Spielplan

"Ich habe einen Moment gebraucht, um das alles zu realisieren"

Vorberichte von Jan Hoffmann

Er verbindet Kreativität und Kampfgeist: Unser Eigengewächs Danyal Zor. ksc.de hat mit dem Senkrechtstarter im KSC-Mittelfeld über das Aufwachsen in einer Fußballerfamilie, seine Entwicklung, das Debüt in der U20-Nationalmannschaft und vieles mehr gesprochen. Viel Spaß beim Lesen!

Zor im Dribbling

ksc.de: Danyal, im Mai hast du noch mit der U23 in der Oberliga Baden-Württemberg gespielt. Fünf Monate später stehen ein Startelfeinsatz gegen Inter, 450 Zweitligaminuten und drei U20-Nationalspiele in der Vita. Wie hast du die zurückliegenden Monate erlebt? 

Danyal Zor: Wenn ich das alles so höre, dann ist das schon absolut verrückt. Ich bin aber immer mit dem Glauben an mich selbst an die Sache herangegangen. Im Training und in den Testspielen habe ich gemerkt, dass ich gut drauf bin und habe das Vertrauen des Trainers gespürt. Dadurch bekam ich immer mehr Selbstbewusstsein, habe mir auf dem Feld mehr zugetraut und machte so weitere Schritte nach vorne.  

ksc.de: Im Spielsystem unseres Cheftrainer Max Senft hast du deine feste Rolle im defensiven Mittelfeld. Was gefällt dir an der Art und Weise, Fußball zu spielen? 

Danyal: Das aggressive Pressing spielt mir gut in die Karten. Ich laufe viel und habe gerne den Ball am Fuß. Sei es, dass ich mir die Kugel bei den Verteidigern abhole oder versuche, den Ball vom Gegner zu erobern. Diese Kombination passt ganz gut zur Spielidee. Ich bin ein vielseitiger Fußballer, sozusagen ein tiefer Spielmacher.   

ksc.de: Mit gerade einmal neun Jahren bist du zum KSC gekommen und hast fortan alle Jugendmannschaften durchlaufen. Wie blickst du auf deine Zeit in unserer grenke aKAdemie zurück? 

Danyal: Das war ein unglaublich toller Abschnitt in meinem Leben! Zum Glück hatte ich kaum Verletzungen. Von den verschiedenen Trainern und Mitspielern durfte ich sehr viel lernen, dafür bin ich enorm dankbar. Aus kleinen Rückschlägen, wie in der U19-Saison 2024/25, als ich bei einigen Spielen nicht im Kader stand, kam ich stärker zurück und habe mit dem Pokalfinale in Potsdam ein echtes Highlight erlebt.  

ksc.de: Die Fußballleidenschaft und das Talent liegen in der Familie. Dein zwei Jahre älterer Bruder Yasin spielt derzeit bei der zweiten Mannschaft von Hoffenheim in der 3. Liga. Wie ist das unter Profifußballerbrüdern: Pusht ihr euch gegenseitig? 

Danyal: Auf jeden Fall! Wir möchten uns ja stets verbessern, dabei gönnen wir uns gegenseitig aber alles und freuen uns füreinander! Mein Bruder schaut alle meine Spiele, andersherum ist es genauso. Wir leben zusammen und haben ein super Verhältnis. Von klein auf waren Yasin und ich gemeinsam mit unserem Vater auf dem Fußballplatz, haben von- und miteinander gelernt. Dass wir nun beide im Profifußball angekommen sind, macht uns und die gesamte Familie natürlich sehr stolz und vor allem sehr dankbar. 

ksc.de: Stichwort Familie – Nicht nur dein Bruder lebt für den Fußball, auch dein Vater ist ein oft und gern gesehener Gast bei den Trainings und Spielen auf dem Wildparkgelände. Was bedeutet dir der familiäre Rückhalt? 

