"Man sollte nie vergessen in welchem Alter die Jungs sind"

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Seit dieser Saison ist Martin Topp neu im Team des KSC. Er ist fortan zuständig für die Torhüter-Gilde. Die Redaktion von ksc.de sprach mit dem neuen Torwarttrainer der U17 und U19.

Das Gespräch führte Fabian Dürr

Hallo Martin, vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst um dich ein wenig kennenzulernen.
Gerne doch!

Als kleinen Einstieg für unsere Leser wäre es schön von dir zu erfahren wo du selbst Aktiv das Tor gehütest hast beziehungsweise wo du bislang als Torwarttrainer aktiv warst?
Meine aktive Laufbahn ist relativ schnell erzählt. Ich spielte bis zu den A-Junioren in der damalig höchsten Spielklasse (Verbandsstaffel) bei der KSG Gerlingen. Aus beruflichen Gründen musste ich jedoch schon früh keine aktive Laufbahn beenden. So begann ich mit 20 Jahren die Torhüter bei verschiedenen Vereinen zu trainieren. Hierbei war ich in der Verbands- ,Landes- und Bezirksliga aktiv. Von 2001 bis 2003 hospitierte ich bei den Stuttgarter Kickers. Im Anschluss an meine Hospitanz trainierte ich von 2004 bis 2005 die Torhüter der Stuttgarter Kickers in der Oberliga. Ab 2006 war ich für 8 Jahre für den U19-Torhüter-Nachwuchs vom VfB Stuttgart tätig bevor ich von 2014 bis zuletzt noch die U16-Torhüter des VfB trainierte. Seit dem 1. Juli bin ich nun hier beim KSC und bin für die Torhüter der U19 und U19 zuständig.

Wie kam denn der Kontakt zum KSC überhaupt zu Stande?
Der Kontakt zum KSC kam über Kai Rabe zu Stande. Ihn kenne ich schon seit vielen Jahren und ihn habe ich schon trainiert als er selbst noch im Tor stand. Uns verbindet bis heute eine enge Freundschaft. Zum KSC hatte ich schon 2014 losen Kontakt. Eine Verpflichtung scheiterte damals aber an der bereits gegebenen Zusage beim VfB Stuttgart.

Wie  sieht dein Kontakt zu den Trainern der U19 und U17 aus. Wie kann man sich die tägliche Arbeit vorstellen?
Mein Kontakt zu den Mannschaftstrainern der jeweiligen Torhüter der U19 und U17 ist sehr eng. Wir stehen in ständigem Kontakt zueinander. Wir besprechen das Training und koordinieren die Zeiten der Torhüter. Mit dem U17-Trainer Lukas Kwasniok zum Beispiel mache ich in der Woche nach dem Spiel immer eine Videoanalyse und bespreche die Leistung der Torhüter. Gegebenenfalls findet danach ein Gespräch Trainer, Torwarttrainer und Torhüter statt. Desweiteren besprechen wir die Leistung der Torhüter im Trainingsbetrieb und ihr Verhalten auf und außerhalb des Platzes.

Was ist dir beim Training der Torhüter besonders wichtig, worauf achtest du im Speziellen?
Wichtig ist auf jeden Fall, das alle Bereiche abgedeckt sind. Das Torhüterspiel ist sehr komplex geworden. Heute verlangt man von einem Torhüter zusätzlich zum fangen und fausten noch passgenaue Flugbälle – natürlich mit rechts und linkes. Er sollte ein richtiges Stellungsspiel besitzen, im Eins zu Eins die richtige Entscheidung treffen, Flankenbälle abfangen und das Spiel je nach Situation schnell beziehungsweise langsam machen. Und das am besten schon in sehr frühen Jahren. Bei meinem Training achte ich darauf, dass wir alles abdecken.  Jede Einheit hat seinen Schwerpunkt, natürlich darf hier die Basisarbeit nicht auf der Strecke bleiben. Ganz wichtig ist, dass die Jungs gerne ins Training kommen und Spaß dabei haben. Deshalb muss man während des Trainings auch mal lachen und fünfe gerade sein lassen. Man sollte nie vergessen in welchem Alter die Jungs sind und dass auch Fehler zur Entwicklung dazugehören.

Wie beurteilst du die Torhüterlage im Nachwuchsbereich beim KSC? Du konntest deine Jungs ja nun schon einige Zeit trainieren und auch beobachten.
Ich kann soviel sagen: Jeder hat seine kleine Macke aber genau dies macht ihn so stark. Eine Torhüter sind positiv verrückt! Sie arbeiten beziehungsweise trainieren sehr konzentriert, sind zuverlässig und immer offen für Neues. Aber natürlich gibt es in diesem Altern immer etwas zu verbessern und zu lernen. Aber der Wille sowie die Bereitschaft der Jungs so hart zu trainieren ist enorm. Das hat mich sehr beeindruckt. Mit der Entwicklung nach der Vorbereitung und in den ersten Spielen bin ich sehr zufrieden. Wobei es da natürlich immer Luft nach oben gibt.
Ganz wichtig ist bei unseren Trainingseinheiten auch die Zusammenarbeit mit dem Torwarttrainer der Profis und der U23, Kai Rabe. Kai schaut öfters mal beim Training dabei und gibt den Jungs Tipps und übernimmt auch gerne mal eine Einheit. Jeder Torwart weiß, dass Kai immer bereit ist zu helfen und auch für sie da ist. Das ist nicht bei jedem Profiverein selbstverständlich.

Abschließend noch etwas Privates. Wo trifft man dich in deiner Freizeit an, wo und wie gehst du deinen Hobbies nach?
Oh, eine sehr gute Frage. Aber für Freizeit bleibt da nicht viel Zeit. Da ich beim KSC nicht fest in Vollzeit angestellt bin, habe ich noch einen Hauptberuf als Justizvollzugsbeamter. Hier arbeite ich auch an den Wochenenden. Den Dienst mit dem Fußball zu koordinieren ist immer eine Herausforderung und es bleibt nicht mehr viel Zeit für Freizeit. Diese wenige verbringe ich mit meiner Frau beim relaxen im Urlaub (wir sind absolute Spanien-Fans... lacht) und im Winter beim Skifahren. Für ihr Verständnis bin ich sehr dankbar.

Vielen Dank Martin für das Interview.
Sehr gerne. Ich habe zu danken!


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