„Neun Jahre, die mich geprägt haben...“
Von 1997 bis 2006 trug Carsten Rothenbach das Trikot des KSC, zuerst in der U19, später dann bei über 100 Spielen für die Profimannschaft. Vor dem Beginn 2006/2007 wechselte er schließlich nach Hamburg zum FC St. Pauli.

„Mr. Zuverlässig“, wie Carsten aufgrund seiner konstanten und guten Leistungen von der Hamburger Medienlandschaft genannt wird, ist aus der Kiezkickermannschaft mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Nun kommt er zum ersten Mal als Teil der Gastmannschaft in den Wildpark. www.ksc.de hat Carsten zum Interview getroffen.
www.ksc.de
Das heutige Spiel, ist das ein besonderes für Dich? Schließlich warst Du neun Jahre hier, kommst aus der KSC-Jugend und hast über 100 Spiele für die Profis gemacht...
Carsten Rothenbach:
Ja, das stimmt. Irgendwo ist das dann doch ein besonderes Spiel, wenn man neun Jahre bei einem Verein war und auch so viele Spiele für die Profimannschaft gemacht hat, dann ist das immer etwas Besonderes zurückzukommen. Letztendlich bin ich ja auch in der Nähe von Karlsruhe, in Heidelberg, groß geworden. Es werden auch viele Freunde und Verwandte kommen, von daher ist es sicherlich nicht wie jedes andere Spiel.
www.ksc.de
Carsten Rothenbach, in Hamburg sagen alle „Calle“. Nennt Dich überhaupt noch jemand „Rothe“ wie in Karlsruher Zeiten?
Carsten Rothenbach:
Also in Hamburg sicherlich nicht, aber wenn ich mit Leuten aus Karlsruhe telefoniere, muss man sich da erst mal wieder umstellen, weil man den Spitzennamen länger nicht mehr gehört hat. Aber wenn ich „Rothe“ höre, fühle ich mich auch angesprochen.
www.ksc.de
Du läufst zum ersten Mal seit Deinem Wechsel zum FC St. Pauli im Wildpark auf, freust Du Dich?
Carsten Rothenbach:
Ja, irgendwie schon. Also, ich muss sagen, dass erste Mal überhaupt, dass ich als Gegner in den Wildpark komme. Ich kannte das bisher immer nur als „Heimspieler“ sozusagen. Ich freu mich schon darauf, einige Leute, das Stadion und bestimmte Ecken wiederzusehen.
www.ksc.de
Was war denn für Dich persönlich der schönste KSC-Moment?
Carsten Rothenbach:
Ich glaube wir hatten einige schöne Momente. Der Aufstieg im ersten Profijahr von der Regionalliga in die 2. Bundesliga war natürlich toll. In dem Jahr haben wir dann auch noch im DFB-Pokal den HSV geschlagen, der damals in der Champions League gespielt hat. Das waren so die ersten Momente, die irgendwo hängen blieben. Wenn Du dann vier Jahre, glaube ich, gegen den Abstieg kämpfst, ist die Anspannung bis zum letzten Spieltag natürlich immer groß. Letztendlich war jedes Jahr, das wir in der 2. Liga gespielt, haben eine Besonderheit - denn wenn man überlegt wie schlecht es dem Verein ging, und wie die Lage finanziell und wirtschaftlich war, dann war jedes Jahr ein Highlight.
www.ksc.de
Wie ist noch der Kontakt nach Karlsruhe und zum KSC?
Carsten Rothenbach:
Zu den Spielern eigentlich nicht mehr, weil es kaum noch einer da ist, mit dem ich damals Kontakt hatte, das geht ja im Profifußball ziemlich schnell, aber die ganzen Betreuer sind immer noch da - und mit denen hat man ab und zu noch Kontakt, sicherlich nicht regelmäßig, aber ich freue mich, den ein oder anderen mal wiederzusehen oder am Telefon zu haben. Der Kontakt ist also nie ganz abgebrochen.
www.ksc.de
Was verbindest Du denn heute noch mit der Zeit beim KSC?
