„Wir waren nicht nur Kollegen, sondern sind auch Freunde“
Ein Aufeinandertreffen mit absolutem Topspielcharakter hat die Begegnung am kommenden Samstag, wenn sich um 11.00 Uhr die U17-Nachwuchsteams des Karlsruher SC und des FC Bayern München im Kräftemessen gegenüberstehen. Wenn am Samstag der noch ungeschlagene Tabellenführer aus München gegen den Tabellendritten KSC antritt, kommt es allerdings auch zu einem Wiedersehen zweier Weggefährten. Grund dafür ist die Rückkehr des ehemaligen U19-Cheftrainers Tim Walter, der sich vor dieser Saison dem FC Bayern München anschloss, dort das U17-Juniorenteam übernahm und nun erstmals als Gästetrainer nach Karlsruhe zurückkehrt. KSC.de sprach mit beiden Übungsleitern nicht nur über die gemeinsame Zeit beim KSC, sondern natürlich auch über das kommende Match.

Hallo Lukas, hallo Tim! Danke erst einmal, dass ihr euch für dieses Gespräch Zeit nehmt.
Lukas: Gerne!
Tim: Gerne doch!
Tim, am Wochenende triffst du mit deinem neuen Verein nicht nur auf deinen alten Verein und Arbeitgeber KSC, sondern zugleich auch noch auf deinen ehemaligen Trainerkollegen Lukas Kwasniok. Freust du dich auf das Duell am Samstag?
Walter: Ja klar, freue ich mich! Natürlich ist es ist sehr emotional, weil noch viele Freundschaften in Karlsruhe bestehen und ich auch zu Lukas ein sehr enges Verhältnis pflege. Von daher freue ich mich natürlich auf das Spiel und auch, alle wiederzusehen.
Der KSC rangiert ja derzeit mit 19 Punkten auf einem starken dritten Tabellenplatz. Der FC Bayern marschiert derzeit in der Liga ganz klar vorneweg. Kann man den FCB für Samstag wohl getrost als haushohen Favorit bezeichnen?
Walter: Wenn man die Tabelle anschaut, sind wir der Favorit. Ich glaube auch, dass wir individuell besser besetzt sind. Wobei der KSC mit Kübler und Vujinovic zwei sehr talentierte Jungs in den eigenen Reihen hat. Von daher wird es mit Sicherheit ein schönes Spiel.
Kwasniok: Für mich ist das eigentlich uninteressant. Spielt es denn eine Rolle ob Bayern als leichter Favorit, absoluter Favorit, als Außenseiter oder sonst wie bezeichnet wird? Das hat doch keine Auswirkungen auf das Spiel. Sie haben bisher alle Spiele gewonnen und sind gut. Wir haben zu Hause alle Spiele gewonnen und sind auch gut. Am Samstag werden wir sehen, wer besser sein wird.
Lukas, am Samstag trefft ihr nicht nur auf den derzeitigen Tabellenführer, sondern auch auf die Tormaschinerie der B-Junioren Bundesliga Süd/Südwest. Wie willst du diese versuchen zu stoppen?
Kwasniok: Beten (lacht)! Nein, im Ernst. Wir dürfen ihnen am Samstag nicht zu viel Raum geben, damit sie ihr Spiel nicht entfalten können. Wir müssen sie über die gesamte Spieldauer beschäftigen und immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. Da mache ich mir aber nicht allzu viele Gedanken.
Tim, zehn Jahre hast du ja für die Blau-Weißen gearbeitet und auch hier gelebt, ist es für dich ein emotionaler Moment am Samstag, zu deinen Wurzeln zurückzukehren?
Walter: Natürlich ist es das! Es werden sich auch viele Familienangehörige und Freunde das Spiel anschauen. Es wird sicherlich eine emotionale Rückkehr.
Das Duell am Wochenende heißt ja nicht nur KSC vs. FCB, sondern auch Lukas Kwasniok vs. Tim Walter, oder seht ihr das nicht so?
Walter: Nein das sehe ich nicht so. Für mich ist es das Duell der U17 des KSC gegen die U17 des FC Bayern. Klar ist es für mich persönlich etwas anderes, aber für meine Mannschaft ist es ein Spiel, dass wir wie jedes andere auch gewinnen wollen.
Lukas: Da kann ich Tim nur zustimmen. Das Duell am Samstag heißt ganz klar KSC gegen FC Bayern München und nicht Lukas Kwasniok gegen Tim Walter, von dem her sollte man in die ganze Geschichte nicht zu viel reininterpretieren.
Wie würdet ihr beide euch eigentlich beschreiben, was seid ihr für Trainertypen?
Walter: Lukas ist sehr emotional, sehr intensiv. Aber vor allem ist er ein herzensguter Mensch, auf den man sich immer verlassen kann.
Kwasniok: Ich könnte viele Attribute über Tim aufzählen. Fasst man diese aber alle zusammen, kommt man zum Ergebnis, dass Tim einfach ein sehr guter Trainer ist.
Ist es nicht komisch sich auf einmal als Gegner gegenüberzustehen? Letztes Jahr habt ihr noch viel zusammengearbeitet, am Samstag steht ihr nun erstmals an der Außenlinie gegenüber. Kennt da nicht jeder jeden aus dem Effeff und dürfen wir uns deshalb auf ein sehr taktisches Spiel einstellen?
Walter: Wir tauschen uns sehr häufig aus, wir waren ja nicht nur Kollegen, sondern sind auch Freunde. Es ist von daher nochmal etwas anderes, wobei die Freundschaft für die 80 Minuten ruht, weil jeder das Spiel gewinnen will.
Kwasniok: Ich denke genau weil wir uns so gut kennen können wir einen offenen Schlagabtausch erwarten. Es würde mich nicht überraschen, wenn am Samstag viele Tore fallen, wobei ich natürlich glücklich wäre, wenn wir am Ende eins mehr auf dem Konto hätten.
Nun ist es ja so, dass sowohl der KSC als auch der FC Bayern derzeit eine gute Rolle in der Liga spielen. Was ist derzeit das Erfolgsrezept dafür, dass ihr so erfolgreich seid?
Walter: Wir haben ein homogenes Team, mit den Co-Trainern, Physios, Athletiktrainern usw. Der ganze Stab mit unserem Betreuer arbeitet so gut zusammen, dass die Jungs diese Einheit spüren und wissen, dass wir immer zu ihnen stehen. Daneben sind die aktuellen Ergebnisse einfach auch die logische Konsequenz aus den Trainingseinheiten, in denen die Jungs immer Vollgas geben. Darüber hinaus haben wir sehr viel individuelle Qualität.
Kwasniok: In allererster Linie ist es die Qualität der Spieler. Hinzu kommt, dass sie eine super Mentalität entwickelt haben. Sie legen eine enorme Laufbereitschaft an den Tag und besitzen eine hohe Spielauffassungsgabe. Außerdem glauben die Jungs an sich und wollen sich stetig verbessern und setzen die Vorgaben des Trainerteams konsequent um. Um es auf den Punkt zu bringen: Ein fantastisches Team, welches zu allem fähig ist!
Das Gespräch führte Fabian Dürr









