Jakobs Reise-Update

Auf dem Zweirad durchs Morgenland

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Habt ihr schon gelesen oder schon gehört? Der Orient ist eine Reise wert! KSC-Fan Jakob Alberti erzählt im dritten Teil des Reise-Updates über kulturelle Unterschiede, einsame Weihnachten und den Kontrast zwischen Rad-Attraktion und Nächten im Zelt. 

Jakob und seine beiden Begleiter im Irak
Jakob schaut ein KSC-Spiel unter Olivenbäumen
KSC schauen unter Olivenbäumen: Jakob verfolgt seinen Herzensclub überall auf der Welt!

Jakob ist ein lebensfroher Mensch. Wenn der 25-Jährige von seinen Erlebnissen berichtet, leuchten seine Augen vor Freude und er kommt aus dem Erzählen fast gar nicht mehr heraus. Er ist stets auf der Suche nach Neuem, Unbekanntem, zum Teil auch Unnormalem. Der Karlsruher macht den Eindruck, als würde er am liebsten immer der Nase nach fahren und jede Herausforderung so nehmen, wie sie kommt. Auf so einer Reise um den gesamten Globus gibt es allerdings einige Dinge, die schlichtweg nicht ohne Planung funktionieren. Was gilt es zu beachten bei der Einreise in ein Land? Wo kann ich ein Visum beantragen? Welche kulturellen Besonderheiten sollte ich berücksichtigen? Wie ist die aktuelle Lage in der jeweiligen Region? 

Diese und weitere Fragen galt es für Jakob zu beantworten, als er sich Anfang November in Istanbul befand und wir das letzte Mal mit ihm sprachen. Knapp eineinhalb Monate dauerte die Suche nach dem passenden nächsten Reiseziel. Für den vor Energie strotzenden Radreisenden war diese Zeit eine unbefriedigende Situation. Er wollte weiter vorankommen, neue Länder erkunden, Erlebnisse sammeln! Das Angebot, mit einer Reisebekanntschaft vom nordwestlich gelegenen Istanbul 500 Kilometer in den Süden nach Izmir zu fahren, war für Jakob daher eine willkommene Abwechslung zu seinen Planungsschwierigkeiten. Ganz nach dem Motto „Unverhofft kommt oft“ erlebte Jakob auf dem spontanen Trip an die türkischen Ägäisküste allerlei Abenteuer. Das Radfahrer-Duo wurde in ein leerstehendes Haus eingeladen, schlief an Tankstellen und durfte in Moscheen übernachten. So unterschiedlich diese Orte und die jeweiligen Gastgeber auf den ersten Blick erschienen, hatten sie alle eine große Gemeinsamkeit: Herzensgüte! Egal an welchem Ort, egal zu welcher Tageszeit– Jakob erfuhr in der Türkei eine riesige Gastfreundschaft. 

Besinnliche Einsamkeit 

In Antalya angekommen, war für Jakob die Zeit der Entscheidung gekommen. Nach reiflicher Überlegung ging es für den Karlsruher weiter in den Irak. Auf dem Weg dorthin galt es für den abenteuerlustigen Radfahrer jedoch erstmal die ein oder andere Hürde zu bewältigen. Mit seinem Zweirad reiste Jakob über Gebirge bis in ein Schneegebiet. Die Problematik dabei: Aufgrund seines begrenzten Reisegepäcks war sein Equipment nicht auf einen kalten Winter ausgelegt. Daher ging es für Jakob direkt nach einer Nacht wieder talwärts in die Zivilisation, wo er Ende Dezember netterweise in eine kurdische Wohngemeinschaft eingeladen wurde. Das großzügige Angebot nahm Jakob für einige Tage dankend an, beschloss sich aber dazu, pünktlich zu den Weihnachtstagen wieder alleine auf den Weg zu machen. Weihnachten alleine mit seinem Fahrrad in der Einöde verbringen? Exakt so hatte er es sich schon seit dem Start in Karlsruhe gewünscht! Um das Motiv hierfür zu begreifen, muss man Jakobs Grundintention der Reise verstehen. Und damit sind wir wieder bei der Suche, nach Neuem, Unbekanntem, zum Teil auch Unnormalem. So machte es sich Jakob am 24. Dezember zu später Stunde in seinem Zelt hinter einer ramponierten Tankstelle gemütlich, telefonierte mit Freunden und Familie und öffnete ein ganz besonderes Geschenk. Seine Mutter überreichte ihm zum Start der Reise ein Büchlein mit Erinnerungen, das Jakob durch einsame Momente helfen soll. 

zerstörter Torbogen in Mosul
Der Krieg und die dadurch entstandene Zerstörung wurde für Jakob in der irakischen Stadt Mosul sichtbar

