KSC Einspruch auf DFB Tagesordnung
Am Donnerstag erhob der KSC Einspruch gegen die Wertung des Spiels gegen Duisburg. Die Partie steht im Verdacht der Manipulation. Am Nachmittag tagt die DFB Sonderkommission und wird unter anderem die Proteste der betroffenen Vereine behandeln.
Von Andreas Eisinger
Der "Wett Skandal" im Deutschen Fußball hat möglicherweise auch das Wildparkstadion erreicht. Das Vorrunden Spiel des KSC gegen den MSV Duisburg am 3. Dezember (Endstand 0:3) steht im Verdacht der Manipulation, Schiedsrichter Dominik Marks im Visier von DFB und Staatsanwaltschaft. Die Verantwortlichen des Fußball Bundes informierten am Donnerstag Manager Rolf Dohmen über eine mögliche Verstrickung der Partie in den Skandal. "Somit blieben uns 48 Stunden, um Einspruch zu erheben", erklärt Dohmen, was der KSC sofort tat. Eine Formalie, wie man am Adenauerring betont. Detaillierte Informationen zum Fall liegen den Karlsruhern nämlich noch nicht vor. "Unser Protest heißt nicht, dass wir Herrn Marks beschuldigen", weist Dohmen eine Vorverurteilung des Unparteiischen von der Hand. "Sollte sich der Verdacht aber bestätigen, wollen wir eine Neuansetzung."
Dass die Heimpleite gegen die Zebras auf den ersten Blick aber weniger von einer schlechten Schiedsrichter , denn einer schwachen KSC Leistung geprägt war, ist für den Verein zunächst unerheblich. Dohmen: "Alleine mit einem Manipulations Vorsatz ins Spiel zu gehen, ist schon eine Straftat." Ein nachträgliches Video Studium des Heim Auftritts hat bisher noch nicht stattgefunden. "Wir wissen es ja erst seit gestern Nachmittag", sagt Dohmen. "Vielleicht gab es ja doch die ein oder andere strittige Situation, in der man beispielsweise Elfmeter für uns hätte pfeifen können."
Die Ermittlungen sieht Rolf Dohmen beim Deutschen Fußball Bund in guten Händen: "Der DFB hat die Kapazitäten, um das aufzuklären." Untätig will man im Wildpark aber nicht bleiben, so haben die Karlsruher bereits am Donnerstag Akteneinsicht gefordert. Auch die Frage, ob bei Wettanbietern ungewöhnlich hohe Einsätze auf die Partie gegen Duisburg verzeichnet sind, steht im Interesse von Präsidium und Manager. Die Mannschaft konnte Dohmen noch nicht in die internen Nachforschungen einbinden. Erst am Nachmittag fand sie sich zum Training ein möglich, dass Spielern Ungereimtheiten aus der Partie in Erinnerung sind.
Dass am Skandal neben Referees auch Spieler beteiligt sind, ist nach den Medienberichten der letzten Tage sehr wahrscheinlich. "Bei uns gibt es dafür aber keinerlei Anhaltspunkte", will Dohmen keine schwarzen Schafe in den eigenen Reihen suchen. "Im Zusammenhang mit den Vorfällen haben wir in den letzten Wochen viele Überraschungen erlebt. Deshalb werde ich für niemanden meine Hand ins Feuer legen. Vorstellen kann ich es mir aber nicht." Nachforschungen zu eventuellen Wett Gewohnheiten der Spieler oder eidesstattliche Versicherungen wird es beim KSC daher nicht geben. Der Fokus richtet sich derzeit ganz auf Schiedsrichter Marks.
Bereits am Nachmittag wird die Sonderkommission des DFB wieder tagen, unter anderem steht der KSC Einspruch auf der Tagesordnung. Chancen für eine Neuansetzung will Dohmen aber nicht ausloten. Genauso wenig, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist. "Wir alle hoffen, dass die Vorfälle möglichst schnell aufgeklärt werden", äußert sich Cheftrainer Edmund Becker im Interesse des Fußballs. Dass dem ein enormer Schaden entstanden ist, sieht auch Rolf Dohmen: "Zum Lachen ist das alles nicht, in der Haut des DFB möchte ich derzeit nicht stecken."









