Neue Abteilungsleiter Sport der aKAdemie
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn kehrte Thomas Konrad über Umwege zu seinen Wurzeln beim KSC zurück, zunächst als Chefscout, nun als Abteilungsleiter Sport in der aKAdemie. Im Interview spricht er über seinen Weg, seine Erfahrungen als Spieler und darüber, was ihn an der Arbeit mit jungen Talenten besonders reizt.

Thomas Konrad ist beim KSC tief verwurzelt: In Karlsruhe geboren, in der Region aufgewachsen und seit Kindheitstagen Fan des Vereins, kam er bereits mit zwölf Jahren als Jugendspieler in den Wildpark. Zehn Jahre lang trug er selbst das KSC-Trikot, durchlief Höhen und Tiefen in der Jugend, spielte für die Amateure, später für die Profis, ehe ihn seine Fußballkarriere zu weiteren Stationen führte. Den Kontakt nach Karlsruhe verlor er dabei nie.
Du kennst den KSC aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Welche Erfahrungen aus deiner aktiven Zeit als Spieler helfen dir heute in der Arbeit mit jungen Talenten am meisten?
Ich war in meiner Jugendzeit kein Durchstarter. Ich war keiner, der zum KSC gekommen ist und hier alles zerlegt hat, sondern einer, der als Spieler für die Breite geholt wurde und sich wirklich hochkämpfen musste. Der Verein hatte damals wirklich sehr viel Geduld mit mir und hat den Spieler gesehen, der ich mal werden konnte oder das Potenzial, das ich hatte. Das ist das, was ich jetzt auch mitnehme. Weg von diesen kurzfristigen Erfolgen in der Jugend, sondern was sie einmal erreichen können. Was in ihnen steckt und was für eine Mentalität sie haben, wir sagen auch gerne, was für eine KSC-Identität in ihm steckt. Ich konzentriere mich nicht auf dieses äußere Profil, also wie groß, wie schnell er ist, sondern, was kann der Junge noch erreichen, weil ich das eben selbst auch so erlebt habe.
Als Scout hast du viele Nachwuchsspieler auf ihrem Weg begleitet. Was unterscheidet aus deiner Sicht diejenigen, die den Sprung in den Leistungsfußball schaffen, von denen, bei denen es nicht ganz reicht?
Das ist schwierig zu sagen, weil da einfach sehr viele Faktoren eine Rolle spielen. Und wenn ich das wüsste, dann würde ich heute als Hellseher viel Geld verdienen! (lacht) Ich glaube, wenn ich einen Punkt nennen müsste, wäre es Widerstandsfähigkeit. Jeder gute Spieler stößt irgendwann auf Widerstände und dann ist es entscheidend, wie er damit umgeht. Mich hat es früher getroffen. Ich war 15 oder 16 Jahre alt und hatte schon einen Haufen Widerstände, die ich überstehen musste. Manche triffts erst im Profi-Fußball. Die Art mit Rückschlägen umzugehen, wie widerstandsfähig man ist, ist ein sehr sehr wichtiger Faktor auf dem Weg in den Leistungsbereich.
Was hat dich an der neuen Aufgabe besonders gereizt und welche Schwerpunkte möchtest du in der KSC grenke aKAdemie in den kommenden Jahren setzen?
Am meisten reizt mich die Jungs bei der Entwicklung zu begleiten. Beim Spiel gegen Inter einen Daniel Zor zu sehen, wie er auf so einer Bühne performt, den Vergleich zu haben, wie sie zum Verein gekommen sind, und was aus ihnen geworden ist. Vor kurzem habe ich über John Davis Meyer geschmunzelt, wie er aussah, als er hier unterschrieben hat und was zwei Jahre später für ein Mann aus ihm geworden ist, auch wenn er erst 17 Jahre alt ist. Ich möchte sie mit meiner Erfahrung und gemeinsam mit den Trainern weiter fördern und ihnen den Weg bereiten, der im Idealfall hier in den BBBank Wildpark führt oder anderswo eine Profikarriere fortzusetzen. Daran arbeiten wir sehr hart im Nachwuchsbereich und trotzdem fühlt sich kein Tag so richtig wie Arbeit an, weil es einfach unfassbar viel Spaß macht.
Der KSC ist tief in der Region verwurzelt und auch du bist seit vielen Jahren eng mit dem Verein verbunden. Was bedeutet dir diese besondere Verbindung persönlich?
Wenn man mit dem Verein aufwächst, dann identifiziert man sich sehr damit. Wenn du als Kind hier in der Umgebung aufwächst und deine ganze Familie und deine ganzen Freunde hier hast, ist das eine ganz andere Verbundenheit, die man spürt. Was ich hier mache, ist nicht nur ein Job. Die Arbeit, die ich mit den Jungs in der Jugend mache, beeinflusst auch die erste Mannschaft, wenn wir junge Talente nach oben bringen. Und das macht mich schon sehr stolz auch ein Teil der Entwicklung des Vereins zu sein und ihn immer weiter voranzutreiben.









