Interview mit Pascal Huber
Der nächste Teil der Interviewreihe führt uns zum Organisatorischen Leiter der KSC GRENKE aKAdemie. Pascal Huber ist schon seit 2016 in der aKAdemie angestellt. Neben seinen organisatorischen Tätigkeiten war er zuletzt maßgeblich an der Wiedereinführung der neuen U23 beteiligt. Darüber haben wir mit ihm gesprochen.

Wie würden Sie Ihre Rolle im Prozess der Einführung beschreiben?
„Ich war von Anfang an voll im Prozess dabei, die Absprache im Verein und mit dem Verband haben Michael Bischof und ich begleitet. Vom ersten Kontakt an, Anfang letzten Jahres haben wir wieder mit den Gedanken gespielt und die Thematik U23 wieder aufgenommen. Dabei haben wir Geschäftsführer Michael Becker und Cheftrainer Christian Eichner mit ins Boot geholt. Der erste Schritt war dann, mit der Geschäftsführung vom Badischen Fußballverband ein Gespräch zu machen, um die Möglichkeiten abzusprechen. Nachdem dort ein positives Signal kam, erstellten wir einen Businessplan für die nächsten fünf Jahre und haben uns mit allen Bereichsleiter abgesprochen, damit alle im Bilde sind.
Anschließend haben Michael Bischof und Edmund Becker beim Vorstand des Badischen Fußballverband die finale Präsentation abgehalten und dadurch vom Verband die Genehmigung erhalten. Zusätzlich haben wir die anderen Verbandsligisten in die Westtribüne des BBBank Wildparks eingeladen und unser Vorhaben ebenfalls präsentiert. Als dann der Rahmen stand, wurden die ganzen Verträge ein Riesenthema für mich. Es lief alles über uns als Team: Absprachen mit Beratern, Gespräche mit den Spielern, jedem einzelnen stellten wir das ganze Projekt.
Sie sind der organisatorische Leiter der aKAdemie. Das bedeutet zu Ihren Aufgaben zählt von Trainingsbekleidung bis Betreuung der Spielertransfers eigentlich alles. Wie wird die U23 kadertechnisch organisiert?
„Im Kader sind 18 Spieler, ich glaube da haben wir eine richtig gute Mischung gefunden. Es sind viele ehemalige KSC-Spieler, die in den letzten ein, zwei oder drei Jahren in anderen Vereinen unterwegs waren. Das lag meistens daran, weil wir keine U23 hatten, und es nach der U19 nicht für die Profis gereicht hat. Es war uns schon sehr wichtig, dass wir viele Spieler holen, die wissen, wie es hier läuft. Zusätzlich haben wir noch die drei Mentoren, wie wir sie nennen. Die Achse bestehend aus älteren Spielern ist für unsere sonst junge und neue Mannschaft eine Bereicherung auf und neben dem Platz. Es war uns wichtig, dass wir keine U21 aufbauen, wo nur junge Spieler am Start sind, das wäre uns zu ähnlich zur U19, da fehlen eben die alten Haudegen, die wir aber auf jeden Fall dabeihaben wollten. Und dann gab's noch vier Spieler, die aus der eigenen aKAdemie hochkommen und der Rest aus dem Umfeld Regionalliga, Oberliga, bzw. Verbandsliga.
Wir haben sehr viel KSC-Bezug im Team auf dem Platz, wie verbreitet sich die KSC-DNA im Staff?
Im Trainerteam hat jeder KSC-Vergangenheit, Didi Blicker ist schon lange dabei, er führte damals die Videoanalyse ein und ist unser KIT-Kooperationspartner. Gleiches gilt für seine Co-Trainer Daniel Gordon und Marco Kratzer. Benjamin Ruckenbrod ist schon lange Athletiktrainer in der aKAdemie. Mathias Moritz kehrt als Torwarttrainer zurück zu uns, nachdem er selbst schon im KSC-Trikot auflief. Jonas Schlör ist jetzt ein Jahr bei uns in der aKAdemie tätig und startet jetzt mit der Doppelfunktion auch als Teammanager für die U23. Zusätzlich ist Jörg Jäckh als Betreuer noch dabei, der auch schon jahrelang bei uns in der aKAdemie als Betreuer aktiv war. Es ist uns sehr wichtig, auch im Staff den Slogan KSC meine Heimat vorzuleben.
Was können wir hier beim KSC jungen Spielern bieten, was macht uns besonders?
„Speziell ein sehr professionelles Umfeld, wir haben bewusst auch in den Gesprächen das ganze Verbandsliga Thema immer hintenangestellt, weil wir die U23 schon auf sehr professionellem Niveau aufziehen wollen. Das betrifft Trainingsbedingungen mit den Top-Plätzen, vier bis sechs Einheiten pro Woche, den Staff rund um das Team und die Räumlichkeiten der Kabine.
Außerdem haben wir für ein paar Spieler über unsere Partner auch Wohnungen besorgt und eine WG gegründet und weitere Goodies, die wir den Spielern mitgegeben haben.“
Wie ist es strukturell möglich, eine weitere Mannschaft hier auf dem Gelände unterzubringen?