Kontrast zweier Welten 

So ruhig wie Jakobs Weihnachten ablief, umso wilder war die Silvesterfeier! Aber alles der Reihe nach. Wenige Kilometer vor der irakischen Grenze traf Jakob per Zufall einen weiteren Radfahrer. Zuvor erklärten ihm kurdische Kinder mit Händen, Füßen und einer Übersetzer-App, dass es ganz in der Nähe wohl noch einen weiteren europäischen Reisenden gäbe. Darum wartete Jakob in einem Café gespannt darauf, ob und wenn ja, wer ihm nun dort gleich Gesellschaft leisten würde. Nach einer knappen Stunde, als Jakob kaum mehr damit rechnete, betrat der zwei Meter große Reto die Stube. Der Schweizer und der Karlsruher verstanden sich auf Anhieb blendend und beschlossen daher, gemeinsam in den kurdischen Teil des Iraks einzureisen. Kurz nach den ersten Radkilometern in dem arabischen Land stand direkt eine große Silvester-Party an. Um den bestmöglichen Eindruck von der irakisch-kurdischen Feierkultur zu erhalten, begab sich das Radler-Duo in das Zentrum der Stadt Zakho. Dort befanden sich bereits 60.000 Menschen, die tanzend, singend und feiernd das neue Jahr erwarteten. Unter den vielen Menschen stachen die beiden Mitteleuropäer optisch heraus und wurden schnell zu einer kleinen Attraktion. Von allen Seiten kamen Leute, die Jakob und Reto um Fotos baten und ihre Geschichte wissen wollten. Wenig später rief der Andrang auch zwei TV-Sender auf den Plan, die die Radfahrer für Nachrichtensendungen interviewten. Das enorme Interesse kam für Jakob sehr plötzlich, war aber dennoch eine große Ehre und denkwürdige Erinnerung. Nachdem 2025 feierlich empfangen wurde, verließ das Duo das Stadtzentrum und damit auch das kurzzeitige Promi-Leben. Statt Selfies und Interviews hieß es von da an wieder Tankstelle und Luftmatratze. Wenige Stunden später erhielten Jakob und Reto Zuwachs, denn der ebenfalls auf dem Rad reisende Russe Artem sah den Fernsehbeitrag der Beiden und suchte sie daraufhin mit seinem Drahtesel auf. Nach zwei gemeinsamen Wochen zu dritt ging es für Jakob wieder auf eine Solo-Tour. Der Karlsruher ist sich aber sicher, dass er Artem und Reto im Laufe seiner Weltreise nochmal begegnen wird! 

Ein Land, das man nur aus den Nachrichten kennt 

Dass eine Weltreise trotz all der schönen Erlebnisse mit einer Urlaubsidylle nicht viel zu tun hat, erlebte Jakob in Mosul. Die Millionenstadt im Norden Iraks war einst eine Hochburg der Terrorgruppe IS. Unter Anleitung eines Einheimischen erkundete Jakob die zerstörte Stadt und konnte das dadurch entstandene Leid nur erahnen. Die spannenden Reisegeschichten sollen die zum Teil grausame Realität nicht außen vor lassen, im gleichen Zuge aber auch nicht abschrecken. Die Tatsache, dass Menschen in vielen Teilen dieser Welt Krieg und Zerstörung ausgesetzt sind, gehört zur Wirklichkeit leider dazu. Trotz allem empfiehlt Jakob Interessierten eine Reise in den Irak, den die meisten Deutschen wohl nur aus den Nachrichten und den entsprechend tragischen Geschichten kennen. Die Menschen dort empfindet der Karlsruher nämlich als ausgesprochen freundlich und die Historie als hochinteressant. Vor dem Besuch in den Irak sollte sich ein jeder aber sehr gründlich über das Land, die Kultur und die generelle Lage informieren. Außerdem sollten Reisende eine gewisse Kontaktfreude haben. An manchen Tagen wurde Jakob bis zu 40-mal von Einheimischen angehalten, die ihm Nahrungsmittel anboten und mit ihm reden wollten. Diese Gastfreundschaft weiß er enorm zu schätzen, musste aber dennoch viele Angebote ablehnen, damit sein Zeitplan nicht in Gefahr gerät.  

Unter Erfüllung dieser Voraussetzungen gibt es in dieser Region unglaublich viele spannende Dinge zu entdecken. 

Wohin führt Jakobs Weg als Nächstes? 

Im Anschluss an den Irak ging es für den Radreisenden durch Kuwait und nach Saudi-Arabien. Tagesaktuelle Updates zu Jakobs Reise erhaltet ihr auf seinem Instagram-Kanal. Schaut dort gerne vorbei! 


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