Veilchen-Lila im Abstiegskampf
Die Tabellensituation ist brenzlich für Erzgebirge Aue. Welche Auer Akteure wir schon kennen und auf wen unsere Jungs besonders Acht geben müssen, erfahrt ihr in der neuen Ausgabe von „Gegner im Detail“.

Erfahrung im Abstiegskampf
Mit Pavel Dotchev trifft „Eiche“ am Freitagabend auf einen erfahrenen Trainerkollegen. Nach seiner aktiven Karriere auf dem Spielfeld begab sich Dotchev im Sommer 2003 an die Seitenlinie. Seitdem hat er in 574 Spielen eine Profimannschaft gecoacht. Der 28-malige Nationalspieler Bulgariens favorisiert ein 4-2-3-1-System, variierte aber zuletzt zwischen einer Vierer- und einer Dreierkette. Der große Erfolg blieb für ihn mit Erzgebirge Aue bisher allerdings aus. Seit dem 18. Spieltag befinden sich die Veilchen auf einem direkten Abstiegsplatz. Nach zehn sieglosen Spielen konnte man vor zwei Wochen gegen Regensburg den ersten Dreier seit Mitte November einfahren. Gemeinsam mit den Ex-Karlsruhern Dimitri Nazarov und Dirk Carlson glaubt man in Aue aber weiterhin an den Verbleib in Liga Zwei. Neun Partien bleiben Erzgebirge Aue noch um acht Punkte auf den Relegationsplatz oder sogar elf Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz aufzuholen.
Vereinslegende und Fritz-Walter-Medaillen Gewinner
Der Veilchen-Kader ist vielfältig. Zwei Akteure stechen dabei besonders ins Auge: Vereinslegende Martin Männel und Talent Nicolas-Gerrit Kühn. Martin Männel ist seit 2008 nicht nur die unangefochtene Nummer eins, sondern auch das Gesicht der Auer Mannschaft. Bis zum Aufeinandertreffen mit dem KSC hat Männel bereits unfassbare 455 Spiele für Erzgebirge Aue absolviert, 141-mal blieb er ohne Gegentor. Die historischste Partie war für ihn vermutlich das Duell mit dem 1. FC Heidenheim im Mai 2015. In der 88. Minute erzielte der Torhüter nach einer Ecke von Selcuk Alibaz per Kopf den 2:2-Ausgleich. Wenige Wochen später wurde Männel zum Kapitän der Veilchen gewählt. Zuletzt fehlte der 33-Jährige im Auer Tor wegen einer Coronainfektion, im Normalfall ist er aber auch noch nach sieben Jahren Kapitän sowie Ansprechpartner für jüngere Spieler. Einer dieser „jungen“ Akteure ist der 22-jährige Nicolas-Gerrit Kühn. Kühn wurde bei RB Leipzig ausgebildet und machte seine ersten Profispiele zwischen 2018 und 2020 bei Ajax Amsterdam. In dieser Zeit wurde er 2019 mit der goldenen Fritz-Walter-Medaille zum deutschen Nachwuchsspieler des Jahres ausgezeichnet. Aktuell steht Kühn bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern unter Vertrag und spielt auf Leihbasis im Erzgebirge. Im bisherigen Saisonverlauf kommt der Offensivspieler auf einen Kicker-Notendurchschnitt von 3,28 und ist damit vor Männel (3,31) der bestbewertete Auer. Zusätzlich ist er mit seinen sechs Torbeteiligungen neben Dimitri Nazarov der Top-Scorer unseres Gegners.
Veilchen-Lila, Schlägel und Eisen
Die Vereinsfarben von Erzgebirge Aue sind lila und weiß. Warum lila? In den 50er-Jahren hatte eine Spielerfrau den Vorschlag in lila aufzutreten. Wenig später wurden erstmals veilchenfarbene Trikots für die Auer angefertigt.
Symbol unseres Gegners ist das „Schlägel und Eisen“-Motiv, was ein international bekanntes Symbol des Bergbaus ist. Dargestellt werden zwei gekreuzt übereinandergelegten Werkzeuge: der Schlägel und das Bergeisen, die bis zum 17. Jahrhundert die grundlegenden Instrumente des Bergmanns waren. Durch die starken Erz-Vorkommnisse im Erzgebirge spielte der Bergbau in Aue schon immer eine große Rolle. Sowohl die Landschaft als eben auch die Kultur der Region mit Vereinen wie dem FC Erzgebirge Aue werden seit Jahrhunderten vom Bergbau geprägt.