Danyal: Das stimmt, dass mein Vater sehr nah dabei ist. Seine Unterstützung im Bereich Fußball ist sehr wichtig für mich und meine Brüder. Meine Mutter und mein Vater waren und sind immer für uns da. Beide haben mich als Kind wunderbar unterstützt. Ich wurde zu jedem Training und jedem Spiel gefahren. Egal wann und wo es war. Diese Anstrengungen, die damit einhergingen, waren mir damals noch gar nicht so bewusst. Dafür bin ich heute umso dankbarer, was sie mir alles ermöglicht haben. Ohne diesen Support würde ich jetzt nicht hier stehen. 

ksc.de: Neben der Familie Zor hast du auch beim KSC eine Familie. Dazu gehört sicherlich auch Rafael Pinto Pedrosa, mit dem du schon seit vielen Jahren zusammenspielst. Wie ist euer Verhältnis?  

Danyal: Wenn ich mich recht erinnere, spielen wir seit der U11 zusammen. In dieser Zeit haben wir sehr viel erlebt, sowohl beim KSC als auch außerhalb. Da kam es öfters mal vor, dass er bei mir oder ich bei ihm übernachtet habe. Wir sind wirklich gute Freunde, auch unsere Familien. Es freut mich enorm zu sehen, was für einen Weg er genommen hat. Dass wir es nicht nur aus dem NLZ zu den Profis, sondern auch gemeinsam zur deutschen U20-Nationalmannschaft geschafft haben, ist einfach Wahnsinn. 

ksc.de: Nachdem du zuvor schon bei der U19 auf Abruf dabei warst, hast du in den vergangenen Wochen deine ersten Länderspiele absolviert. Wie hast du von der Nominierung erfahren? 

Danyal: Das war nach dem Nürnberg-Spiel. Der U20-Trainer Hannes Wolf hat mich darüber informiert, dass sie mich auf dem Schirm haben und ich weiter Gas geben soll. Am nächsten Morgen habe ich eine Sprachnachricht erhalten, in der mir der Trainer gesagt hat, dass ich bei den anstehenden Spielen dabei bin. Das zu hören, war ein unglaubliches Gefühl. Auf Abruf nominiert zu sein war natürlich immer eine Ehre, aber eigentlich wollte ich lieber spielen, klar. Dass es endlich geklappt hat, ist einfach überragend. Die Reaktion meiner Familie auf die Nominierung war auch richtig schön. 

ksc.de: Und dann stehst du da auf dem Rasen mit dem Adler auf der Brust neben deinem Kindheitsfreund Rafa. 

Danyal: Einfach wow! Als die Hymne lief, habe ich einen Moment gebraucht, um zu realisieren, wo ich hier gerade bin (strahlt). Alle Spiele und das gesamte Drumherum waren eine ganz besondere Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Darauf darf ich mich jetzt aber nicht ausruhen, sondern will mich weiter verbessern und gute Leistungen zeigen. 

ksc.de: Gibt es Erkenntnisse, die du aus der Zeit mit der Nationalmannschaft zum KSC mitnimmst? 

Danyal: Beim KSC spiele ich auf der Sechs, beim DFB hingegen etwas offensiver. So konnte ich mich auf hohem Niveau in eine andere Rolle einfinden, das ist sehr hilfreich für mein Spiel. Zudem ist es wichtig, auf Spielzeit zu kommen. Ich kam in allen drei Partien zum Einsatz, zweimal davon in der Startelf. England, Frankreich und Italien sind absolute Topmannschaften, gegen die es großen Spaß macht zu spielen. Jetzt komme ich mit viel Selbstvertrauen zum KSC zurück. Außerdem freue ich mich, wieder vor vielen Fans zu spielen. 

ksc.de: Mit dem Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli wartet eine Mannschaft auf uns, die punktetechnisch auch noch etwas hinter den eigenen Erwartungen steht. Was für ein Spiel kommt da auf uns zu? 

Danyal: Wenn wir alles reinhauen, dann können wir jeden Gegner schlagen. Dafür steht die 2. Bundesliga. Für uns Spieler gilt es, die Rollen auszufüllen, die der Coach von uns erwartet. Wir wollen mutig spielen, im Gegenpressing da sein und zeigen, wer wir sind. Wir haben unseren Weg, den wollen wir gemeinsam als Team weitergehen. 

