Austragungsort: Olympiastadion
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"Berlin kann auf seine Hertha stolz sein!"

Vorberichte

„Mein Herz blau-weiß schlägt für Hertha BSC…“ Diese Zeilen sind seit der letzten Woche im Gehör von allen verankert, die es mit der Alten Dame halten. Der Mann hinter dem Hit nennt sich „Der Schöne Rocko“. Wir haben uns mit dem Berliner über seine Liebe zur Hertha, die Entstehung seines Songs und die Fanfreundschaft zum KSC unterhalten.  

"Der Schöne Rocko"

Hallo, Rocko! Seit wann schlägt dein Herz blau-weiß und für Hertha BSC? 

Rocko: „Das kann ich ganz genau benennen! Es war mein allererster Stadionbesuch am 23. Spieltag der Bundesliga-Saison 1997/98. Hertha spielte zu Hause gegen die Bayern. Papa, Onkel und Opa nahmen mich da im Alter von fünf Jahren zum ersten Mal mit ins Olympiastadion. Berlin gewann mit 2:1 gegen den Rekordmeister – Da war es um mich geschehen!“ 

In deinem Song verbindest du die Hertha-Liebe mit deiner Leidenschaft zur Musik. Welche Rolle spielt Musik in deinem Leben? 

Rocko: „Musik begleitet mich schon extrem lange. Ich bin aber nicht so der Instrumente-Typ, sondern arbeite mehr am Computer. Mit zwölf Jahren rappte ich erstmals mit einem Kumpel auf die Beats von Tupac und Notorious B.I.G., fühle mich daher auch eher der Hip Hop-Schiene zugehörig. Bis zum letzten Jahr machte ich eine lange musikalische Pause, habe inzwischen aber wieder Lust an der Sache gefunden.“ 

„Mein Herz Blau-Weiß“ ist erst dein fünfter Song auf Spotify. Wie entstand die Ode an die Alte Dame? 

Rocko: „Einmal pro Jahr meldet sich bei mir die Sehnsucht nach den frühen 2000er-Jahren. Neulich war es wieder so weit und ich habe mir die DVD mit den Highlights aus der Saison 2004/05, meiner Lieblingsspielzeit, angesehen. Bei der Magie von Marcelinho gerät wohl jeder Herthaner ins Schwärmen. Die Eindrücke von damals blieben mir dann noch ein paar Tage im Kopf, bis sich daraus eine kleine Melodie entwickelte. Als ich dann vor einem Treffen mit Freunden ein bisschen warten musste, bis ich mit meiner Freundin loskonnte, kam mir die Idee zum Song. Ich setzte mich an den PC, murmelte ein paar Zeilen in ein Mikrofon und kreierte damit die Basis für „Mein Herz Blau-Weiß“. Noch am selben Abend und nach drei Bierchen spielte ich es meinem Kumpel vor, der sofort davon begeistert war. Im Anschluss kam das eine zum anderen: Innerhalb einer Woche stellte ich den Song fertig, wir machten ein Musikvideo und begannen mit der Promo. Aber mit dem, was dann geschah, hätte ich absolut nicht gerechnet…“ 

Der Teaser zum Song ging in den sozialen Medien viral. Nicht nur eine Vielzahl an Fans, sondern auch Hertha-Spieler Toni Leistner kommentierte deinen Beitrag, Kapitän Fabi Reese ließ ein Like da. Wie erlebst du den plötzlichen Hype um deine Musik? 

Rocko: „Meine Hoffnung war, dass der ein oder andere Fan im Laufe der Saison auf den Song aufmerksam wird. Dass bereits ein einzelnes Video auf Social Media direkt so viele Leute und sogar Teile der Mannschaft erreicht, fühlt sich für mich einfach surreal an. Ich freue mich mega über die positive Resonanz. Es ist ein unglaubliches Gefühl, Hertha mit meiner Musik zu repräsentieren.“  

Die Fan-Seele eines jeden Herthaners musste in den letzten Jahren so einiges aushalten. Dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen besingst du die Alte Dame als „so schön wie eh und je“. Was macht Hertha BSC für dich so liebenswert? 

Rocko: „Wenn du einmal Fan bist, dann lässt dich der Club nicht mehr los. Ganz egal, wie es in den Wochen, Monaten oder Jahren davor lief, am Wochenende kann ich es kaum erwarten, endlich wieder ins Stadion zu gehen. Es geht eigentlich auch gar nicht anders, Hertha ist mein Leben. Man steht dem Club beiseite, wie einem guten Freund. Seit einiger Zeit läuft auch vieles wieder in die richtige Richtung. Berlin kann stolz auf seine Hertha sein!“ 

Im Musikvideo zu „Mein Herz Blau-Weiß“ feierst du gemeinsam mit Hertha-Fans in einer Kneipe. Wie sieht deine Routine vor einem Stadionbesuch aus? 

