Nach kräftezehrender Pokal-Woche: Nichts zu holen bei St. Pauli
Moral bewiesen, trotzdem nichts Zählbares im Gepäck. Unsere Jungs verlieren mit 3:1 (3:0) beim FC St. Pauli. Nach einer mehr als durchwachsenen ersten Hälfte agierte das Team von Christian Eichner im zweiten Durchgang deutlich verbessert, konnte aber den Bock leider nicht vollends umstoßen.

Christian Eichners Taktik:
Keine 72 Stunden nach dem DFB-Pokalviertelfinale gegen den HSV war der KSC am Samstagmittag schon wieder in der 2. Bundesliga gefordert. Der kräftezehrende Pokalabend gegen die Hamburger hatte bei der Aufstellung gegen den FC St. Pauli auch Auswirkungen auf die Startelf: Ricardo van Rhjin ersetzte den angeschlagenen Marco Thiede, Lucas Cueto rückte für den verletzten Kyoung-Rok Choi (Muskelfaserriss) auf. Verzichten musste Cheftrainer Christian Eichner zudem auf Kapitän Jerôme Gondorf (Gelbsperre), für ihn lief Marc Lorenz auf.
Das Spiel in der Zusammenfassung:
Ohne großes Abtasten starteten beiden Mannschaften in die Partie des 25. Spieltags. Trotz der Belastung unter der Woche blieben die Karlsruher ihrem gewohnten Spielstil treu: die Blau-Weißen attackierten hoch und aggressiv, um so den FC St. Pauli bereits früh unter Druck zu setzen. Das erste Mal vor dem Tor tauchte dabei Philipp Hofmann auf, der einen Heise-Freistoß aber nur auf Keeper Vasilj köpfen konnte (10.).
Die Gastgeber kamen dagegen das erste Mal in der 14. Minute direkt vor das KSC-Tor und waren dabei gleich erfolgreich. Die blau-weiße Defensive konnte Hertel und Kyereh nicht am Kombinieren durch den Strafraum hindern, dann drosch Daniel-Kofi Kyereh das Leder aus 10 Metern kompromisslos in die Maschen – sein dritter Treffer im dritten Ligaspiel in Serie. In der 26. Minute jubelte der Großteil der 22.158 Zuschauer am Millerntor erneut, die Hamburger mussten allerdings dann noch auf die Überprüfung durch den VAR warten: Schiedsrichter Tobias Reichel hatte beim Zuspiel von Burgstaller auf Kyereh erst auf Abseits entschieden, der Kölner Keller revidierte diese Entscheidung aber, so dass der Treffer zählte. Zu Burgstaller gekommen war die Kugel nur durch einen unglücklich abgefälschten Schuss von Hertel.
Und das Spiel ging zum Bedauern der Karlsruher so weiter, es fiel der Eichner-Elf vermehrt schwer, mit dem schnellen und direkten Spiel vom FCSP mitzuhalten. Gleichzeitig trafen die Hamburger mit jedem Versuch: Nach 35 Minuten pflückte Makienok den Ball mit der Brust an der Strafraumkante, zog eiskalt ab und überwand KSC-Keeper Marius Gersbeck per Aufsetzer zum 3:0. Nur Sekunden später landete das Leder bereits zum vierten Mal im Netz, diesmal wurde der Treffer von Hertel allerdings wegen Abseits bei der Entstehung über rechts zurückgenommen - bevor sich ein noch bitterer Nachmittag für den KSC anbahnen konnte. In der gegnerischen Hälfte war für die Blau-Weißen im ersten Durchgang kein Land in Sicht.
Auf den Rückstand und den Verschleiß durch die Pokalwoche reagierte Christian Eichner in der Halbzeit mit einem Dreifach-Wechsel: Gordon, Jakob und Schleusener kamen für Kobald, Heise und Lorenz in die Partie. Die Karlsruher kamen mutig und gewillt offensiv aus der Pause, konnten aber auch im zweiten Durchgang nicht direkt für Torgefahr sorgen. Immer wieder spielten sich die Blau-Weißen in den FCSP-Strafraum, wo dann aber spätestens Schluss war – so beispielsweise bei der Hereingabe von Hofmann (54.) oder dem Volley-Versuch von Schleusener (56.)
In der 66. Minute war der KSC-Angriff dann erfolgreich: Einen weiten Freistoß von O’Shaughnessy verlängerte Daniel Gordon per Kopf in die Strafraummitte. Dort kam die Kugel zu Philipp Hofmann, der wuchtig aus spitzem Winkel das 1:3 erzielten konnte. Auch in der Folge war der KSC besser im Spiel als noch im ersten Durchgang. Mit der Führung im Rücken konnte sich St. Pauli allerdings auf das Verteidigen konzentrieren und gleichzeitig über Konter gefährlich werden. Der Versuch von Burgstaller blieb allerdings erfolgslos (78.).
Die letzten Minuten lief der KSC nochmal an und legte alles rein, konnte dabei aber keinen Treffer mehr erzielen. Sekunden vor dem Schlusspfiff musste Gersbeck nochmal einen Konter von Paqarada bärenstark parieren, so dass es bei der 1:3-Auswärtsniederlage blieb.
Fazit und Ausblick:
Die kräftezehrenden 120 Minuten vom Mittwoch inklusive Unterzahl waren dem KSC am Samstag beim FC St. Pauli noch anzumerken. Vor allem in der ersten Halbzeit, in der St. Pauli mit drei Versuchen drei Treffer erzielen konnten, sahen die Badener wenig Land. Mit dem Anschluss von Philipp Hofmann schöpften die Blau-Weißen nochmals etwas Mut und zeigten ihr Kämpferherz, mehr war allerdings nicht mehr drin.
Am kommenden Wochenende ist dann der SSV Jahn Regensburg im BBBank Wildpark zu Gast.
Die Übersicht:
FC St. Pauli: Vasilj – Zander (75. Dzwigala), Beifus, Medic, Paqarada - Irvine, Buchtmann (74. Aremu), Hartel, Kyereh - Burgstaller, Makienok. Bank: Smarsch, Ritzka, Becker, Benatelli, Daschner, Jessen, Matanovic.
Karlsruher SC: Gersbeck – van Rhijn (83. Batmaz), Kobald (46. Gordon), O’Shaughnessy, Heise (46. Jakob) – Breithaupt, Wanitzek, Cueto – Goller (70. Kaufmann), Hofmann, Lorenz (46. Schleusener). Bank: Kuster, Irorere, Thiede.
Tore: 1:0 Kyereh (14.), 2:0 Kyereh (26.), 3:0 Makienok (35.), 3:1 Hofmann (66.)
Gelbe Karten: Zander, Irvine, Kyereh, Aremu - Kobald, Wanitzek
Ort: Millerntor-Stadion
Zuschauer: 22.158
Schiedsrichter: Tobias Reichel (Stuttgart)