Das ist St. Pauli

Vorberichte von Luca Mletzko

Die Länderspielpause ist vorbei und wir widmen uns wieder der 2. Bundesliga. Der 7. Spieltag steht bevor und wir sind am Sonntagmittag in St. Pauli gefragt. Bevor wir am Wochenende beim Bundesliga-Absteiger im Millerntor-Stadion zu Gast sind, stellen wir euch unseren Gegner vor! Hier gibt es interessante Fakten und Geschichten rund um die Kiezkicker zu lesen. Dabei geht es um die Spielstätte, den neuen Trainer, warum die Braun-Weißen Teil der deutschen Mediengeschichte sind und was es mit der Bezeichnung als „Weltpokalsiegerbesieger“ auf sich hat.

Mannschaft von St. Pauli nach dem Spiel vor ihren Fans

Die Kiezkicker

Der Fußballclub St. Pauli ist ein Mehrspartensportverein aus dem Hamburger Stadtteil St. Pauli. Der Verein hat 25 Abteilungen in unterschiedlichen Disziplinen des Leistungs- und Breitensports. Gegründet wurde der heutige Zweitligist am 15. Mai 1910, aber bis ins Jahr 1924 war der FC St. Pauli offiziell lediglich die Fußballabteilung des Hamburg-St. Pauli Turnverein 1862. Erst im Zuge der Scheidung zwischen Turn- und Sportvereinen wurde der FCSP als selbstständiger Klub in das Vereinsregister eingetragen. Die Vereinsfarben sind braun/weiß und ihre Spiele tragen sie in der Nähe der Reeperbahn aus, weshalb die Spieler des FC St. Pauli auch als „Kiezkicker“ bekannt sind.

Millerntor-Stadion

Die Spielstätte der Kiezkicker befindet sich im Herzen des Stadtteils St. Pauli auf dem Heiligengeistfeld. Das Stadion verfügt seit dem Abschluss der Umbauarbeiten im Jahr 2015 über eine Kapazität von 29.546 Plätzen. Der FC St. Pauli steht für Diversität sowie ein respektvolles Miteinander und verhält sich solidarisch gegenüber Menschen und Gruppen, die von Ausschluss und Diskriminierung betroffen sind. Das Stadion verkörpert sichtbar die Leitlinien des Vereins. So belegen einige Maßnahmen, erreichte Meilensteine und Auszeichnungen, wie konsequent diese Werte auch rund um den Stadionbesuch umgesetzt werden. Das Millerntor-Stadion war beispielsweise die erste Spielstätte, in der das Rufen von faschistischen oder rassistischen Parolen verboten wurde. Außerdem erhielt das Stadion 2010 den PETA Progress Award als „tierfreundlichstes Fußballstadion", da es unter anderem eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten zu den Partien der Braun-Weißen bietet. Eine weitere Besonderheit, die es in keinem anderen Fußballstadion in Deutschland gibt, ist das „Piraten-Nest“ - eine Kita, die von der Pestalozzi-Stiftung Hamburg betrieben wird und Platz für etwa 100 Kinder bietet.

Frischer badischer Wind

Nach dem Abstieg aus der Bundesliga in der vergangenen Saison, übernahm Marcel Rapp als neuer Cheftrainer den FC St. Pauli. Der ehemalige Karlsruher trat die Nachfolge von Alexander Blessin an und soll den Absteiger nun zurück in die Bundesliga führen. Als Spieler bestritt Marcel Rapp insgesamt neun Partien in der 2. Bundesliga, acht davon für unseren KSC im Jahr 2000. Nach weiteren Stationen bei Rot-Weiß Oberhausen, Carl Zeiss Jena, dem SC Pfullendorf und den Stuttgarter Kickers, wechselte der gebürtige Pforzheimer 2011 schließlich zum FC Nöttingen in der Oberliga Baden-Württemberg. In der Saison 2012/13 fungierte Rapp nicht nur als Spieler, sondern auch als Co-Trainer des FCN. Danach war er einige Jahre als Jugendtrainer bei der TSG Hoffenheim tätig und schloss 2019 erfolgreich die Ausbildung zum Fußballehrer ab. Am 09. Juni 2020 übernahm er gemeinsam mit Matthias Kaltenbach und Kai Herding die Bundesligamannschaft der TSG, gewann drei der letzten vier Spiele und beendete die Saison auf dem neunten Tabellenplatz. Es folgte seine erste Anstellung als alleiniger Cheftrainer einer Herrenmannschaft und er unterschrieb Anfang Oktober 2021 einen Vertrag bei Holstein Kiel. In der Saison 2023/24 erreichte er mit den Störchen den zweiten Tabellenplatz und somit den ersten Bundesligaaufstieg der Vereinsgeschichte.