Rocko: „In der 2. Liga ist das aufgrund der frühen Anstoßzeit alles etwas nach vorne verschoben. Nach dem Aufstehen bin ich immer schon voller Vorfreude und höre mir zum Frühstück erstmal Hertha-Lieder an. Im Anschluss mache ich mich auch schon auf den Weg in Richtung Stadion, dann darf es auch gerne ein Bierchen mit den Freunden sein. Meistens treffen wir uns am Olympia-Eck oder dem Axel Kruse-Rondell, bevor es später in den Oberrang der Ostkurve geht.“  

Der nächste Stadionbesuch steht kurz bevor. Am Sonntag empfängt Hertha unseren KSC zu einem ganz besonderen Duell. Was verbindest du mit der Fanfreundschaft? 

Rocko: „Hertha gegen Karlsruhe ist mein Lieblingsspieltag! Diese Fanfreundschaft macht riesigen Spaß und zeigt, dass es im Fußball auch Hand in Hand geht. Beim letzten Aufeinandertreffen habe ich ein paar Karlsruher kennengelernt, mit denen ich dann spontan eine super Zeit hatte. Eigentlich waren wir Fremde, das hat sich aber gar nicht so angefühlt. Wäre schön, wenn so etwas auch dieses Mal zustande kommt.“  

Zum Abschluss noch ein Blick in die Glaskugel: Was ist dein Ergebnistipp für die anstehende Partie? 

Rocko: „Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe. Die Euphorie ist in Berlin nach der Auftaktniederlage auf Schalke leicht gedämpft, dafür will sich die Mannschaft aber sicherlich umso mehr beweisen. Der KSC konnte am ersten Spieltag gewinnen, überzeugte jedoch auch nicht gerade auf ganzer Linie. Beide Teams wollen zeigen, was in ihnen steckt. Die Kulisse im Olympiastadion wird einige Prozentpunkte an Motivation obendrauf packen, daher tippe ich auf ein ansehnliches 2:2.“ 

Seid ihr bereit für einen Ohrwurm? Hier geht es zum Song!

Eichner: '"Punkte sammeln, indem du wenig Tore kassierst"

Vorberichte

Die erste Auswärtsfahrt der Saison führt den blau-weißen Anhang direkt zu unseren Freunden nach Berlin. Bevor es am Sonntag ab 13:30 Uhr im Olympiastadion um drei Punkte geht, blicken wir mit Cheftrainer Christian Eichner und Kapitän Marvin Wanitzek auf das Duell der Freunde! 

Eichner bei der Pressekonferenz

Gute Freunde… 

…kann niemand trennen! „Für unsere Fans ist es das Spiel der Saison, die Freundschaft ist bekannt“, weiß auch unser Kapitän Marvin Wanitzek. „Auf dem Feld müssen wir aber schauen, dass es nicht zu einem Freundschaftskick wird. Wir fahren dort hin, um das Spiel zu gewinnen!“, äußert sich Wanitzek zum gelebten Wettkampf während der anstehenden 90 Minuten. Diese Einstellung teilt auch Coach Christian Eichner, der die Paarung als „etwas sehr Besonderes“ beschreibt, aber auch vor zu freundschaftlichen Gefühlen auf dem Platz warnt: „Das Ganze macht nur Spaß, wenn du am Ende auch erfolgreich bist!“ 

Hertha mit „sehr, sehr gutem Kader“ 

Im Eröffnungsspiel der Zweitliga-Saison gastierte die Alte Dame beim FC Schalke 04. Gegen mutig kämpfende Schalker ging Hertha dabei mit 1:2 als Verlierer vom Platz. „Da hat sich wahrscheinlich auch jeder Einzelne das Spiel gegen Schalke anders vorgestellt“, resümiert Marvin Wanitzek.  

Unser Trainer Christian Eichner attestiert der Hertha indes einen sehr, sehr guten Kader zu. „Wenn man sieht, dass ein Spieler wie Leon Jensen, der für uns ein wichtiger Anker war, bei der Hertha in der 80. Minute reinkam, kann man das ganz gut einordnen“, so der Fußballlehrer. Verstecken muss sich der KSC aber keineswegs! Bei dem Auftaktsieg gegen Münster lief für Blau-Weiß zwar nicht alles durchweg nach Plan, dennoch holte die Mannschaft drei verdiente Punkte. Einen Mannschaftsteil hebt Eichner speziell heraus: „Den Defensivauftritt fand ich über lange Zeit sehr ordentlich. Ich habe nicht viele gegnerische Chancen gesehen. Auf Strecke wird es darum gehen, dass du Punkte sammelst, indem du wenig Tore kassierst.“ 

Das Stadion 

Das Einmalige und so Besondere, worüber rund um die kommende Begegnung philosophiert wird, spielt sich auf den Rängen ab. Über 60.000 Fans pilgern am Sonntag ins Olympiastadion, um die enge Verbindung zwischen der Hertha und unserem KSC zu zelebrieren und natürlich ihr eigenes Team zum Sieg zu schreien. Auf Karlsruher Seite nehmen rund 3.500 Fans die weite Reise auf sich. Vielen Dank für die Unterstützung!  

