Alibaz: "Traue dem KSC den Aufstieg zu"

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Selcuk Alibaz wechselte im Januar 2015 schweren Herzens von Karlsruhe nach Aue, der Spielzeit wegen. Im Erzgebirge hat er seinen Stammplatz sicher - kämpft aber auch gegen den Abstieg. Wir haben Selcuk im Interview.

Selcuk, beim Montagsspiel gegen Braunschweig bist du in der ersten Halbzeit bereits ausgewechselt worden. Was war los?
Mein Oberschenkel hatte sich verhärtet, also war es einfach eine Vorsichtsmaßnahme. Ich hatte die Befürchtung, dass es schlimmer werden könnte und in dem Moment war es so unangenehm, dass ich selbst ausgewechselt werden wollte. 

Nach guter Leistung musste Aue dennoch Punkte liegen lassen. War mehr drin?
Ja, definitiv! Ich denke, dass wir besonders in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft waren. Wir sind nach einem Rückstand zurückgekommen, waren in der zweiten Halbzeit dann aber schlicht zu passiv und konnten dem Druck des Gegners nicht mehr standhalten. Im Endeffekt wäre sogar der Sieg möglich gewesen.

Was macht dich zuversichtlich, dass Aue die Klasse hält?
Wenn wir die Leistung aus der ersten Halbzeit gegen Braunschweig noch öfter abrufen und beibehalten können, bin ich für den Saisonendspurt guter Dinge. 

Du bist im Januar aus Karlsruhe nach Aue gewechselt. Was waren die Gründe?
Beim KSC hatte ich kaum noch Spielzeit bekommen, wollte daher unbedingt wechseln und am Ende hat sich dann spontan Aue ergeben. Natürlich hatte ich zuvor viel mit Markus Kauczinski über das Thema gesprochen. Ja, und letztendlich bin ich sehr froh, wie es gelaufen ist. Ich bin hier glücklich und ich spiele, das ist das Wichtigste. 

Wie schwer war es, den Verein nach so einer tollen Zeit zu verlassen?
Es war eine sehr schöne Zeit und natürlich umso schöner, da dort meine Heimat ist. Ich hatte tolle Mannschaftskollegen, die ich nur sehr ungern verlassen habe. Nichtsdestotrotz ist das Fußballgeschäft so und manchmal läuft es eben nicht so, wie man es sich im Leben wünscht. 

Was war dein schönster Moment im KSC-Dress?
Es gab viele schöne Momente, aber der schönste war wahrscheinlich der Aufstieg.

Der KSC spielt weiter oben mit. Was traust du ihm diese Saison noch zu?
Ich traue dem KSC auf jeden Fall den Aufstieg zu. Der KSC ist eine super Mannschaft mit tollen individuellen Spielern, die zudem taktisch sehr gut agieren und viel laufen – das ist in der zweiten Liga das A und O. Und wenn das Gesamtpaket stimmt, dann hoffe ich, dass sie am Ende ganz oben stehen und womöglich den Aufstieg schaffen. 

Am Sonntag kommt der KSC nach Aue. Ist das ein Vorteil, wenn du die gesamte Mannschaft kennst?
Ich werde unserem Trainer wahrscheinlich das Eine oder Andere weiterreichen, aber ich denke, das ist eigentlich nicht so relevant. Wir müssen am Ende auf unsere Leistung schauen, das hat oberste Priorität. Wenn wir das umsetzen, könnte es gut sein, dass wir eine gute Ausgangslage für die kommenden Spiele schaffen können. 

Vor welchem Spieler warnst du besonders?
Das ist schwierig zu sagen, da die Karlsruher sehr viele gute Spieler haben. Rouwen Hennings ist natürlich super drauf, gerade auf ihn sollten wir vielleicht ein wenig besser aufpassen. Ansonsten sind auch Manuel Torres, Hiroki Yamada, Reinhold Yabo und Jonas Meffert tolle Kicker. Es wird einfach wichtig sein, dass wir eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigen, viel laufen und ihnen keinen Platz lassen.

Deine perfekte Saison endet für dich, wenn…?
…wir die Klasse halten, das hat natürlich Vorrang. Persönlich möchte ich in den letzten Spielen nochmal gute Leistungen bringen und vielleicht mit 1, 2 schönen Toren oder Assists die Saison beenden. 

Das Gespräch führten David Horak und Fabian Herbers


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