Carsten Rothenbach:
Der KSC war immer ein familiärer Verein. Ich hab mich da immer sehr wohlgefühlt. Ich bin nach Karlsruhe gekommen, war dann neun Jahre da, hab alles mit durchgemacht in der Zeit. Das Besondere war immer, dass eben Leute, die da verantwortlich waren oder sind, immer ein familiäres Verhältnis zueinander haben oder hatten.
www.ksc.de
Und mit der Stadt?
Carsten Rothenbach:
Ich habe sechs Jahre hier in Karlsruhe gelebt, bin nach meinem Abitur direkt nach Karlsruhe gezogen, als ich dann Profi wurde. Ich hab mich da immer wohl gefühlt gar keine Frage. Ich hatte auch immer Freunde außerhalb vom Fußball und deswegen war Karlsruhe auch eine besondere Station für mich.
www.ksc.de
Verfolgst Du den KSC heute noch?
Carsten Rothenbach:
Klar, natürlich. In der 1. Liga habe ich das auch verfolgt und natürlich auch die Daumen gedrückt, dass es vielleicht doch noch mit dem Klassenerhalt klappt, hat ja aber leider nicht gereicht. Jetzt, wo der Verein in der 2. Liga spielt, muss man das verfolgen, weil der KSC nun eben ein gegnerischer Verein ist und man sollte dann schon Bescheid wissen, was vor sich geht.
www.ksc.de
Was eine Konstante blieb, ist Deine Rückennummer „24“. Ein Überbleibsel aus Karlsruher Zeiten?
Carsten Rothenbach:
Als ich zu St. Pauli ging, habe ich gefragt, ob die „24“ frei ist und sie war glücklicherweise frei, weil ich mich damit immer sehr wohl gefühlt hab und sie war auch irgendwie ein Teil von mir geworden, wenn man sie sechs oder sieben Jahre auf dem Rücken hat. Ich war echt froh, dass ich sie beim FC St. Pauli wieder bekommen habe. In Karlsruhe wurde mir die Nummer damals zugewiesen, ich bin ja damals als junger Spieler zu den Profis gestoßen und hab eben die „24“ bekommen und die legt man dann auch nicht mehr ab. Das ist schon ein bisschen Aberglaube vielleicht.
www.ksc.de
Dein 10. Profitor hebst Du Dir aber doch für einen späteren Zeitpunkt auf?
Carsten Rothenbach:
(lacht) Das will ich eigentlich so schnell wie möglich schießen, aber ich will es jetzt nicht ankündigen.
www.ksc.de
Und Eure Erwartungen an die weitere Saison? Der FC St. Pauli ist ja noch ungeschlagen. Letzte Woche habt Ihr zu zehnt 2-2 gegen Duisburg gespielt.
Carsten Rothenbach:
Ich glaube wir haben einfach eine gute Mannschaft dieses Jahr zusammen. Jetzt von Zielen zu sprechen, ist, glaube ich, schwierig, weil nach drei Spieltagen hast du weder etwas gewonnen noch verloren. Wir wollen einfach in der Liga eine gute Rolle spielen, weiterhin so guten Fußball zeigen, wie wir das bisher gemacht haben und letztendlich wird man sehen, was dabei rumkommt, sonst setzt man sich ja unnötig unter Druck.
www.ksc.de
Wirst Du nach dem Spiel in Karlsruhe bleiben?
Carsten Rothenbach:
Ich werde die Woche darauf noch mal runter fahren, da ja spielfreies Wochenende ist. Ich werde wohl mit der Mannschaft zurück nach Hamburg fliegen, aber ich hoffe mal, dass ich den ein oder anderen nach dem Spiel noch sprechen kann, man hat ja dann doch lange Zeit miteinander verbracht. Neun Jahre, das war schon eine Zeit, die einen geprägt hat - und da gehören Menschen einfach dazu und ich freue mich auch, diese Leute wieder zu sehen.
Interview: Jörn Kreuzer