„Weltpokalsiegerbesieger“

Am 06. Februar 2002 schlug der FC St. Pauli sensationell den FC Bayern München. Am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewannen die Kiezkicker um Kapitän Holger Stanislawski als Tabellenschlusslicht gegen den Rekordmeister aus München mit 2:1. Der Triumph brannte sich ins Gedächtnis der Spieler und Fans ein, insbesondere dank einer einfallsreichen und geschickten Marketing-Strategie des Vereins: Der FC St. Pauli kreierte nach dem Sieg gegen die Bayern den Begriff „Weltpokalsiegerbesieger“. Die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld hatte nämlich gut zwei Monate zuvor den Weltpokal gegen den Amerika-Meister Boca Juniors gewonnen. Der FCSP brachte entsprechende T-Shirts auf den Markt und landete damit einen enormen Verkaufsschlager: 400 Stück gab es in der ersten Auflage, mehr als 100.000 hatte der Club zehn Jahre nach dem historischen Sieg noch verkauft.

Historische Liveübertragung

Seit dem 25. Dezember 1952, als die erste Fußball-Liveübertragung im deutschen Fernsehen stattfand, ist der FC St. Pauli Teil der deutschen Mediengeschichte. Ausgerechnet an Weihnachten startete der Nordwestdeutsche Rundfunk (NDRW) das TV-Experiment und startete damit den regulären Fernseh-Sendebetrieb. Um das neue Medium populär zu machen, entschieden sich die Verantwortlichen für die Liveübertragung eines Fußballspiels. Die Wahl für eine Partie des FC St. Pauli hatte vor allem technische und organisatorische Gründe: Das Hamburger Studio des NDRW war seit Ende 1950 direkt neben dem Millerntor-Stadion in einem Flakbunker untergebracht. Die empfindliche Ausrüstung für die erste Liveübertragung musste also nicht weit transportiert werden. So wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1952 das Wiederholungsspiel der zweite Runde des DFB-Pokals zwischen den Paulianern und dem SV Hamborn 07, der in der zweiten westdeutschen Liga spielte, in etwa 4.500 registrierten Fernsehgeräten ausgestrahlt. Die extra fürs Fernsehen um einige Wochen verschobene Partie verlor der FC St. Pauli am Ende mit 3:4.

"Hoher Fokus und Intensität"

Vorberichte von Jan Hoffmann

Die Länderspielpause ist geschafft, jetzt steht wieder die 2. Bundesliga auf der Agenda! Bevor unser KSC am Sonntag ab 13:30 Uhr beim FC St. Pauli um drei Punkte kämpft, blicken wir mit unserem Cheftrainer Max Senft auf das Wochenende und die blau-weiße Ausgangslage.

Senft bei der PK vor FCSP

Volle Kraft voraus!

Nach fünf Zweitligaspielen ohne Sieg wird es für unseren KSC wieder Zeit für ein Erfolgserlebnis.  Was würde sich da besser für einen ergebnistechnischen Kurswechsel anbieten als ein Auswärtsspiel im hohen Norden. Durch die Länderspielpause hatten Max Senft und sein Trainerteam zwei Wochen extra, um eine ausgiebige Analyse der bisherigen Spiele vorzunehmen und sich auf das Duell mit dem FC St. Pauli vorzubereiten. In dieser Zeit arbeiteten unsere Blau-Weißen weiter an der Spielidee und der Anpassung an verschiedene Spielsituationen. „Es braucht einen hohen Fokus und Intensität, aber auch entlastende Elemente“, erklärt unser Cheftrainer. Von der tabellarischen Situation, unser KSC steht derzeit auf Rang 14, lässt sich der Fußballlehrer nicht einengen. Was das bedeutet? „Wir spielen immer auf Sieg!“, formuliert Max Senft überzeugt.  