„Das ist eine großartige Zuschauerzahl für ein Zweitliga-Spiel“, freut sich Christian Eichner über den Zuschauerzuspruch. „Das Olympiastadion hat einen unfassbaren Flair“, fügt der 42-Jährige an. 

Wer noch spontan Lust auf die Auswärtsfahrt nach Berlin bekommt, kann sich bis zum Anpfiff ein Ticket an der digitalen Tageskasse sichern. Auf in die Hauptstadt! 

Die Kadersituation 

Im Vergleich zur Vorwoche kann unser Trainerteam für den zweiten Spieltag wieder auf Dzenis Burnic zurückgreifen. Nach überstandener Krankheit kehrte der bosnische Nationalspieler zum Wochenstart wieder ins Training zurück und steigerte stückweise die Intensität. „Ich bin sehr froh, dass er wieder da ist. Er kann den Zweikämpfer geben“, so Trainer Eichner.  

Niclas Dühring fällt aufgrund eines Muskelfaserrisses weiterhin aus, während Efe-Kaan Sihlaroglu nach wie vor auf die Platzrückkehr hinarbeitet. 

Liga 2 im Detail 

Freitag, 18:30 Uhr: 
1. FC Nürnberg (14.) – SV Darmstadt 98 (2.) 
Preußen Münster (10.) – SC Paderborn 07 (5.) 

Samstag, 13:00 Uhr: 
Fortuna Düsseldorf (18.) – Hannover 96 (7.) 
Eintracht Braunschweig (7.) – SpVgg Greuther Fürth (3.) 
Dynamo Dresden (10.) – 1. FC Magdeburg (14.) 

Samstag, 20:30 Uhr: 
1. FC Kaiserslautern (14.) – FC Schalke 04 (5.) 

Sonntag, 13:30 Uhr: 
Holstein Kiel (12.) – Arminia Bielefeld (1.) 
VfL Bochum (17.) – SV Elversberg (7.) 
Hertha BSC (12.) – KSC (3.) 

Torloses Remis in Berlin

Spielberichte

Bereits in der zweiten Woche der neuen Saison stand eines der absoluten Highlights auf der Agenda: Auswärtsspiel bei der Hertha! Im Spielbericht gibt es das 0:0 im Olympiastadion zum Nachlesen.

Jung beim Schuss

Christian Eichners Taktik

Im Duell der blau-weißen Freunde setzte unser Cheftrainer auf dieselbe Startelf, die auch im Saisonauftakt gegen Münster begann. Der wieder genesene Dzenis Burnic nahm somit zunächst auf der Bank Platz, da der letztwöchige Siegtorschütze Lilian Egloff auf der halbrechten Position startete. Defensiv blieb die erprobte Fünferkette vor Keeper Hansi Bernat bestehen, in der Sturmspitze agierten erneut Louey Ben Farhat und Roko Simic. Ali-Eren Ersungur musste aufgrund von Adduktorenproblemen kurzfristig passen, wodurch nur sieben Auswechselspieler mit in die Hauptstadt reisten.

Hertha-Coach Stefan Leitl nahm im Vergleich zum missglückten Auswärtsspiel auf Schalke drei Änderungen vor. Marten Winkler, der ehemalige Karlsruher Leon Jensen und Linus Gechter rückten für Michal Karbownik, Diego Demme (beide verletzt) und Julian Eitschberger in die Anfangsformation.

Die Zahl des Spiels: 9! So viele Pflichtspiele in Folge ist unser KSC saisonübergreifend ohne Niederlage. Die letzte Pleite gab es dabei ausgerechnet im vergangenen März in Berlin, als Karlsruhe mit 1:3 verlor.

Das Spiel in der Zusammenfassung

An diesem Sonntagnachmittag spielte sich einer der emotionalen Höhepunkte bereits vor dem Anpfiff ab. Die Stimme des BBBank Wildparks Martin Wacker durfte die Aufstellung unserer Blau-Weißen gemeinsam mit dem Karlsruher Anhang ankündigen. Im Anschluss schallte „KSC olé olé“ aus den Lautsprechern des Olympiastadions. Was für eine Gastfreundschaft, danke Berlin!

