Interview

Michael Becker zur Empfehlung des Bundeskartellamtes zur 50 + 1 Regelung

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Das Bundeskartellamt hat geprüft, ob die die 50+1-Regelung, wie sie derzeit im deutschen Profifußball angewendet wird, so rechtens ist. Dabei ist es zu dem Ergebnis gekommen, dass die 50 +1 Regel, die essenziell für den Deutschen Profifußball ist, so weiter bestehen kann. Aber die bisher geltenden Ausnahmen für Vereine wie den VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen oder RB Leipzig darf es auf Dauer nicht mehr so geben und müssen abgeschafft werden. 

Michael Becker

Wie bewerten Sie diese Einschätzung des Bundeskartellamtes?

Michael Becker: „Ich begrüße diese Einschätzung, denn wir stehen als KSC für Wettbewerbsgleichheit. Vorteile, egal in welcher Art, darf es nicht geben. Das Bundeskartellamt hat sich lange und intensiv mit dem Thema beschäftigt und ist zu einem Ergebnis gekommen, das gut ist für den Fußball in Deutschland. Nun muss die DFL, gemeinsam mit den Clubs, dafür sorgen, dass es einheitliche Wettbewerbsbedingungen für alle gibt. Mein Motto lautet: Gleiches Recht für alle“.

Das Bundeskartellamt hat keinen Zeitrahmen vorgegeben, der Ball liegt nun bei der DFL, die Empfehlung entsprechend umzusetzen. Der KSC lebt wie viele andere Clubs auch die 50+1-Regel. Was ist denn Ihre Empfehlung, wie es jetzt weitergehen sollte?

Michael Becker: „Wichtig ist es, dass wir als Solidargemeinschaft der Profiligen eine gemeinsame Haltung zu dem Thema haben. 50 + 1 ist elementarer Bestandteil des deutschen Fußballs und muss geschützt werden. Der Wettbewerbsvorteil, den einige Clubs innehaben, ist nicht zulässig. Das hat das Bundeskartellamt nun auch so eingeschätzt und hier zur Korrektur aufgerufen. In der DFL und auch in den Ligen besteht Einigkeit darüber, dass 50 + 1 erhalten wird. Dafür stehen auch wir als Karlsruher SC.“ 

Dass die elementaren Prinzipien von 50+1 immer wieder bewusst umgangen werden können, hat die Praxis leider immer wieder gezeigt. Was sind aus Ihrer Sicht die notwendigen Maßnahmen, die jetzt getroffen werden müssen?

Michael Becker: „Der deutsche Fußball hat nun die Aufgabe, die Empfehlung des Bundeskartellamtes umzusetzen. Die Herausforderung dabei ist, Wettbewerb, Solidargemeinschaft, 50 + 1, die Interessen der Clubs und die der Fans zu berücksichtigen, zu gewichten und gleichzeitig eine gute Lösung für alle zu finden. Wichtig dabei ist es aus unserer Sicht, dass die grundlegenden Werte des deutschen Fußballs wie Mitbestimmung der Mitglieder, Offenheit und demokratische Grundprinzipien gelebt und umgesetzt werden. Für diese Werte stehen wir als KSC. Wir alle in der Solidargemeinschaft Fußball werden nun gemessen daran, wie nachhaltig diese Anforderungen im Sinne der 50+1 Regel leben. Die Umsetzung der Anforderungen des Bundeskartellamts muss in aller Konsequenz geschehen, damit der Fußball in Deutschland weiter glaubwürdig bleibt und seine Basis nicht verliert.“


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