Mit dem FC St. Pauli treffen wir am Sonntagnachmittag auf einen Bundesliga-Absteiger, bei dem es im Sommer einige Veränderungen gab. Das Zusammenspiel aus neuem Trainer, neuer Spielweise und neuen Spielern benötigte einige Wochen. Seit dem 1:0-Heimerfolg gegen den VfL Wolfsburg am 12. September sind die von Marcel Rapp trainierten Kiezkicker im Unterhaus angekommen. „In den zurückliegenden Spielen hat sich bei ihnen viel entwickelt“, erkennt unser Coach. Der 37-Jährige fügt an: „Wir sind taktisch auf sie eingestellt und wissen, dass das Millerntor eine Herausforderung für Auswärtsteams darstellt.“

Ausverkaufter Gästeblock am Millerntor

Diese Herausforderung muss unsere Elf aber nicht alleine angehen. 2.807 KSC-Fans unterstützen unsere Mannschaft am Sonntag beim Auswärtsspiel auf St. Pauli. Vielen Dank für diese herausragende Unterstützung!

Tipp für alle Auswärtsfahrenden: Wer sich auf seiner Hamburg-Reise mehr über die Geschichte unseres Gegners erfahren möchte, dem bietet der FC St. Pauli von Freitag bis Sonntag bei Vorlage der Eintrittskarte 40 % Rabatt im vereinseigenen Museum.

Unser Personal

Die schönste Nachricht nach einer Länderspielpause lautet: Alle Nationalspieler kommen gesund zu uns zurück! Rafael Pinto Pedrosa, Danyal Zor und Sandro befinden sich bereits wieder im Mannschaftstraining, Santeri Väänänen, Deniz Ofli und Louey Ben Farhat steigen nach einem für die komplette Mannschaft trainingsfreien Donnerstag am Freitag wieder ein. Des Weiteren können Kevin Wiethaup und Sebastian Jung nach überstandenen Oberschenkelbeschwerden komplett an den Einheiten teilnehmen, allerdings hat es am Montagnachmittag bei unserem Neuzugang Héliton an gleicher Stelle gezwickt. Der brasilianische Innenverteidiger zog sich aber keine strukturelle Verletzung zu. Das ergaben die Untersuchungen. Dennoch muss nun von Tag zu Tag geschaut werden, wie gut der Brasilianer belastet werden kann. Demnach ist ein Einsatz am Sonntag noch offen.

Hansi Bernat und John Davis Meyer wurden in diesen Tagen von der Erkältungswelle erwischt und pausierten folglich im Training. Für das Auswärtsspiel beim FC St. Pauli sollte mit dem Duo aber wieder zu rechnen sein.

Die Lage in Liga 2

Freitag, 18:30 Uhr:
1. FC Heidenheim (3.) – 1. FC Kaiserslautern (5.)
Eintracht Braunschweig (15.) – Holstein Kiel (16.)

Samstag, 13:00 Uhr:
SV Darmstadt 98 (18.) – Energie Cottbus (7.)
1. FC Magdeburg (6.) – Hannover 96 (10.)
VfL Osnabrück (11.) – SG Dynamo Dresden (17.)

Samstag, 20:30 Uhr:
1. FC Nürnberg (2.) – VfL Wolfsburg (4.)

Sonntag, 13:30 Uhr:
FC St. Pauli (8.) – KSC (14.)
Hertha BSC (1.) – SpVgg Greuther Fürth (12.)
VfL Bochum (9.) – DSC Arminia Bielefeld (13.)

"Wir müssen punkten, um das Ganze ruhiger gestalten zu können."

Spielberichte

Nach der 0:2-Niederlage gegen den FC St. Pauli äußerten sich unser Cheftrainer Max Senft, Kapitän Marvin Wanitzek und Startelfdebütant Sandro zum Spiel.

