DFB-Pokal Spielbericht

Trotz kämpferischer Leistung: KSC unterliegt Leverkusen nach Verlängerung

DFB-Pokal von Florian Kornprobst

Es hat nicht sollen sein: Der Karlsruher SC unterliegt in der 1. Runde des DFB-Pokals dem Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen mit 0:3. Dank einer kämpferischen Leistung brachten die Badener die Gäste vor 17.073 in die Verlängerung, ehe dann die Kräfte nachließen und die Rheinländer ihre vielen Möglichkeiten in Treffer ummünzten.

Im Vergleich zum Ligaspiel am vergangenen Samstag gegen den SV Wehen Wiesbaden nahm Cheftrainer Marc-Patrick Meister genau eine Änderung an der Startelf vor. Für Daniel Gordon, der noch eine Rotsperre aus dem Jahre 2015 absitzen musste, rückte Martin Stoll in die Innenverteidigung. Matthias Bader und Dominik Stroh-Engel fehlten den Badenern verletzungsbedingt.

Nach 34 Bundesliga-Partien kam es im Wildpark erstmals zum Pokalduell zwischen dem KSC und Bayer 04 Leverkusen. Die erste Chance des Spiels gehörte den Gästen: Auf dem nassen Geläuf war bereits in der 2. Minute Karim Bellarabi auf und davon. Alexander Siebeck konnte den Leverkusener Angreifer aber auf dem Weg zum Tor entscheidend stören, der bedrängte Schuss des Stürmers ging knapp über die Querlatte.

Es dauerte bis zur 13. Minute ehe der KSC erstmals gefährlich vor dem Leverkusener Tor auftauchte. Marvin Wanitzek spitzelte das Leder trickreich in den Strafraum auf Oskar Zawada. Den Schussversuch des Polen konnte Nationalspieler Leno im Bayer-Tor allerdings in höchster Not parieren. Auf der Gegenseite fand ein Schlenzer von Havratz sein Ziel nicht, sondern schrammte knapp am rechten Pfosten vorbei (17.).

KSC zeigt sich kämpferisch
Trotz optischem Übergewicht der Gäste versteckte sich der kämpferische KSC im stimmungsvollen Wildpark nicht. Die Elf von Marc-Patrick Meister störte den Bundesligisten früh und lief hoch an. So setzten die Badener die Leverkusener Defensive ein ums andere Mal unter Druck, mussten allerdings bis zur 33. Spielminute bis zur nächsten großen KSC-Möglichkeit: Nach einem Foul von Henrichs an Lorenz brachte Wanitzek den fälligen Freistoß von links in den Strafraum. Der Ball prallte abgefälscht direkt vor die Füße von Alexander Siebeck, den Schuss des Linksverteidigers aus knapp 16 Metern konnte allerdings erneut Leno abfangen.

In der Folge machten die Leverkusener weiterhin das Spiel, ließen allerdings ein ums andere Mal gute Chancen liegen. Kurz vor der Pause war es Havratz, der für ein Raunen im Wildpark sorgte: Sein Schuss ging nur wenige Zentimeter am linken KSC-Pfosten vorbei, so dass es mit einem 0:0-Unentschieden in die Pause ging. Die Karlsruher Fans belohnten die engagierte Leistung ihrer Mannschaft im ersten Durchgang mit Applaus.

Leverkusen überlegen
Auch in der zweiten Halbzeit bot sich ein ähnliches Bild. Die Rheinländer prägten das Spielgeschehen, der KSC stand aber aggressiv und clever. Hier eine Grätsche von Pisot, dort ein gewonnenes Kopfballduell von Stoll, der KSC hinderte den Favoriten mehrmals im letzten Moment am erfolgreichen Abschluss. Für die erste Möglichkeit der Blau-Weißen im zweiten Durchgang zeichnete sich in der 60. Minute David Pisot verantwortlich. Nach einem Wanitzek-Freistoß, den Leno aus der Gefahrenzone boxte, zog der Innenverteidiger von halbrechts ab - allerdings über das Tor der Gäste.

Für frischen Wind auf dem weiterhin rutschigen Rasen wollte Marc-Patrick Meister mit dem ersten Wechsel in der 71. Minute sorgen: Für Oskar Zawada kam Fabian Schleusener in die Partie. Allerdings mussten die 17.073 im Wildpark bis zur 83. Minute warten, ehe der KSC den nächsten Torschuss abgab. Der flinke Florenz Muslija versuchte sich aus gut 20 Metern, der Ball segelte allerdings ein gutes Stück über das Tor der Gäste aus Nordrhein-Westfalen, die gegen Ende der zweiten Halbzeit mehr und mehr überlegen waren. Ein Tor erzielten Leverkusen in der regulären Spielzeit trotz großen Chancen von Kohr (89.) und Pohjanpalo (90.) dennoch nicht, so dass nach 90 regulären Minuten die Verlängerung anstand.

In der Verlängerung reichen die Kräfte nicht
Diese begann für die Karlsruher mit einem Rückschlag, nach 93. Minuten hielt die KSC-Defensive den Angriffsbemühungen der Gäste nicht mehr stand: Nach einem Freistoß von Brandt schraubte sich Kohr am höchsten und nickte den Ball in die blau-weißen Maschen. Zwar bemühte sich der weiterhin aufopferungsvoll kämpfende KSC im Anschluss um den Ausgleich, Joel Pohjanpalo zerstörte aber in der 99. Spielminute die letzten Hoffnungen auf eine Pokalsensation. Nach Vorlage von Kevin Volland sorgte der eingewechselte Stürmer mit einem satten Schuss von rechts für das 2:0 und damit die vorläufige Entscheidung. Plötzlich lief es vor dem Tor für die Gäste, Leon Bailey schraubte den Spielstand kurz vor Pausenpfiff gar auf 0:3 (105.). Spätestens jetzt erwies sich der Bundesligist im Karlsruher Dauerregen als eine Nummer zu groß, wobei das letztlich deutliche Endergebnis über die starke kämpferische Leistung der Badener hinwegtäuschte. Im zweiten Durchgang der Verlängerung war es Torhüter Benjamin Uphoff, der sich noch mehrmals auszeichnen konnte.

Damit ist für den Karlsruher SC trotz großem Kampf bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals Schluss. Am kommenden Freitag steht wieder der Ligaalltag an: Am 18. August sind die Blau-Weißen zum 5. Spieltag der 3. Liga bei Fortuna Köln zu Gast.

Karlsruher SC:
Uphoff - Camoglu, M. Stoll, Pisot, Siebeck - Bülow - Wanitzek (83. Hofmann) - Muslija (95. Luibrand), Lorenz - A. Fink (108. Vujinovic), Zawada (71. Schleusener). Bank: Orlishausen (Tor), Föhrenbach, Hofmann, Marc. Mehlem, Luibrand, Schleusener, Vujinovic. Trainer: Marc-Patrick Meister.

Bayer 04 Leverkusen:
Leno - Henrichs, Tah, S. Bender, Wendell - Kohr, Kampl - Bellarabi (71. Brandt), Mehmedi (71. Bailey) - Havertz (66. Pohjanpalo), Volland. Bank: Özcan (Tor), Dragovic, Aranguiz, Bailey, Baumgartlinger, Brandt, Pohjanpalo. Trainer: Heiko Herrlich.

Tore: 0:1 Kohr (93.), 0:2 Pohjanpalo (99.), 0:3 Bailey (105.).

Gelbe Karten:

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Zuschauer: 17.073

Liste
Match
Center
2 : 0
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