„Natürlich war es eine Herausforderung, aber da haben wir durch das neue Stadion und die neuen Plätze der aKAdemie auch viele Möglichkeiten dazugewonnen. Die U23 kann die Gastkabine der Profis nutzen und sie zum Wochenende hin unproblematisch freimachen. Da haben wir neben der Kabine auch ein Trainerbüro und einen Raum für unsere Physios. Trotzdem gab es dann einige organisatorische Themen, wo ich viel im Austausch mit der Profiabteilung war, weil es bewusst viele Berührungspunkte gibt. Mit Basti Freis und dem Trainerteam war die Kommunikation super, es hat sich jeder abgeholt gefühlt und die U23 kann eng mit den Profis verzahnt werden. Platztechnisch war ich in Absprache mit unseren Greenkeepern, weil die U23 auf unseren Rasenplätzen trainieren wird. Das führt dazu, dass die jüngeren aKAdemie-Teams öfter auf Kunstrasen ausweichen. Auch im GRENKE Stadion, wo bisher die U17 und die U19 ihre Heimspiele ausgetragen haben, wird sich zeigen, wie wir alle Mannschaften am Wochenende unterbringen können. Denkbar ist es aber dann, mit der U17 die neue Nachwuchsliga teilweise auf Rasenplatz sechs auszutragen. Hinzu kommt der Organisationsaufwand, dass keins unserer jetzt dann zehn Jugendteams ein Heimspiel austragen darf, wenn die Profis Heimspiel haben.“
Die U23 soll ihre Heimspiele im GRENKE Stadion austragen. Was sind die Vorgaben an die Heimspielstätte bei erfolgreichem Aufstieg in der Oberliga und für die ferne Zukunft auch in der Regionalliga?
„In der Verbandsliga gibt es keine Vorgaben an unseren Spielort. Wenn die Thematik Regionalliga konkreter werden würde, müssten wir auf jeden Fall nachrüsten. Wir bräuchten eine überdachte Tribüne und eine gewisse Anzahl an Plätzen. In der Oberliga können wir ohne Problem im GRENKE Stadion spielen, weil wir einen abgegrenzten Bereich mit separatem Eingang für die Gästefans haben.“
Sie sprechen von Ausbau. Wie können wir die Akademie organisatorisch und strukturell noch weiterentwickeln? Gibt es auf dem KSC-Gelände noch Platz für Ausbau?
„Ja, das ist mal abgesehen von der U23-Einführung das größte Thema, das wir forcieren. Das Hauptthema für den Ausbau, was in den Vordergrund rückt, ist ein neues Funktionsgebäude für die Profis, die aKAdemie inklusive Internat. Besonders in den letzten zwei Jahren sind im Hintergrund schon die baurechtlichen Gespräche angelaufen. Wenn wir die Geschäftsstelle vom Kunstrasen wegbekommen, können wir den Platz Fünf drehen und damit auf unsere Wunschgröße bekommen und Platz für ein neues Funktionsgebäude erhalten. Platztechnisch wäre auch ein neues Jugendstadion oder der notwendige Ausbau denkbar.“
Was geschieht mit unserer Fanmannschaft, dem jetzigen Karlsruher SC 2?
„Den KSC zwei wird es ganz normal weitergeben. Ihr Name wird sich offiziell zu Karlsruher SC 3 abändern. Hier intern werden wir die A-Klassenmannschaft KSC-Amateure nennen. Der Trainings- und Spielbetrieb auf dem Kunstrasen wird weiter wie gewohnt möglich sein. Für uns als aKAdemie aber auch für mich ist die Fanmannschaft ein extrem wichtiger Bestandteil des gesamten KSC.“
In welchen Trikots wird die U23 auflaufen?
„Die U23 wird die gleichen Trikots haben wie die Profiabteilung. Das hatten wir in den letzten Jahren schon von der U16 bis zur U19, jetzt kommt eine Mannschaft noch dazu. Bezüglich Sponsors ist unsere Vermarktungsabteilung in den Gesprächen. Aber ansonsten sind die Jungs und Trainer auch vom Trainingsmaterial wie die Profis von Macron ausgestattet.“
Wann ist das Projekt U23 für Sie ein Erfolg?
„Ich würde sagen, es gibt mehrere Teilerfolge, die zum Gesamterfolg beisteuern. Der größte Erfolg ist für mich, wenn die Mannschaft hier im Verein so implementiert ist, dass sie eben nicht als Insel auftritt, sondern wirklich den Stellenwert hat, den wir von ihr von früher noch kennen. Ganz klar steht im Vordergrund der Aufstieg in die Oberliga, um die Mannschaft für unseren Nachwuchs noch attraktiver zu machen. Ein großer Erfolg ist aber auch, dass intern das Gefühl geschaffen wird, dass die U23 wirklich als die höchste Akademiemannschaft angesehen wird und den Stellenwert dann auch genießt und in der öffentlichen Wahrnehmung dann auch wie eine professionelle Mannschaft geführt wird. Am Anfang wird es auch ein Erfolg sein, eine Einheit aus den Jungs zu formen.“
Abschließend, was sind die Regularien zwecks U23 im Kader und in der Startelf? Können die Spieler von der U23 auch bei den Profis zum Einsatz kommen und umgekehrt?
„Ja, selbstverständlich können die Spieler der U23 auch bei den Profis zum Einsatz kommen und dadurch das wir das Team als höchste Akademiemannschaft ansehen, wird der ein oder andere sicherlich auch mal bei den Trainingseinheiten von den Profis auftauchen. Diese Saison waren viele U19 Spieler schon bei den Profis im Training und haben auch schon ihre Einsätze bekommen. Trotzdem ist es uns zu Beginn wichtig, dass jeder seine Mannschaft hat und nicht zu früh Spieler hochgeschoben werden. Genauso gilt einem Jungen oder lange Zeit verletzten Spieler aus der Profiabteilung, die vielleicht noch nicht so viele Einsatzzeiten bekommen haben, diese dann in der U23 zu bekommen. Die Regel dazu besagt, dass wir gleichzeitig maximal drei Spieler auf dem Platz haben dürfen, die älter als 23 sind.“