Wanitzek bedankt sich nach dem Spiel bei den Fans für die Unterstützung

Max Senft: „Ich begebe mich ganz ungern in die Opferrolle und das werden wir auch jetzt nicht machen. Wir haben ein reguläres Tor zum 1:0 erzielt. Das haben sich die Jungs erarbeitet mit ihrer Art, wie sie Zweikämpfe führen. Wenn das ein Foul ist, dann müsste fast jeder Eckball abgepfiffen werden. Dann schauen wir in die zweite Hälfte, in der vor dem Freistoßtor Marcel Franke gefoult wird und nicht andersherum. Dazu kommt noch die Szene beim Tor, als der Ball vom eigenen Mann kommt. Das sind drei Momente, die wir hinnehmen müssen. Schiedsrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen. Wir werden uns auf das fokussieren, was wir selbst kontrollieren können, damit wir das nächste Spiel zuhause gegen Darmstadt gewinnen. Wir werden das Spiel in aller Ruhe, mit Nüchternheit, mit Sachlichkeit analysieren und mit den Jungs in die Gespräche gehen.“

Marvin Wanitzek: „Es gab und gibt viele Veränderungen. Nach dem Saisonstart haben wir etwas Momentum aufgebaut und vieles hat funktioniert. Dann gab es gegen Cottbus und Nürnberg Rückschläge. Wir hatten drei Wochen Zeit, um uns alle zu reflektieren. Wir Spieler und das Trainerteam haben viel miteinander gesprochen und wollten heute unbedingt etwas Zählbares mitnehmen. Wenn wir auf die Tabelle blicken, ist das natürlich nicht schön und da helfen am Ende nur Punkte. Da ist es egal ob es der siebte oder der 25. Spieltag ist. Wir müssen punkten, um das Ganze ruhiger gestalten zu können. Der Trainer wird die Dinge ansprechen und einen Plan für Darmstadt erstellen, damit wir wieder drei Punkte holen. Es ist gerade nicht schön, aber da müssen wir gemeinsam durch.“

Sandro: „Auf der einen Seite bin ich heute natürlich stolz, dass ich mein Startelfdebüt gegeben habe. Auf der anderen Seite bin ich aber sehr enttäuscht über das Ergebnis. Das Schiedsrichtergespann hat es heute leider nicht gut mit uns gemeint. Wir müssen jetzt weiter fokussiert bleiben und mit voller Motivation in das nächste Spiel gehen. Das ist zwar leicht gesagt, ein positives Mindset ist aber sehr wichtig für uns als Mannschaft.“

0:2-Auswärtsniederlage auf St. Pauli

Spielberichte von Luca Mletzko

Der 7. Spieltag der 2. Bundesliga stand an und wir waren am Sonntagmittag zu Gast auf St. Pauli. Das Spiel endete mit 2:0 für die Braun-Weißen und wir müssen weiter auf die nächsten Zähler warten. Alle Infos zur Auswärtsniederlage bei den Kiezkickern gibt es im Spielbericht zum Nachlesen.

Marvin Wanitzek mit dem Schiedsrichter

Max Senfts Taktik

Die dreiwöchige Länderspielpause ist vorbei und unser Cheftrainer überraschte mit einem neuen Ansatz. Im Vergleich zum Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg gab es zwar nur eine personelle Änderung, aber Max Senft schickte unsere Mannschaft erstmals in einer Fünferkette auf den Rasen und ließ in einer 5-2-1-2-Formation spielen. Demnach gab es eine neu formierte Abwehrreihe bestehend aus Kobald, Franke und Sandro in der Innenverteidigung, Viktor Bergh startete auf der linken Schiene, Deniz Ofli bekleidete die rechte Außenbahn. Nach seiner Länderspielreise mit Madagaskar feierte Sandro sein Startelfdebüt beim KSC und rückte für Lilian Egoff in die erste Elf. Die Doppelsechs gaben unsere beiden U20-Nationalspieler: Danyal Zor und Rafael Pinto Pedrosa. In vorderster Reihe verzichtete Max Senft auf Rotation, Marvin Wanitzek spielte auf der Zehn, Louey Ben Farhat und Shio Fukuda bildeten das Sturm-Duo. Neben dem Langzeitverletzten Moritz Broschinski stand auch Héliton leider nicht zur Verfügung. Der Innenverteidiger fiel aufgrund von Oberschenkelbeschwerden leider aus.

