Alibaz: "Den Fans nochmal einen Sieg schenken"

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Er ist die Nummer 10 beim KSC: Selcuk Alibaz. Im Interview spricht er über eine tolle Saison, seinen sehenswerten Treffer in Düsseldorf und das anstehende Spiel gegen die Fortuna am Sonntag (15.30 Uhr).

Selcuk, in Dresden ging es teilweise drunter und drüber. Vier Tore, zwei Elfmeter, eine Rote Karte – am Schluss habt Ihr einen Punkt mitgenommen. Bist du damit zufrieden?
Ich bin natürlich nicht zufrieden, das war ja nicht unser Ziel. Wir sind nach Dresden gefahren, um zu gewinnen. Am Ende hat es nur für ein Unentschieden gereicht. Der Punkt bringt uns nicht wirklich weiter und wir wollen ja noch das Beste aus der Saison machen.

Die Stimmung in Dresden war sehr aufgeheizt. Hat das auch gegen euch gespielt?
Das war nicht der ausschlaggebende Punkt. Die Stimmung war Wahnsinn, das hat mir gut gefallen. Das hat Dresden sicherlich geholfen, aber bei uns hat es schlussendlich spielerisch nicht gereicht.

Jetzt sind noch sechs Punkte zu vergeben. Fünf Punkte sind es bis zu Platz drei. Wie schätzt du die Situation ein?
Wir sollten da ehrlich zu uns sein: Ich glaube nicht, dass die Mannschaften da oben noch viele Punkte liegen lassen werden. Deswegen ist der Zug wohl abgefahren. Aber wir wollen am Sonntag trotzdem unser letztes Heimspiel gewinnen.

Als du zum KSC gewechselt bist, hast du ihn gerade in die dritte Liga geschossen. Kannst du uns das Kuriose daran erklären?
Weil ich mit Jahn Regensburg gegen Karlsruhe in der Relegation gespielt habe. Das war eine interessante Konstellation. Dann bin ich mit Regensburg aufgestiegen und der KSC musste runter. Ein paar Tage später kam ein Angebot aus Karlsruhe. Die Offerte war sehr gut und hier hat die sportliche Perspektive gepasst. Ich bin sehr froh über den Wechsel, denn ich habe im Nachhinein alles richtig gemacht.

In dieser Saison trägst du eine neue Nummer: Die 10 von Hakan Calhanoglu. War der Wechsel dein eigener Wunsch?
Ja, war er. Die Nummer bindet eine große Verantwortung, die ich diese Saison in der Mannschaft übernehmen will. Das war der Grund, warum ich die Nummer gewechselt habe.

32 Spieltage ist die Saison schon wieder alt. Wie sehr bist du mit deiner persönlichen Saison zufrieden?
Ich bin nicht so zufrieden. Es hätte besser laufen können. Das heißt nicht, dass ich jetzt bitter enttäuscht bin, aber ich denke, dass ich noch Potenzial nach oben habe und ich noch mehr rausholen hätte können. Das hat in der Rückrunde nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe. In den letzten beiden Spielen gebe ich jetzt nochmal Vollgas und dann geht es in den Urlaub. Nächste Saison will ich einiges besser machen.

Dass der KSC soweit oben steht, damit hat kaum einer gerechnet. Und du?
Das ist schwierig zu sagen. Ich habe die Saison einfach auf mich zukommen lassen. Dass es so gut läuft, war natürlich nicht zu erwarten, aber ich habe auch nicht damit gerechnet, dass wir absteigen werden. Wir haben ja eine sehr gute Truppe. Dass wir weit oben in der Spitzengruppe dabei waren, war auch für mich überraschend.

Am Sonntag (15.30 Uhr) ist Fortuna Düsseldorf zu Gast. Im Hinspiel hast du einen sehenswerten Treffer zum 1:0 gemacht. Wie hast du das in Erinnerung?
Das war eines meiner schönsten Tore. Das andere Tor zum 2:0 habe ich dazu vorbereitet. Ich hatte ein gutes Spiel gemacht und die Partie mitentschieden. Aber es war auch eine tolle Mannschaftsleitung.

Düsseldorf hat in den letzten vier Spielen vier Siege geholt. Warum sind sie derzeit so stark?
Das ist eine schwierige Frage. Vielleicht liegt es am Trainer…das weiß man von außen nicht. Düsseldorf ist sicher eine Mannschaft, die oben mitspielen wollte, möglicherweise auch aufsteigen. Nachdem sich das erledigt hatte, sind sie sicher lockerer geworden. Sie haben jetzt nichts mehr zu verlieren. Das macht sie momentan aus.

Was ist euer Ziel für das letzte Heimspiel?

Gas geben wie in den letzten Wochen. Es ist ganz einfach: Wir wollen unseren Fans im letzten Heimspiel nochmal einen Sieg schenken.

Das Gespräch führte Fabian Herbers

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