"Es bedarf meines Erachtens deutlich mehr Aufklärungsarbeit"
Seit 2008 ist Alexander Huck beim Karlsruher SC als Rehatrainer im Nachwuchsbereich tätig. Die Redaktion von ksc.de unterhielt sich mit Alexander Huck über die tagtägliche Arbeit im Trainerteam sowie über die Wichtigkeit des Rehabereichs im Leistungssport.

Alex, erzähl uns doch zu Beginn ein paar Wort zu dir. Wie lange bist du schon beim KSC?
Puh, das ist schon eine ganze Weile. Ich bin bereits seit 2008 , also mittlerweile im neunten Jahr, beim Karlsruher SC in verschiedenen Funktionen tätig. Davor habe ich meine ersten Erfahrungen als Trainer im Nachwuchsbereich bei meinem Heimatverein VfB Eberbach gesammelt. Selbst war ich lediglich auf Kreisebene aktiv. Ich habe bewusst schon früh den Fokus auf die Trainertätigkeit gelegt.
Für welche Bereiche im Jugendbereich bist du beim KSC zuständig?
Ich bin für die Betreuung sowie Wiedereingliederung aller verletzten Spieler von der U15 bis hin zur U19 verantwortlich. In EInzelfällen arbeite ich auch mit SPielern aus der U14 an der Rückkehr ins Mannschaftstraining.
Wie kam es dazu, dass es dich in den Reha-Bereich verschlagen hat?
Durch mein sportwissenschaftliches Master-Studium am KIT habe ich unter anderem Einblicke in die orthopädische Biomechanik sowie die angewandte Trainings- und Bewegungswissenschaft bekommen, sodass mich eine Arbeit in diesem Tätigkeitsfeld sehr interessiert hat. Nach vielen Jahren als Trainer einer U-Mannschaft war dies dann der logische Schritt, da ich nach meinem Universitätsabschluss zudem zeitgleich in Heidelberg innerhalb einer Reha-Einrichtung meinen beruflichen Einstieg und damit die optimale Ergänzung gefunden habe.
Was ist denn das Besondere daran in diesem Bereich zu arbeiten?
Vor allem das individuelle Arbeiten mit den Spielern macht den besonderen Reiz aus. Es ist schön zu sehen, wie die Spieler nach zum Teil langwierigen Verletzungen Einheit für Einheit arbeiten, um wieder fit zu werden. Darüber hinaus lernt man die einzelnen Typen und Charaktere der Spieler kennen und jede Verletzung bedarf einer individuellen Ausrichtung des Reha-Planes. Es ist natürlich klasse, wenn ich die Jungs dann wieder für ihr jeweiliges Team auflaufen sehe.
Wie sieht die tägliche Arbeit bei euch im Trainerteam aus?
Der Austausch mit den einzelnen Mannschaftstrainern, aber auch den Athletik-Trainern und Physiotherapeuten ist unerlässlich, um eine vernünftige Wiedereingliederung für den Spieler ins Mannschaftstraining zu gewährleisten. Natürlich wird dabei auch viel Wert auf die Kommunikation gelegt, um den Spielern bestmöglich auf die weiteren Beanspruchungen und Belastungen vorzubereiten.
Heutzutage spielt der Reha-Bereich im Leistungssport eine bedeutende Rolle. Für wie wichtig siehst du diesen Bereich an und kommt es nicht schon auf die Prävention an? Und was empfielst du persönlich deinen Spielern?
Grundsätzlich ist eine Reha-Abteilung, sowie im speziellen ein seperater Reha-Trainer, in meinen Augen eine unerlässliche Person im Profi- bzw. Nachwuchsleistungsfußball, um auch den verletzten Spielern als Anlauf- und Kontaktperson zu dienen und sie optimal während ihrer Rekonvaleszenz zu begleiten. Außerdem bilde ich als Reha-Trainer die Schnittstelle zwischen den Physiotherapeuten und Mannschaftstrainern. Generell ist der Präventions- und Rehabilitationsbereich im Fußball enorm wichtig, aber dennoch zum Teil sehr schwach ausgeprägt. Es bedarf meines Erachtens deutlich mehr Aufklärungsarbeit, um bereits frühzeitig offensichtliche Risikofaktoren zu minimieren und dementsprechend die Anzahl sowie die Ausfalltage der verletzten Spieler zu reduzieren. Ich persönlich empfehle den Spielern vor allem, dass sie ihren Körper genauestens kennenlernen und ihn auch dementsprechend professionell behandeln sollten. Hierzu zähle ich besonders die Spielvorbereitung, die Pflege nach den Trainingseinheiten und Spielen sowie eine ausgewogene Ernährung. Den Spielern, die zu mir ins Training kommen, kann ich nur nahelegen die Empfehlungen und Tipps auch zukünftig im Mannschaftstraining weiter zu beherzigen, um so in Zukunft verletzungsfrei den Weg zum Profi gehen zu können.
Das Gespräch führte Fabian Dürr