Das Spiel in der Zusammenfassung

KSC defensiv gefordert

Nach den ikonischen Klängen von Hells Bells ertönte nur wenige Augenblicke später die Pfeife  des Unparteiischen Lukas Benen und die Partie begann. Die Begegnung startete zunächst ruhig, ehe der FCSP in der vierten Minute den ersten Distanzschuss abfeuerte. Kurz darauf folgte die erste gefährliche Situation im badischen Strafraum. Nach einem Ballverlust im eigenen Aufbauspiel eroberte Youssoupha Niang den Ball und setzte im Sechzehnmeterraum zum Dribbling an, brachte den letzten Pass aber nicht an den Mann. Nur wenige Augenblicke später tauchte auch unser KSC das erste Mal vor St. Paulis Keeper Ben Voll auf: Nach einem Doppelpass mit Marvin Wanitzek zog Louey Ben Farhat aus 18 Metern ab, sein Abschluss wurde aber noch entscheidend geblockt. Das Spiel nahm so langsam Fahrt auf und so kamen die Kiezkicker über einen Umschaltmoment zur nächsten Gelegenheit, Hansi Bernat parierte aber gut. Auf der Gegenseite nahm sich Shio Fukuda nach elf Minuten den nächsten Abschluss. Der Japaner hatte auf halbrechter Position viel Platz und verfehlte nur knapp das lange Eck. Die größte Möglichkeit der Anfangsviertelstunde hatten aber die Braun-Weißen: Nach schnellem Zusammenspiel mit Ceesay hatte Youssoupha Niang nur noch Bernat vor sich und lief alleine auf unseren Schlussmann zu, dieser parierte glänzend und verhinderte damit vorerst den frühen Rückstand.

Gegentreffer nach einer halben Stunde

Nach einem Fehlpass der braun-weißen Hintermannschaft bekam die Elf von Max Senft in der 20. Minute den ersten Eckstoß der Partie. Wanitzeks Hereingabe landete auf dem Kopf von Kobald und der Ball zappelte im Netz, doch der Jubel hielt nicht lange an. Der Unparteiische Lukas Benen entschied sofort auf Freistoß für die Hausherren, da er ein Foulspiel von Sandro im Luftduell mit Smith abgepfiffen hatte. St. Pauli blieb unbeeindruckt vom vermeintlichen Führungstreffer und spielte mutig nach vorne. Vor allem über die Außen gelangen ihnen immer wieder gefährliche Vorstöße in unsere Hälfte, einen vielversprechende Torannäherung blieb allerdings aus – bis in Minute 32. Nach einem Ballgewinn im Zentrum schalteten die Kiezkicker blitzschnell und trieben das Leder in Person von Connor Metcalfe in Richtung des Karlsruher Gehäuses. Der Australier bediente den durchgestarteten Ceesay, der aus halbrechter Position ins kurze Eck vollendete und die 1:0-Führung für den FCSP erzielte. Nur wenige Zeigerumdrehungen später war es wieder die Nummer Neun der Kiezkicker, die einen langen Ball traumhaft mitnahm und auf das Karlsruher Tor zustürmte. In letzter Instanz kam Viktor Bergh in den Zweikampf und konnte den Torschuss blocken. Die Fächerstädter taten sich offensiv sehr schwer, wurden aber hin und wieder über Standardsituationen gefährlich. Kurz vor der Pause kamen die Kiezkicker durch Metcalfe noch einmal zum Abschluss, aber Franke schmiss sich in den Schuss und konnte blocken. Nach einem misslungenen Karlsruher Pass im Aufbau probierte es die Nummer 24 der Braun-Weißen mit einer Direktabnahme nur wenige Augenblicke später erneut, unsere Nummer Eins bügelte den Fehlpass selbst aus und parierte. Mit dem 0:1-Rückstand ging es in die Halbzeitpause.

