eine Schippe drauflegen.
Janos Felsmann (15, Friedrichsdorf): Wie schwer ist es, als Aufsteiger beim Pokalsieger starten zu müssen?
Eichner: Es ist eher ein Vorteil. Mit uns rechnet keiner; wir haben nichts zu verlieren. Der Druck liegt bei Nürnberg.
Klaus Peter Schäfer (39, Völklingen): Muss der KSC bis zum Schluss um den Ligaerhalt zittern?
Eichner: Wir wollen nicht bis zum letzten Spieltag zittern. Das erlebte der KSC oft genug. Aber: zu diesem Zeitpunkt wäre es sicher vermessen zu behaupten, wir sind am 29. oder 30. Spieltag schon gerettet!
Nadine Hartmann (18, Graben-Neudorf): Ist Giovanni Federico zu ersetzen?
Eichner: Wir haben zwei, drei gute Spieler im Offensivbereich dazu bekommen: Hajnal, Iashvili oder Timm; ich denke, in der Summe können sie ihn ersetzen. Eigentlich geht es aber garnicht. Giovanni hat eine Genialität, die ist grenzenlos. Er war der beste Spieler, mit dem ich zusammen gespielt habe!
Mark Aborgast (11, Amberg): Freuen Sie sich auf’s erste Spiel?
Eichner: Klar, wie ein kleines Kind. Je näher der Tag rückt, um so aufgeregter werde ich. Bundesliga zu spielen war ein Traum. Wahnsinn, dass der sich jetzt erfüllt.
Ralf Seidel (42, Nürnberg): Wie können Sie Profifußball und Studium vereinbaren, geht das überhaupt?
Eichner: Zum einen braucht man große Selbstdisziplin. Dass man sich bei nur einmal Training am Tag zwingt, nachmittags in eine Vorlesung zu gehen. Dann ist großes Entgegenkommen der Dozenten oder Professoren nötig, die es zulassen, dass ich öfters fehle, als es erlaubt ist. Mein Studium für’s Lehramt ist für mich ein wichtiger Ausgleich zum Profisport. Es ist garnicht hoch genug einzuschätzen, was es für mich bringt. Bevor ich Profi beim KSC wurde, hatte ich schon drei Semester hinter mir. Ich wollte das keinesfalls aufgeben. Heutzutage braucht man ein zweites Standbein. Das Studium ist für mich absolut notwendig nebenher, um normal zu bleiben.
Frank Rimmler (47, Karlsruhe): Was ist die Stärke von Trainer Becker?
Eichner: Ede Becker ist einfach Mensch geblieben. Er ist im Umgang mit den Spielern genauso bei den Profis, wie er bei den Amateuren war.
Matthias Benz (14, Schmitt): Steigt der KSC wieder ab?
Eichner: Nein. Wir haben genügend Qualität, um uns in der Liga zu halten. Wenn wir an uns glauben.
Manfred Ziebell (26, Detmold): Massimilian Porcello schickte mir ein Trikot. Können Sie sich für mich bei ihm bedanken?
Eichner: Klar, gleich morgen im Training werde ich es ausrichten. Aus Detmold rufen Sie an? Das kenne ich, da war ich mal in der B- oder C-Jugend auf einem Turnier.
Fabio Kraus (15, Berlin): Sie sind Fan des FC Bayern und auch Mitglied. Was wäre, wenn Uli Hoeneß anrufen würde?
Eichner: Dann würde ich zu Fuß bis nach München laufen.
Kraus: Wer wird Deutscher Meister?
Eichner: Der HSV wird wieder eine gute Rolle spielen. Doch die Meisterschaft läuft nur über den FC Bayern.
Christoph Seidel (39, Stuttgart): Bei der Aufstiegsfeier gab es beleidigende Sprechchöre gegen den VfB Stuttgart. Wie kam’s dazu?
Eichner: Es war in der großen Euphorie, gepaart mit viel Alkohol. Für diesen Fehler, der eigentlich nicht passieren darf, haben wir uns entschuldigt beim VfB. Die Sache ist abgehakt; ich denke auch für Stuttgart. Wir freuen es jetzt riesig auf die beiden Derbys.