Starke Anfangsphase

Der komplett in weiß gekleidete KSC startete feurig in die Partie. Das Spiel war noch keine zwei Minuten alt, da kam der weit aufgerückte David Herold aus zwölf Metern zum Schuss, verfehlte sein Ziel allerdings um wenige Meter. Drei Zeigerumdrehungen später kombinierte sich die Eichner-Elf erneut vor das gegnerische Tor, nach Zuspiel von Ben Farhat scheiterte unser Kapitän mit seinem Abschluss aber am stark reagierenden Hertha-Keeper Ernst (5.).

Hertha übernimmt das Ruder

Auf der Gegenseite wurden die Hausherren in der 15. Minute erstmals vorstellig. Ein langer Ball auf Kownacki eröffnete viel Raum, den der polnische Angreifer im Karlsruher Strafraum für einen Querpass auf Reese nutzte. Der Hertha-Kapitän erwischte die Kugel aber nicht recht, wodurch die aussichtsreiche Chance im Sande verlief. Berlin war von diesem Moment an am Drücker und verpasste das 1:0 nach Krattenmachers Effetschuss nur knapp, die Querlatte vibrierte (21.). Bis zur Pause behielt Hertha weiter die spielerische Oberhand, die Eichner-Elf kam lediglich mit Standardsituationen in das letzte Drittel des Gegners. Die Berliner spielten ihre Aktionen hingegen nicht sauber zu Ende, sodass weder Reeses Volley (33.) noch Winklers Kopfball (43.) echte Gefahr ausstrahlten. Somit ging es nach 45+1 Minuten torlos in die Pause.

Chancenarme zweite Hälfte

Zu Beginn des zweiten Durchgangs galt es für die KSC-Defensive eine Berliner Angriffswelle zu überstehen. Reese, Cuisance & Co. belagerten über mehrere Minuten hinweg das letzte Drittel unserer Blau-Weißen, doch die Abwehr verteidigte tapfer. Im Anschluss an die Druckphase wurde die Partie zerfahren. Beide Mannschaften wurden mehrfach beim Schuss geblockt oder versuchten es direkt aus der Distanz, blieben dabei aber ohne Erfolg. Chancen aus dem Spiel heraus waren Mangelware. Wenn es gefährlich wurde, dann nach einem ruhenden Ball. Eine Ecke köpfte Marcel Franke in der 75. Minuten jedoch knapp am Kasten vorbei. Ebenfalls per Flanke, diesmal ging aber ein Einwurf voraus, bediente Marvin Wanitzek den eingewechselten Fabian Schleusener. Mit einem artistischen Kung Fu-Sprung versuchte unsere Nummer 24 das Kunstleder ins Tor zu bugsieren, erwischte das Spielgerät aus schwieriger Position allerdings nicht (79.). Allgemein hatte die Mannschaft von Stefan Leitl in der zweiten Hälfte mehr Spielanteile, die besseren Chancen erarbeitete sich aber der KSC. Doch auch kurz vor Schluss blieb uns ein Treffer vergönnt, Marvin Wanitzeks Volleyschuss landete nach sehenswerter Vorarbeit von Lilian Egloff nur am Außennetz (89.).

Fazit & Ausblick

Keine Tore, ein Punkt. So lautet die Ausbeute am 2. Spieltag. Summa summarum dürfte wohl keiner der beiden Mannschaften sonderlich zufrieden sein mit dem Remis, die Kreation von Chancen und die nachfolgende Umsetzung genügte sowohl dem KSC, als auch der Hertha jedoch nicht für einen Sieg. Nach dem Besuch bei unseren Berliner Freunden legt die 2. Bundesliga am kommenden Wochenende eine Pause ein, denn die erste Runde im DFB-Pokal steht an. Am nächsten Sonntag gastiert Blau-Weiß dafür beim Gewinner des Thüringer Landespokals in Meuselwitz. Anpfiff der Partie ist um 15:30 Uhr.

Die Daten zur Partie

Hertha BSC: Ernst – Zeefuik, Gechter, Leistner, Dardai (89. Kolbe), Winkler (89. Eitschberger) – Cuisance, Jensen (68. Eichhorn), Krattenmacher (Grönning) – Kownacki (68. Thorsteinsson), Reese

KSC: Bernat – Jung, Kobald, Rapp, Franke, Herold – Egloff, Müller (67. Beifus), Wanitzek – Simic (67. Schleusener), Ben Farhat (76. Burnic)

Ergebnis: 0:0

Gelbe Karten: Müller (50.)

Schiedsrichter: Sören Storks

Ort: Olympiastadion Berlin

Zuschauende: 59.655


Match
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