Köstner will gegen Lübeck nicht "ins Verderben stürmen"
(eis) Nach zwei erfolgreichen Ligaspielen in Folge muss der Karlsruher SC am Sonntag (15 Uhr) gegen den VfB Lübeck ran: Dem Gewinner der Zweitligapartie im Karlsruher Wildpark winkt der Sprung in die Aufstiegsränge der Tabelle. Hochmotiviert bereiteten sich die Spieler von Lorenz Günther Köstner unter der Woche deshalb auf den Vergleich mit den Hanseaten vor. "Wir dürfen wegen unserer zwei Erfolge nicht zu arrogant in die Partie gehen", mahnt der Cheftrainer und verweist auf die Auswärts und Konterstärke der Gäste.
In der vergangenen Saison zogen die Blauweißen gegen Lübeck in beiden Partien den Kürzeren, ein "bequemer" Gegner wird mit dem Team von Dieter Hecking in der Fächerstadt nicht gastieren. Trotz der makellosen KSC Ausbeute in den vergangenen beiden Pflichtspielen wird Coach Köstner am Sonntag erstmals in dieser Saison größere personelle und taktische Veränderungen seiner Startelf vornehmen: Mit Bernhard Trares (Fußwurzelverletzung) und Abderrahim Ouakili (Muskelfaserriss) muss der Fußballlehrer auf zwei seiner "Oldies" verzichten; gegen Lübeck wird also egal, wie Köstner sich entscheidet eine der jüngsten Anfangsformationen auflaufen, die jemals im Profitrikot der Karlsruher gespielt hat. Mladen Kascelan könnte Bernhard Trares ersetzen, in seinem 45 minütigen Einsatz in Duisburg überzeugte der 20 Jährige seinen Trainer jedenfalls gänzlich. Dennoch mochte Köstner im Vorfeld keine seiner taktischen Überlegungen Preis geben, ebenso könnte Bashiru Gambo zu seinem ersten Einsatz von Beginn an kommen. Sowohl Jan Männer, als auch Christian Hassa bescheinigte der Franke eine starke Leistung beim vergangenen Auswärtsspiel, es ist also wahrscheinlich, dass auch sie gegen Lübeck auflaufen werden.
Vor Schlussmann Martin Fischer dürfte sich also die Abwehrkette mit Thomas Kies, Martin Stoll, Florian Dick und dem wieder genesenen Mario Eggimann formieren. Für den Schweizer wird wohl Michael Zepek in den sauren Apfel beißen und sich erneut mit einem Platz auf der Auswechselbank begnügen müssen. "Zepek hat lange auf seine Chance warten müssen und in Duisburg ein gutes Spiel gemacht. Auf der anderen Seite hat die Abwehrkette mit Kies, Eggimann, Stoll und Dick bisher immer gute Arbeit geleistet", bereitet Trainer Köstner das Personalroulette in der Verteidigung sichtlich Kopfzerbrechen. Im Mittelfeld soll Marco Engelhardt für Ouakili die Fäden ziehen, Unterstützung erhält er voraussichtlich von Christian Hassa, Jan Männer und Kascelan oder Gambo. Ungewiss ist die Rückkehr von Ivan Saenko in die Startelf, obwohl der Russe nach absolvierter Rotsperre wieder einsatzbereit ist. "Ivan hat jetzt zwei Spiele zugeschaut, in der die Mannschaft bis zur letzten Minute gekämpft hat", begründet der 51 Jährige seine Überlegungen. Sollte erneut Jan Männer neben Conor Casey stürmen, wäre im Mittelfeld Platz für Kascelan und Gambo es sei denn, Eggimann oder Zepek dürfen sich im Mittelfeld versuchen.
Egal, wie Köstner sich entscheiden wird, einer seiner Mannen wird gegen den VfB Lübeck besonders unter Druck stehen: Mannschaftskapitän Marco Engelhardt. "Da Ouakili fehlt, wird er in die Spielmacherrolle gedrängt", erklärt der Chefcoach. "Ich hoffe nur, dass er nicht zu zaubern anfangen will. Er soll das spielen, was er kann das aber sehr gut!" Auch den Zuschauern kommt für Lorenz Günther Köstner am Sonntag eine besondere Rolle zu. Gerade wegen der Ausfälle von Trares und Ouakili bittet er das Publikum um Geduld: "Gerade diese beiden sind es, die oftmals die öffnenden Pässe spielen; wir wollen gegen Lübeck nicht ins Verderben stürmen." Sollte der Führungs oder Siegtreffer gegen die Hanseaten also zum dritten Mal in Folge in den Schlussminuten fallen, wäre der Fußballlehrer damit vollkommen zufrieden. Und auch die Fans würden mit einem erneuten "Last Minute Erfolg" sicherlich leben können.