Nächster Rückschlag nach der Pause

Unser KSC kam gut aus der Kabine und meldete sich in Person von Deniz Ofli direkt in der zweiten Hälfte an. Nach gutem Pass von Danyal Zor zog der Linksfuß nach innen und visierte das lange Eck an, sein Schlenzer wurde noch entscheidend abgefälscht, wodurch der Ball knapp am Tor vorbei ging. Doch nur kurze Zeit später gab es den nächsten Dämpfer. Nach einem scharf vor das Tor getretenen Freistoß von Smith hielt Ritzka den Fuß hin und vollendete unhaltbar ins lange Eck – 2:0 für den FC St. Pauli (51.). Doch die Senft-Elf steckte nicht auf und hatte nur drei Minuten später durch Shio Fukuda den Anschlusstreffer auf dem Fuß, scheiterte aber aus zentraler Position an Ben Voll. Unser KSC blieb weiter am Drücker und hatte in der 59. Minute den nächsten guten Abschluss von Viktor Bergh: Der linke Schienenspieler kam nach einem geklärten Eckball aus dem Rückraum zum Abschluss, die Kugel blieb aber an einem Verteidiger der Heimmannschaft hängen. Nach einer guten Stunde hatte der FCSP die Chance auf 3:0 zu stellen: Eine Flanke von rechts landete nach einem unglücklichen Klärungsversuch vor den Füßen von Oppie. Der Außenverteidiger verzichtete auf den Abschluss und legte stattdessen quer auf Fujita, dieser schoss aus zwölf Metern knapp drüber.

Dreifach-Wechsel für frischen Wind

Nachdem Max Senft verletzungsbedingt Kevin Wiethaup für Rafael Pinto Pedrosa brachte, folgte der nächste Wechsel kurz darauf. Mit Jason Ponente-Ramirez, Lilian Egloff und Sebastian Jung kamen drei neue Kräfte und sollten neuen Schwung in die Partie bringen. Die Einwechslungen taten unserem Angriffsspiel sehr gut, Egloff fand mit seiner ersten Aktion Wiethaup im Rückraum, letztlich kam aber kein Torschuss zustande (71.). Fukudas Kopfball nach Jungs Hereingabe kam kurz darauf zu zentral auf den Kasten von Ben Voll und stellte den FCSP-Keeper somit vor keine großen Probleme. In der 83. Minute nahm Schiedsrichter Lukas Benen den zweiten Treffer des KSC an diesem Sonntagmittag zurück. Kevin Wiethaup versuchte am Strafraumrand den Ball auf Fukuda durchzustecken, sein Pass kam aber nicht an. Über Umwege landete der Ball bei Lilian Egloff, der daraufhin aus dreizehn Metern flach ins linke Eck einschob. Aufgrund einer Abseitsposition unserer Nummer 25 wurde der Treffer vom VAR aber wieder einkassiert. In der 90. Minute gewann der eingewechselte Jones das Laufduell gegen Wiethaup und probierte es im kurzen Eck, aber Hansi Bernat war zur Stelle. In der siebenminütigen Nachspielzeit schmissen die Blau-Weißen nochmal alles nach vorne, konnten den Ball an diesem Nachmittag aber nicht mehr im Tor unterbringen. So endete die Partie mit einer 0:2-Niederlage für unseren KSC und wir reisen ohne Punkte zurück nach Karlsruhe.

Fazit & Ausblick  

Das Comeback nach der Länderspielpause hatten wir uns sicherlich alle anders gewünscht. Die Einwechslungen in der zweiten Hälfte brachten neuen Schwung in die Partie, konnten die Niederlage aber nicht abwenden. Dass direkt zwei Treffer nicht zählten, schmeckt bitter, bleibt am Ende des Tages aber nur eine Randnotiz.

Nächste Woche empfangen wir am Sonntag, den 18. Oktober um 13:30 Uhr den SV Darmstadt zuhause im BBBank Wildpark und greifen die nächsten Punkte an.

Die Daten zur Partie

FC St. Pauli: Voll – Pyrka, Nemeth, Ritzka (Dzwigala 82.), Oppie – Smith, Fujita, Rasmussen (Klein 73.), Metcalfe (Hrgota 82.) – Niang (Kaars 68.), Ceesay (Jones 73.)

KSC: Bernat – Ofli, Kobald, Franke, Sandro (Jung 70.) Bergh (Ponente-Ramirez 70.), (Pinto Pedrosa (Wiethaup 68.), Zor (Civeja 80.), Wanitzek – Fukuda, Ben Farhat (Egloff 70.)

Ergebnis: 2:0

Tore: 1:0 Ceesay (32.), 2:0 Ritzka (51.) 

Gelbe Karten: 87. Hrgota | 34. Sandro, 48. Wanitzek

Schiedsrichter: Lukas Benen

Ort: Millerntor-Stadion

Zuschauende: 29.546


Match
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